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RB Leipzig Fans in der Red Bull Arena RB Leipzig Fans in der Red Bull Arena

RB Leipzig Kader – Aus der Mitte springt ein Team

Umbruch – das ist das Schlagwort dieser Tage, wenn es um RB Leipzig und dessen Kader geht. Der jetzt muss konsequent durchgezogen werden. War das Alles in der quasi abgelaufenen Saison eher nur halbherzig, muss es für die kommende Saison mit Nachdruck passieren. Natürlich stimmen die Zahlen, die da diverse Sportmedien kolportieren. Aber sie stimmen auch wieder nicht, denn es ist eigentlich gar nicht so schlimm. Aber am Ende muss bei RB Leipzig tatsächlich der Rasenmäher angesetzt werden, will man das einzig auszugebende Saisonziel – Aufstieg in die erste Bundesliga – mit Nachdruck erreichen.

RB Leipzig macht ja immer wieder Schlagzeilen, wenn es um spektakuläre Verpflichtungen geht. So hat man die Spieler Massimo Bruno und Marcel Sabitzer verpflichtet und sie gleich an Red Bull Salzburg weitergegeben. Man hat im Winter einfach mal mit Emil Forsberg und Omer Damari und Yordi Reyna gewaltig zugeschlagen. Und mit Ablauf der Bundesliga stößt ein gewisser Davie Selke zum Leipziger Prestige-Club. Und nun titeln die Nachrichten damit herum, dass RB Leipzig 16 Spieler loswerden will und wohl – gefühlt – die halbe Mannschaft rausschmeißt. So fühlt sich jedenfalls die eine oder andere Nachricht rund um dieses Thema an. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Folgendes wird nämlich passieren:

Ausgeliehene Spieler

  • Matthias Morys geht sicherlich zur SG Sonnenhof Großaspach
  • Denis Thomalla wird wohl bei der SV Ried bleiben
  • André Luge fühlt sich beim FSV Zwickau sehr wohl
  • Clemens Fandrich wird im Falle des Klassenerhalts beim FC Erzgebirge Aue bleiben
  • Mikko Sumusalo wird wohl im Falle des Klassenerhalts beim FC Hansa Rostock bleiben
  • Smail Prevljak wird wohl beim FC Red Bull Salzburg / FC Liefering bleiben
  • Fabian Bredlow mit hoher Sicherheit auch

Fragezeichen darf man allerdings an Federico Palacios Martinez heften. 2014 aus Wolfsburg gekommen und als eins der größten Talente in den Himmel gehoben, konnte er sich weder in seinem Stammverein RB Leipzig noch bei seinem Leihverein FC Rot-Weiß Erfurt nennenswert in Szene setzen. In der gesamten Zeit seit Januar 2014 kam er lediglich zu 11 Einsätzen. Man wird ihn nicht aufgeben, aber man muss sich mit ihm etwas einfallen lassen.

Ob die angeblichen Königstransfers Marcel Sabitzer und Massimo Bruno in der kommenden Saison in Leipzig eine Rolle spielen, darf mindestens in Frage gestellt werden. In den folgenden Abschnitten habe ich noch ein paar weitere Gedankenspiele zum Kader, und da könnten die beiden durchaus eine Rolle spielen.

Sprung nicht geschafft

In der Winterpause fand das Leihgeschäft Yordy Reyna zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig statt. Der kleine, quirlige Stürmer aus Peru zeigte vorher beim SV Grödig ordentliche Leistungen und wurde daher interessant für Leipzig. Aber ebenso wie der vom AC Florenz ausgeliehene kroatische Stürmer Ante Rebic hat sich Reyna nicht durchsetzen können. Und so wird sich wohl die Liaison mit den beiden wieder erledigen.

Da man im Sturm zwar überbesetzt aber nicht eben glücklich ist, wird sich vielleicht hier noch mehr tun als „nur“ die Verstärkung des an sich guten Sturms Terrence Boyd, Yussuf Poulsen und Omer Damari mit dem Bremer Wunder-Talent Davie Selke. Wer weiß, vielleicht rückt ja hier noch jemand als Perspektiv-Spieler von der Jugend nach. Oder eben jener oben genannte Marcel Sabitzer.

Ohne Chance, den Umbruch zu überleben

Niklas Hoheneder, der 2012 vom Karlsruher SC in der zweiten Bundesliga zu RB Leipzig in die Regionalliga wechselte, wurde nach und nach aus der Innenverteidigung gedrängt. Da steht ja die Mauer rund um Tim Sebastian. Lukas Klostermann hat sich zudem prächtig entwickelt. Und Marvin Compper wird den Erwartungen nun auch gerecht. Niklas Hoheneder ist damit überzählig. Zumal wenn man Rodnei noch dazu zählt.

