Skip to main content

RB Leipzig gegen den 1. FC Frankfurt – Ein Testspiel mit Erkenntnissen

Im brandenburgischen Frankfurt (Oder) trat RB Leipzig gestern gegen den dortigen Fünftligisten zu einem ersten Testspiel vor dem Bundesliga-Beginn an. Und es ergaben sich ein paar Erkenntnisse. Klar, das erste Testspiel vor dem Saisonbeginn lieferte jetzt nicht die große Sensation. Aber einen Fingerzeig. Die Erkenntnisse sind relativ schnell zusammengefasst. Und da genügt es auch, dass ich das Ganze lediglich über Twitter verfolgt habe. Denn es war eigentlich klar, dass der Bundesliga-Aufsteiger das Spiel haushoch gewinnen würde.

Der 1. FC Frankfurt (Oder) hat seine Wurzeln in Leipzig. Als Vorwärts Leipzig gegründet, als Vorwärts Frankfurt (Oder) umgesiedelt, als 1. FC Frankfurt (Oder) sportlich sechstklassig und nur durch wirtschaftliche Probleme der Konkurrenz fünftklassig geblieben. Es war ein ungleiches Duell. Wie alle Testspiele sind. RB Leipzig trat mit einen um einige Nachwuchs-Spieler angereicherten Rumpfkader an, weil diverse Spieler nach der Europameisterschaft urlaubten oder sonstwie geschont wurden. Und so ging es in die brandenburgische Provinz, wo das Stadion der Freundschaft durch Hilfe der Leipziger fit gemacht wurde.

Es kam, wie es kommen musste: Zehn Tore schoss RB Leipzig, keins die Frankfurter. Die Tore schossen fast allesamt die Offensivkräfte, 6 davon die drei Stürmer, darunter der Vater-gewordene Terrence Boyd. Drei mal netzte Davie Selke ein, zwei mal Timo Werner. Auch ein dynamischer Naby Keita brachte sich mit intelligentem Spielaufbau und einem Tor ein. Ein Eigentor der Frankfurter und je ein Tor von Offensiv-Ass Massimo Bruno und Nachwuchs-Mittelfeldspieler Felix Beiersdorf komplettierten das Spektakel.

Natürlich sind die Erkenntnisse nicht so gesät wie nach einem Spiel gegen einen ebenbürtigen Gegner. Was aber allenthalben vom Spiel berichtet wird, ist ein engagierter Leipziger Kader. In allen Mannschaftsteilen hat man Spieler gehabt, die sich zeigen wollten. Dabei zeigte sich Neuzugang Timo Werner sehr flexibel, eher als hängende Spitze oder offensiver Mittelfeld-Wirbelwind, und Davie Selke als klassischer Strafraum-Stürmer. Dieses Gespann übernahmen in der zweiten Halbzeit in dieser Reihenfolge Yussuf Poulsen und Terrence Boyd.

In der ersten Halbzeit zeigte sich Nachwuchs-Abwehrspieler Sören Reddemann und im defensiven Mittelfeld ein äußerst defensiver Ken Gipson. Neuzugang Benno Schmitz vertrat Anthony Jung, und Atinc Nukan verteidigte neben Reddemann, und Lukas Klostermann komplettierte die Abwehr. Das offensive Mittelfeld gestalteten Kapitän Dominik Kaiser und Rückkehrer Zsolt Kalmar, der allerdings zeigte, dass er wahrscheinlich nicht die Klasse für die Bundesliga hat.

Das Team wurde dann in der Halbzeit durchgemischt. Gipson rückte neben Willi Orban, Marvin Compper und Marcel Halstenberg in die Abwehr. Rani Khedira rückte neben Nachwuchs-Bulle Vitaly Janelt ins defensive Mittelfeld, Massimo Bruno und Felix Beiersdorf spielten offensiv, und wie gesagt Poulsen und Boyd bildeten den Sturm. Und gerade letzterem wünschte man, dass nicht gleich wieder ein Desaster droht.

Nachdem das Frankfurter Spielfeld von Schrauben und anderem Rödel befreit werden musste, das von irgendwelchen Deppen gestreut wurde, hat RB Leipzig gefällig gespielt. Es ist noch nicht raus, ob das Spielsystem 4-4-2 (meinetwegen auch 4-2-2-2) das bevorzugte System für Trainer Ralph Hasenhüttl werden wird. Zumal ja behauptet wird, dass der Österreicher das sehr breite 4-3-3 bevorzugen würde. Ich denke, das Alles war ein reines Experiment. Aber dafür sind ja Testspiele da.

Die Erkenntnisse sind, dass Terrence Boyd unheimlichen Spaß daran hatte, am Spielgeschehen teilnehmen zu dürfen, dass bei den Neuzugängen Hunger festzustellen war und dass zurecht der Nachwuchs gelobt wird und sich als Backup für die Profis in jedem Fall empfehlen kann. Vor allem konnten sich Beiersdorf und Janelt empfehlen. Es wird nur um Backup-Rollen gehen. Aber immerhin.

Die nächsten Testspiele werden gegen den SSV Markranstädt, den FC Viktoria 1889 Berlin, die Würzburger Kickers und gegen Betis Sevilla stattfinden. Spätestens dann sollte die bevorzugte Formation feststehen. Das geht schon los beim Torwart. Klar konnten sich sowohl Fabio Coltorti als auch Marius Müller nicht beweisen, weil die Frankfurter schlichtweg keine Chance hatten. Wenn dann auch noch Péter Gulácsi ins Rennen um die Nummer 1 eingreift, wird es eng.

Ein Gratmesser war das Spiel in Brandenburg selbstverständlich nicht. Aber Hasenhüttl hat Erkenntnisse mitgenommen, wie viel Willen die Spieler haben. Und das ist eine gute Nachricht. Denn so ein Testspiel nach einem fetten Lauftrainingslager in den sportlichen Niederungen kann auch schnell Unlust fördern. So aber nicht bei RB Leipzig. Insofern kann man sich darauf freuen, wenn dann die Saison wieder losgeht. Wer will, kann sich bis dahin offizielle Bilder zum Spiel ansehen.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 0 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.