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RB Leipzig – In gar keinem negativen Licht

Während Fußball-Fans landauf, landab über RB Leipzig schimpfen und den Untergang des Abendlandes voraussagen, kommt gerade von unerwarteter Ecke Unterstützung für die immer so propagierte „Dosentruppe“. Und schon wird derjenige in eine Ecke gestellt, um sich zu schämen. Er wird als „Lappen“ bezeichnet, als „Dummschwätzer“ usw. Sie kennen ja diese Sprüche über all diejenigen, die etwas positives über den „Retortenverein“ sagen.

Wie auch immer – ausgerechnet der gebürtige Dresdner Matthias Sammer, der Sportvorstand des FC Bayern München, der im Sommer 2012 Christian Nerlinger („Dieser, dieser Red Bull Verein aus diesem, diesem Leipzig“, sie erinnern sich) beerbt hatte, ist voll des Lobes über den Emporkömmling aus Leipzig.

Matthias Sammer, Sportvorstand vom FC Bayern München, im Jahr 2013 -  Foto: Harald Bischoff / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, via Wikimedia Commons
Matthias Sammer, Sportvorstand vom FC Bayern München, im Jahr 2013 – Foto: Harald Bischoff / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, via Wikimedia Commons

Der Nichtswisser, der Spinner, der Dummquatscher Matthias Sammer – ja, so wurde er im Internet wegen seines Lobes genannt – hatte sich in einem Interview positiv zum RB Leipzig geäußert. Insofern verhält er sich anders als sein Vorgänger und auch anders als der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Konzerns Karl-Heinz Rummenigge. Das ist schon bemerkenswert, finden Sie nicht auch?

Er hat erkannt, dass ein Investor wie Red Bull einer Region wie Halle-Leipzig unheimlich gut tun kann. Durch das Investment – hauptsächlich in die Sport-Infrastruktur – werden eben auch Arbeitsplätze geschaffen. Und der Verein RB Leipzig, der von Red Bull und anderen unterstützt wird, reißt die Zuschauer mit und hat unheimliches Fan-Potential gehoben.

So findet es eben Matthias Sammer nicht in Ordnung, dass „ein paar Traditionalisten“ schimpfen und und weinen. Man braucht sich nun einmal nicht zu wundern, dass so eine Entwicklung gekommen ist, weil es der 1. FC Lok Leipzig und die BSG Chemie Leipzig / der FC Sachsen Leipzig (Gott habe ihn selig) nicht geschafft haben, ihre Kräfte zu bündeln. Wenn man das im Sinne des Fußballs vor Ort nicht schafft, dann gäbe es eben immer einen lachenden Dritten.

So ist nun einmal der Lauf der Dinge. Wie oft habe ich beim Durchschauen der Wikipedia festgestellt, dass viele Vereine der 1. und 2. Bundesliga Fusionen durchgemacht haben, um bestehen zu können, um gemeinsame Ziele zu verfolgen, um sportlich voranzukommen und natürlich um Kosten zu sparen. Ich könnte das jetzt heraussuchen. Aber das würde den Rahmen sprengen. Aber in Leipzig ist das irgendwie anders. Da schob man nach der Wende 1989 einen uralten Streit vor sich her, als in den 50er und 60er Jahren der Fußball in Leipzig von Funktionären aus Berlin dirigiert wurde und so das Leistungszentrum rund um Lok und „der Rest von Leipzig“ rund um Chemie entstand. Und man springt weiterhin nicht über diesen Schatten.

Aber man kann ja nun Matthias Sammer ganz einfach mal als Dummschwätzer hinstellen. Hätte es in den 60er Jahren nicht die großflächige Unterstützung eines Münchner Bauunternehmers gegeben, wer weiß, ob es der FC Bayern München so weit geschafft hätte. Sammer weiß ganz genau, dass man ohne entsprechende Gelder keinen Erfolg hat. Er kümmert sich zwar um die sportlichen Belange des Rekordmeisters, aber auch die müssen finanziert werden. Insofern weiß er schon, wovon er da redet.

Ich lasse es immer wieder ab: Man kann das großflächige Engagement von Red Bull in Leipzig durchaus skeptisch sehen. Aber die beiden „Lager“ aus dem Leipziger Westen und dem Leipziger Südosten haben ja nichts auf die Reihe bekommen. Das Engagement ist nicht ganz ohne. Aber wie will man im knüppelharten Geschäft Profi-Fußball dauerhaft bestehen? Die Tradition hilft da keinen Schritt weiter. Gerade oberhalb der Regionalliga ist die größte Hilfe für einen Verein genügend Geld. Das mussten Eintracht Trier, der MSV Duisburg oder Alemannia Aachen feststellen.

Red Bull bringt Arbeitsplätze in die Region. Da hat Sammer Recht. Und mit dem Leistungzentrum wird professionell Fußball gelehrt. Damit wird wohl Leipzig auch eine gewisse Strahlkraft auf die Region ausüben. Insofern ist es nach wie vor überzogen, wie mann auf das Engagement einhackt.

Bildquelle: Vereinslogo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „RB Leipzig – In gar keinem negativen Licht

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