Sebastian Heidinger, der gar schon 2011 von Arminia Bielefeld kam, wurde im defensiven Mittelfeld nicht zuletzt von Rani Khedira, Diego Demme oder dem scheidenden Joshua Kimmich verdrängt. Wie Hoheneder ist der Bayer Heidinger schlichtweg überzählig. Vor allem auch, weil man als Perspektivspieler John-Patrick Strauß aus der U19 an die Profis heranführt.

Henrik Ernst, der ewige Zeiten an einem schweren Kreuzband-Riss laborierte, soll wohl das Korsett der zweiten Mannschaft werden. Ebenso wie der 2010 nach Leipzig zurückgekehrte Fabian Franke. Aber es ist nicht davon auszugehen, dass die beiden in der Profi-Mannschaft bleiben werden.

Emotional schwere Kost ist der bevorstehende Abgang von Kapitän Daniel Frahn. Es wurde zu viel schon darüber erzählt, wie der Verein mit der zentralen Einheit der Profis umgegangen ist. Aber am wahrscheinlichsten ist immernoch die These, dass er für das Spielsystem von RB Leipzig in der zweiten Bundesliga nicht mehr geeignet genug war. Aber er wird trotzdem seine Arbeit haben, Cottbus und Dresden und andere Drittliga-Clubs umschwärmen den Brandenburger.

Und sonst noch?

Joshua Kimmich geht von Bord. Ein eigenartiges Konstrukt zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig ermöglichte den Verkauf des „Bastian Schweinsteiger in jung“ an die Bayern. Und somit rutscht er dem RB Leipzig aus den Händen. Diese Lücke gilt es zu schließen. Am ehesten noch, wenn Rani Khedira auf weiter gutem Niveau spielt. Andernfalls muss sich wohl Stefan Hierländer endlich beweisen.

Überhaupt ist auch bei Hierländer ein Fragezeichen dran, da er sich nie wirklich in Szene gesetzt hatte, wenn er mal die Chance dazu erhielt. Es ist fraglich, ob RB Leipzig hier einfach mal Schluss machen will oder den Österreicher konsequenter fördern will.

Jedenfalls haben wir damit etliche Namen, die auf der Streichliste stehen. Aber nur der kleinste Teil wird wirklich vor die Tür gesetzt. Will man sich weiterentwickeln, darf man eben nicht aus Sentimentalität auf Spieler, die sich in der NOFV-Oberliga oder in der Regionalliga verdient gemacht haben aber nun nicht mehr an die Leistung anknüpfen können, setzen. Das ist bei jedem anderen Verein im deutschen Profi-Fußball auch so, nur wird bei RB Leipzig ein Fass aufgemacht.

Aus der Mitte springt ein Team

Das große Problem an der Zweitliga-Saison war nicht die Qualität der Spieler. Ganz und gar nicht. Aber es fand sich nicht oft genug ein Team auf dem Platz zusammen. Es gibt ausschweifende Debatten im Internet, wieso das so gekommen ist. Aber meine Theorie ist eben, dass man a) Spieler seit Vereinsbeginn vor 6 Jahren und b) teuer eingekaufte Spieler mit entsprechenden Gehaltsvorstellungen unter eine Haube zaubern musste und dafür c) zu wenig Zeit zur Verfügung gestellt wurde. Das muss sich definitiv in der kommenden Saison ändern. Deshalb muss es in jedem Fall eine Basis geben, an der sich das dann auflaufende Team orientiert.

Die Basis muss nicht ein Kapitänsamt auf x Schultern sein. Sondern die Mitte, aus der das Team dann entspringen kann. Mir fielen da ein:

  • Fabio Coltorti als fast immer sicher handelnder Torwart
  • Tim Sebastian als unbestrittener Chef der Abwehr, die zu den besten der zweiten Bundesliga zählt
  • Dominik Kaiser als zentrale Schaltstelle im Mittelfeld
  • Terrence Boyd als Brecher im Sturm

Und somit ergibt sich aus wahrscheinlichen Abgängen und fest im Sattel sitzenden Spielern das folgende Bild eines unfertigen RB Leipzig Kaders:

  • Sturm: Yussuf Poulsen, Terrence Boyd, Omer Damari, Davie Selke
  • Offensives Mittelfeld: Emil Forsberg, Dominik Kaiser, Zsolt Kalmar, Stefan Hierländer
  • Defensives Mittelfeld: Rani Khedira, Diego Demme, John-Patrick Strauß
  • Außenverteidigung: Anthony Jung, Georg Teigl
  • Innenverteidigung: Tim Sebastian, Marvin Compper, Lukas Klostermann
  • Tor: Fabio Coltorti, Benjamin Bellot

Wer soll denn so kommen?

Namen kursieren viele. So erzählt man sich immer wieder, dass Kevin Volland von der TSG 1899 Hoffenheim kommen soll, was natürlich Quatsch ist. Fakt ist, dass das Loch, dass der Kimmich-Abgang reißen wird, geschlossen werden muss. Und da ist einfach zu wenig los im defensiven Mittelfeld. Von daher wird als äußerst wahrscheinlich ein Wechsel von Stefan Ilsanker vom FC Red Bull Salzburg proklamiert.

