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RB Leipzig goes Champions League

Vorwärts Rasenball, Leipzig überall – RB Leipzig ist es nun nicht mehr zu nehmen, zumindest an der Qualifikation zur Champions League teilzunehmen. Das ist ein Fakt, der einfach da steht. Man kann über den Verein, das Projekt, das Konstrukt sonstwas sagen, keine Frage. Aber das ist einfach mal aller Ehren wert. Gestern wurde das Alles perfekt gemacht, als man den SC Freiburg in der hiesigen Red Bull Arena mit 4:0 aus dem Stadion kehrte. Und was passiert jetzt?

4:0 gegen Mitaufsteiger SC Freiburg, der in der aktuellen Saison auch gewaltig die Bundesliga aufmischt, ist schon eine Ansage. Das Team von Ralph Hasenhüttl hat eindrucksvoll bewiesen, was sie draufhaben. Die proklamierte Minikrise Anfang des Jahres ist demnach komplett vom Tisch. Und bei dem Sieg haben gestern alle mitgeholfen. Auch Abwehr-Unsicherheitsfaktor Dayot Upamecano, der Willi Orban vertrat, war wichtig und zeigt eine starke Leistung. Und so ist der Erfolg zu erklären.

Nun ist es auch unter Dach und Fach, dass der Club die Red Bull Arena endgültig kauft. Es bestand noch die Unsicherheit, ob denn das Stadion um- und ausgebaut werden kann und darf. Hierzu gab es nun also die die finalen Papiere, womit der Kauf nun abgeschlossen werden konnte. Allerdings mit einer Änderung, denn das Stadion wird nicht in einem Rutsch von 43000 auf 57000 Plätze erweitert. Man hatte sich ja das Stadion schon als Großbaustelle vorgestellt. Aber es kommt anders.

Zunächst einmal soll der VIP-Bereich ausgebaut werden, was aufgrund des internationalen Wettbewerbs notwendig ist. Es wird wohl also nicht passieren, dass das Stadiondach angehoben wird und weitere Ränge eingezogen werden, dass die unteren Reihen bis ans Spielfeld herangezogen werden und Stehplatzbereiche mit einziehbaren Stühlen entstehen. RB-Chef Mintzlaff will vielmehr kleine Schritte gehen. Das kann man gut oder schlecht finden, es kann aber auch mit der Bauvoranfrage zusammenhängen.

Und dem Club ist es auch sonnenklar, dass sie für den mutmaßlich anstehenden internationalen Wettbewerb Verstärkungen brauchen. Und aller Voraussicht nach werden das Verstärkungen sein, die mit dem aktuellen Gehaltsgefüge bei RB Leipzig nicht machbar sein werden. Was immer man dem Club auch vorwirft, man sollte doch bitteschön bedenken, dass die Gehälter in Leipzig irgendwo in der unteren Hälfte im Vergleich liegen. Aber dieses Gefüge kann sehr wohl ins Wanken geraten.

Es geht schon eine ganze Weile die Vorstellung, dass man quasi zwei Kader haben will. Einen für die Bundesliga und einen gleichwertigen für Pokal und internationalen Wettbewerb. Also zumindest zahlenmäßig. Und hier müssen sie nachlegen. Einfach, um zu anderen Club aufzuschließen. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Club trotz aller finanzieller Zuwendung immernoch Nachholbedarf hat. Und so wird gesagt, dass es wohl fünf bis sieben Neuzugänge noch geben muss.

Wenn die dann auch so mit vollem Einsatz dabei sind wie die jetzige Mannschaft, ist ja alles gut. Dass das gestern eine große Mannschaftsleistung war, sieht man daran, dass die vier Tore von vier verschiedenen Schützen erzielt wurden: Yussuf Poulsen und Timo Werner erzielten natürlich als Stürmer ihre Tore. Naby Deco Keita legte auch noch einen rein. Und Diego Demme als einer der absolut konstantesten Leistungsträger seit Vereinsbestehen erzielte auch endlich ein Tor und büßte dabei einen Zahn ein.

Aber auch Dayot Upamecano legte gewaltig zu, nachdem er in den vergangenen Wochen eher in Harakiri-Manier unterwegs war. Er zeigte ein uns andere Mal, wieso er als einer der größten Abwehrtalente aller Zeiten gilt. Aber es war halt nicht konstant genug, hier muss er noch arbeiten. Dennoch war bei ihm das zu sehen, was auch alle anderen gezeigt haben: Die Lust auf mehr. Damit hatte Trainer Hasenhüttl die Mannschaft exzellent auf den starken Mitaufsteiger aus dem Breisgau eingestellt.

Derweil haben viele Spieler der vor der Abmeldung stehenden U23 neue Verträge in Aussicht. Clubs der zweiten und dritten Liga wissen um die Qualitäten, die in der U23 schlummern. Deshalb ist mir auch nicht bange um die Spieler. Und der eine oder andere Spieler wird vielleicht auch bei RB Leipzig bleiben. Ich denke da an John Patrick Strauß oder Federico Palacios Martinez. Der letzte gebürtige Leipziger im Club, Torwart Benjamin Bellot, hingegen wird mit den USA in Verbindung gebracht.

Stürmer Felix Beiersdorf soll gar mit dem HSV oder Werder Bremen in Verbindung gebracht werden. Aber auch so, Kapitän Siebeck soll vom KSC umworben sein, Reddemann vom VfL Osnabrück, Benny Bellot von Chicago Fire, FC Bentford oder dem FC Basel, Ken Gipson hat auch so einige Interessenten wie Erzgebirge Aue, KSC, FC St. Pauli etc. Die Spieler werden schon ein gutes Auskommen haben. Denn es wird ihnen ja allenthalben gute Qualität bescheinigt.

Mich freut es, dass die U23 zwar abgemeldet wird, die Spieler aber nicht ins Bodenlose fallen. Das soll ja bei anderen abgemeldeten U23-Teams bereits mal geschehen sein. Und so kann man sich dann beruhigt auf die bärenstarke U19 und die starke U17 konzentrieren, um Nachwuchs an die Profis heran zu führen. Vielleicht passiert das dann vielleicht. Man hat nun genug gelernt, nun müssen Erfahrungen kommen.

Die Damen von RB Leipzig hingegen steuern auf den Aufstieg zu. Sie rennen alles platt, was geht. Und wenn wir uns so umschauen, dann dürfte die Sportschule am Gontardweg bald zu klein werden für die Mädels. Und die restlichen Nachwuchsmannschaften des Clubs jagen derzeit auch mehr oder weniger Rekord um Rekord. Das sieht alles recht gut aus für die Zukunft des Clubs, finden Sie nicht auch? Und nun ruft die Champions League (-Qualifikation). Es gibt Zahlenspiele, die besagen, dass es nicht unter Platz 4 gehen kann.

Wie dem auch sei. Es ist möglich, dass dann also demnächst klangvolle Namen wie Paris St. Germain, FC Barcelona, Dinamo Moskau oder dergleichen in Leipzig vorsprechen. Die Clubs haben sicherlich auch alle mitbekommen, was da in Leipzig passiert ist. Man kann gern drauflos kritisieren, was diverse Dinge in Leipzig betrifft. Aber dass das mit der Champions League tatsächlich passiert, ist schon großartig. Finden Sie nicht auch?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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