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RB Leipzig – Geisteskrank, aber wahr gemacht: Zorniger weg

Die Bombe ist geplatzt: Alexander Zorniger hat bei RB Leipzig das Handtuch geworfen. Absehbar war es, aber wie es geschah, ist sehr fad. Ich hatte ja erst vermutet, dass man noch ein bisschen abwartet, ob sich das Spiel der Mannschaft noch ändert. Aber es kam alles ganz anders. Ralf Rangnick als Sportdirektor hat das Schlimmsmögliche gemacht, was man mit einem Trainer mit solchen Verdiensten um den Verein machen kann.

Der Rotebrauseblogger schrieb es in seinen Blog. Und ich bin so frei und übernehme das inzwischen legendäre Zitat von Ralf Rangnick vor ganzen 5 Tagen beim Bezahlsender Sky:

Nach den zweieinhalb Jahren aktuell über einen anderen Trainer nachzudenken,da müssten wir geisteskrank sein.

Der Spross der baden-württembergischen Stadt Backnang hat es damit geschafft, sich selbst völlig unglaubwürdig und unberechenbar zu machen. Mit der Entscheidung, die da getroffen wurde, hat der Sportdirektor eins erreicht: Er hat eine gewaltige Zeitbombe scharf gemacht. Und Alexander Zorniger hat sie eben hochgehen lassen. Aber welche Entscheidung denn?

Rangnick hatte Zorniger wohl gestern Abend etwas in der Art erzählt wie „Wir planen in jedem Fall, für die kommende Saison eine andere Trainerlösung zu finden“. Und der zweimalige Aufstiegstrainer Zorniger muss etwas in der Art erzählt haben wie „Dann macht mal euren Kram ab sofort ohne mich“. Klar, so wird es nicht gewesen sein, aber ungefähr in die Richtung wird es gegangen sein.

Es gab ja immer mal wieder seltsame Personalentscheidungen. So hatte man bei RB Leipzig völlig ohne Grund einen Peter Pacult geholt und auf Biegen und Brechen durchgesetzt und dann noch dazu völlig ohne Not an ihm festgehalten. Es gab einen Dietmar Beiersdorfer, der so etwas wie der globale Vorstand für den Fußball bei Red Bull sein sollte, aber schon rasch komplett kastriert wurde. Und es wurde Ralf Rangnick installiert und Beiersdorfer geopfert.

Jetzt also Zorniger. Und glaubt jemand ernsthaft, dass diese Personal-Scharaden künftig aufhören werden? Was hat denn Zorniger falsch gemacht? Er marschierte mit der Mannschaft, die im Rumpf geblieben ist, von der Regionalliga in die Zweite Bundesliga. Dort stagniert er. Dort kommt er nicht weiter. Dort ließ er die Mannschaft ein System spielen, das trotz guter Klasse der Mannschaft eigentlich keins war. Lag es an seiner Engstirnigkeit oder doch am fehlenden Vermögen der Mannschaft als Gebilde?

Was man Zorniger auch immer über die Rübe kippt, eins kann ihm niemand vorwerfen, nämlich dass er nicht charakterfest oder prinzipientreu war. Er hat sich wie ein Vater immer vor seine Rasselbande gestellt. Und das ist von einem Sportdirektor verdammt nochmal auch zu erwarten. Rangnick, dem es übrigens gewaltige Antipathie einbrachte, und Zorniger schienen aber nicht mehr an einem Strang zu ziehen. Rangnick, erfolgsgeil wie als Trainer bei Schalke, wollte einen weiteren Durchmarsch. Zorniger wollte die Konsolidierung. Also ist der Bruch nicht etwa durch die sportliche Stagnation der Mannschaft, sondern durch die unterschiedlichen Ziele erfolgt.

Jedenfalls soll nun im Sommer ein neuer Trainer kommen. Wir schauen uns mal um, wer denn da infrage kommt. Und irgendwie stolpern wir mal wieder – genau – über Thomas Tuchel. Aber bis es soweit ist, soll es ja jemand machen. Also die Truppe bei Laune halten. Mit dieser undankbaren Aufgabe ist U17-Trainer Achim Beierlorzer betraut, der aus dem Nachwuchsbereich von Greuther Fürth gekommen ist. Abgesehen von seinem Sachverstand, ist nicht davon auszugehen, dass das Rangnick’sche Ziel Aufstieg in die Erste Bundesliga nun näher gerückt ist.

Die überaus spannende Frage, die sich mir stellt, ist dann eigentlich die: Wieso hat man Zorniger mit der Mannschaft nach Doha fahren lassen und ihm noch das erste Spiel gegen Aue zugetraut? Mir ist nicht so richtig klar, was Rangnick zu diesem doch möglichst ungeschickten Zeitpunkt dazu drängte, Alexander Zorniger zu offerieren, dass er in der nächsten Saison sowieso nicht mehr mit ihm planen würde.

Ihm musste ja klar sein, dass ein Mann wie Zorniger sich um nichts in der Welt verbiegen lässt. Das zeigte sich eben auch an den Spielen. Wie der ehemalige Leipziger Clemens Fandrich nach dem Spiel Aue gegen RB Leipzig eben so treffend sagte, dass man in Leipzig „immer den gleichen Stiefel“ spielen würde. Zorniger war bestimmt ein Glücksfall für den RB Leipzig. Ob man hier einen ähnlich guten Trainer mit all seinen Ecken und Kanten wieder sehen wird, bleibt abzuwarten. Alles Gute, Alexander Zorniger.

Bildquelle: Choreo der Fans von RB Leipzig – (C) RB-Fans.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „RB Leipzig – Geisteskrank, aber wahr gemacht: Zorniger weg

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