RB Leipzig in der Schneeschlacht beim SC Freiburg

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Wenn das Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga, SC Freiburg gegen RB Leipzig, im Schnee versinkt, bestimmen Zufälle das ganze Spielgeschehen. So kann man wohl das zusammenfassen, was da gestern an der Dreisam im Schwarzwald-Stadion stattfand. Die beiden mit einigem Abstand qualitativ besten Teams der Zweiten Bundesliga trafen aufeinander. Und sie hoben sich nicht auf, sondern bekämpften sich mit herunter gelassenem Visier. Aber das Schneechaos sorgte für viele Zufälligkeiten. Das war der Abend in Freiburg.

Das Spiel lief denkbar eng ab. Eine Unwetterfront sorgte dafür, dass das Schwarzwald-Stadion im dichten Schneefall unterging. Im Fernsehen waren die Spieler von RB Leipzig aufgrund der weißen Spielkleidung schwer zu erkennen. Und die Wetterverhältnisse sorgten für einiges, was man mit dem Wort „interessant“ umschreiben könnte. Der Ball nahm seltsame Bahnen, das Spiel musste zum Nachzeichnen der Linien unterbrochen werden, Schiedsrichter Gräfe hatte seine liebe Mühe mit dem Erkennen kniffliger Situationen.

Mit dem breiten Mittelfeld, bestehend aus Khedira, Demme, Kaiser, Sabitzer und Forsberg erarbeitete einige Chancen, die aber dank der starken Abwehr der Breisgauer nicht verwandelt werden konnten. Der bärenstarke Yussuf Poulsen rackerte vorn und hinten, betätigte sich als Stürmer, Vorbereiter und Außenverteidiger. Und so lief man immer wieder in die Einschätzung, brotlose Kunst zu fabrizieren.

Eine Schrecksekunde gab es ein paar Minuten nach Start der Begegnung, als es so aussah, als ob Willi Orban eine Notbremse vollführte. Wäre dem so gewesen, hätte es schon nach ca. 5 Minuten 1:0 für Freiburg stehen können. So aber erzwangen die Freiburger nach 10 Minuten das 1:0 in Kooperation der beiden überragenden der eigenen Reihen, Niederlechner und Grifo. Auf dem schweren, rutschigen Geläuf entwickelte sich daraufhin ein Schlagabtausch, bei dem sich beide Teams nicht einen Zentimeter schenkten.

Nach einer Unterbrechung, in der Markierungen nachgezogen wurden, kamen die Leipziger deutlich besser ins Spiel und nahmen allmählich Maß. Vor allem Demme und Kaiser taten sich hervor. Und der alles überragende Poulsen. Aber zwingend wurde es dann nicht. In der Halbzeitpause wurde das Spielfeld beräumt, aber die Schneeschlacht ging unvermittelt weiter. Trainer Rangnick brachte Nils Quaschner für Rani Khedira und machte das Mittelfeld schmaler. Damit baute RB Leipzig den Druck weiter auf.

Im allgemeinen Verkehrschaos im Mittelfeld waren nicht wirklich konzentrierte Aktionen sichtbar. Das Spiel wurde über den Kampf bestimmt. So ging es hin und her. Bis Poulsen Richtung Strafraum flankte, Quaschner durchließ und der sehr agile Kaiser ausglich. In dieser Phase wollte man das Spiel drehen. Der unbedingte Wille war durch die Flockenpracht deutlich zu erkennen. Aber auch Freiburg wollte mehr. Und so schenkte man sich weiterhin nichts.

Wo Rangnick mit Quaschner den Angriff zu Wiederanpfiff verstärkte, gab auch Streich seinem Angriff einen mit. Und nach knapp 70 Minuten riss Streich sein Mittelfeld komplett auseinander, als er für den starken Frantz Nils Petersen brachte. Und eine Minute später erhöhte Freiburg auf 2:1, als Willi Orban an seinem gebrauchten Tag misslungen abwehrte und eben jener Petersen für Grifo vorbereitete. Für Peter Gulásci gab es nichts zu halten.

Rangnick erhöhte aber dennoch den Druck und brachte kurz darauf den Edelreservisten Davie Selke. Allerdings zeigte dieser den Grund, warum der teure Spieler derzeit die Bank drückt. Der wund gelaufene und sichtlich platte Diego Demme wurde dann kurz vor Schluss von Rückkehrer Stefan Ilsanker abgelöst. Aber richtig zwingend wurde es bis zum erlösenden Schlusspfiff nicht mehr. Das jedoch galt dann auch für beide Teams.

Am Ende kann man sagen, dass es trotz der widrigen Verhältnisse ein sehenswertes, spannendes Spiel war. Ein kleines Chancenplus war für den SC Freiburg zu erkennen. Und trotz einer kleinen Schluss-Offensive mit Kaiser, Sabitzer, Poulsen und sogar Gulásci blieb es auch Dank des Keepers Schwolow beim 2:1. Und am Ende können wir festhalten, dass durch die etwas zwingenderen Chancen der Sieg für den SC Freiburg in Ordnung geht. Aber es war ein wirkliches Spitzenspiel. Und wir können alle mit Fug und Recht behaupten, dass diese beiden Teams zurecht ganz oben in der Tabelle stehen.

Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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