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Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de

RB Leipzig – Kick and Rush und die brotlose Kunst

Gestern fand das letzte Saisonspiel im Profi-Fußball statt. RB Leipzig empfing TSV 1860 München zum Saison-Rückspiel. Vor 27000 Zuschauern. Es kam zu einem 1:1. Aber wie das zustande kam, ist einen Artikel wert. Denn es zeichnet sich ab, dass das System irgendwie in die falsche Richtung geht.

Es herrscht derzeit viel brotlose Kunst im System Zorniger. Da wird der Ball vor dem eigenen Strafraum eingesammelt und dann nach vorn gespielt. Zum überwiegenden Teil wird der Ball unsinnig nach vorn gedroschen. Und man hofft, dass irgendein Mitspieler in der Offensive den Ball erhascht. Das nennt man Kick and Rush. Es ist langweilig, nicht sonderlich gut anzusehen, riskant und all das.

Man erreicht so gar nichts. Und das bei dem starken Mittelfeld. Wo sind denn Khedira, Demme und Co. abgeblieben? Ja, sie sind auf dem Spielfeld. Aber sie werden konsequent überspielt. Wieso lässt Alexander Zorniger so etwas spielen? Attraktiv ist anders. Erfolgreich ist auch anders. Will man den Erfolg erzwingen? Das klappt doch eh nicht auf diese Art und Weise.

Die beste Zeit hatte der RB Leipzig gestern Abend, als man konsequent kombinierte. Plötzlich ergaben sich Chancen. Wie sonst ist wohl Youssuf Poulsen zu seinem Tor gekommen? Davor war kein wüstes Nach-vor-dreschen, sondern schöne, schnelle Kombinationen. Auch später hatte man stellenweise einen Halligalli-Ansatz und stieß immer wieder durch die Münchner Abwehr. Das sah dann regelrecht auch nach Fußball aus. Aber es überwiegten nun einmal die Nach-vorn-dresch-Aktionen. Und das kann es irgendwie nicht sein.

Kick and Rush kam von Großbritannien aus nach Festland-Europa und gilt als veraltet und durchschaubar. Ich kann mich erinnern, dass Dänemark mal eine Hallen-Fußball-Meisterschaft oder so etwas damit gewonnen hatte. Aber das Ding ist doch durch. Schnellen Erfolg erreicht niemand mehr damit.

Und dann braucht es nur noch Fehler in der Abwehr, und über kurz oder lang ist man dann nicht mehr die erfolgreiche Halligalli-Truppe, die im Sommer die zweite Bundesliga gestürmt hat. Es ist nicht viel Glanz geblieben. Das muss sich ändern, will man nicht im Nirgendwo der zweiten Bundesliga stranden. Denn das Spiel des RB Leipzig ist einfach zu leicht ausrechenbar. Da gibt es keine zündende Idee. Aber wenn, dann ist die gegnerische Mannschaft flugs überfordert.

Jetzt ist Winterpause. Und Alexander Zorniger sollte sich dringend ein zündendes Spielsystem überlegen. Sonst verliert der RB Leipzig in Leipzig ganz schnell den Rückhalt. Dann sind sie wieder Aliens, Assassine, Fremdlinge. Die Fans wollen attraktiven Kombinationsfußball sehen, wie ihn die Mannschaft lange Zeit gespielt hat. Wo ist er hin? Geblieben ist überwiegend brotlose Kunst und sinnloses Nach-vorn-dreschen. Das will keiner sehen. Zumindest habe ich das so in den Kommentaren mitbekommen.

Also, wie sieht der Plan von Alexander Zorniger und Ralf Rangnick aus? Schnellen Erfolg kann man nicht erzwingen. Weder mit Geld noch mit Kick and Rush. Womit dann? Mit Spielwitz und Kombinationsfußball. Etwas anderes wird nicht zum Erfolg führen. Oder zeigen der FC Ingolstadt 04, Fortuna Düsseldorf oder SV Darmstadt 98 etwas anderes?

Bildquelle: Choreo der Fans von RB Leipzig – (C) RB-Fans.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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