Zudem werden die Außenverteidiger unter die Lupe genommen. Mit Anthony Jung und Georg Teigl hat man da zwar gute Leute. Aber das reicht einfach nicht. Hier muss dringend aufgebaut werden. Möglich, dass hier aus der U23 oder aus der U19 etwas nachrückt. Aber wahrscheinlicher ist hier, dass auf dem Transfermarkt zugeschlagen wird.

Im offensiven Mittelfeld und im Sturm ist man prominent aufgestellt, da man hier mit Forsberg, Kaiser, Poulsen, Boyd, Damari und Selke eine breite Offensiv-Abteilung hat. Wenn die Wackelkandidaten Zsolt Kalmar und Stefan Hierländer noch wegbrechen, könnte hier noch etwas passieren. Denkbar für mich ist das Heranführen von Tom Nattermann aus der U23 bzw. Joshua Endres oder Fridolin Wagner aus der U19. Aber das ist rein spekulativ, zumal hier auch Gerüchte über Abgänge kursieren.

Bliebe hier die Personalie Nis Quaschner, der Mittelstürmer, der bereits kommen sollte und es dann nicht durfte. Ob das Thema nochmal aufgegriffen wird, steht ein wenig in den Sternen. Wahlweise auch in den Dosen.

Im Tor könnte es hingegen spannend werden. Fabio Coltorti gilt ja hier als gesetzt. Seine Vertretung ist Benjamin Bellot, der seit den ersten Tagen des Vereins dabei ist. Ihnen könnte ein gleichwertiger Torhüter vor die Nase gesetzt werden. Der Rotebrauseblogger bringt hier den Ungarn Péter Gulácsi vom FC Red Bull Salzburg ins Spiel. Würde das passieren, sehe ich aber Bellot sich umsehen, da er dann zur Nummer 3 degradiert werden würde.

Und wer soll den Laden trainieren?

Absurdes: Vom lieben Gott über Lothar Matthäus, Thorsten Fink, Peter Neururer und Stefan Lewandowski ist praktisch alles dabei. Es scheint nur eines klar zu sein: Achim Beierlorzer wird nicht der Trainer der neuen Mannschaft sein, die zwar ausgesiebt, aber nicht neu erfunden wird. Am ehesten kann ich mir da vorstellen, dass im Falle eines Abstiegs vom FC Paderborn Andre Breitenreiter nach Leipzig kommt. Alles andere ist entweder Quatsch oder Schnee von gestern.

Mit anderen Worten: Das ist so ziemlich das bestbehütete Geheimnis von RB Leipzig. Ich sehe schon Ralf Rangnick den Felix Magath machen und Trainer und Sportdirektor in Personalunion ausüben. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das so die tolle Erfindung ist. Man kann sich nicht vorstellen, dass das bei den Bedingungen in Leipzig gut gehen kann. Aber da bin ich nicht tief genug drin.

Sicher ist eines: Wer auch immer der Laden trainieren soll, er muss mit Rangnick klarkommen und muss eine Mannschaft entlang des oben genannten Korsetts namens Mitte trainieren. Und wer auch immer der Trainer wird, der braucht eine gute Portion Galgenhumor und ein dickes Fell bei dem, was sich ihm bei den Gegnern zeigen wird. Und er muss das Spielsystem des aggressiven Gegenpressings verinnerlichen. Was aber vor allem wichtig ist: Er muss die Mannschaft einen und muss die Leitwölfe finden. Wer könnte denn sowas machen? Kennen Sie da jemanden?

Fazit

Es ist vieles im Fluss. Aber die Mühlen haben zu mahlen begonnen. Ralf Rangnick wird wohl wie ein Wilder seine Arbeit machen, wird aussortieren, wieder hinzufügen, passende Konstellationen suchen und vielleicht finden, den Transfermarkt sondieren und all das. Das wird jetzt eine hektische Zeit für ihn, da in nicht allzu ferner Zukunft das entscheidende Sommer-Trainingslager stattfinden wird. Und dort sollen die Weichen dann für die kommende Zweitliga-Saison gestellt werden.

Jedenfalls stimmt es so nicht, dass nun komplett die ganze Mannschaft rausgehauen wird. 16 Spieler bleiben mit Sicherheit. Und ein paar zusätzlich mit Fragezeichen. Um sie herum werden Zukäufe oder Leihen oder Perspektivspieler aus dem eigenen Nachwuchs zu sehen sein. Ich denke, hier hat der künftige Trainer entscheidendes zu leisten. Darum wird wohl kommende Woche der neue Trainer bekannt werden, wenn man in Leipzig gegen Fürth gespielt hat und vor einem großen Bahnhof den Capitano Daniel Frahn verabschiedet hat.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „RB Leipzig Kader – Aus der Mitte springt ein Team

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