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Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de Eine Dose Red Bull - (C) sterntaler62 / pixelio.de

RB Leipzig mit neuen Chancen sehen?

Ach, und schon geht es los, das nette Spiel der Häme gegen den Katzenjammer. Aber was ist denn eigentlich passiert, außer dass Glück fehlt? RB Leipzig fehlt momentan die große Durchschlagskraft, die man so geliebt hat, seit Alexander Zorniger der Trainer des Clubs ist. Nun kommt auch noch Pech dazu, aber das Leben geht prinzipiell erstmal weiter. Es ist ja nicht so, dass die Rotweißen gegen den Abstieg spielen oder bereits abgestiegen wären. Es ist einfach so, dass die Unzulänglichkeiten derzeit überwiegen.

Nein, sie spielen nicht wirklich schlecht, die Spieler rund um Daniel Frahn und Dominik Kaiser. Es sind meistens nur irgendwie einige Momente, die dann dazu führen, dass sie nicht gewinnen oder gar verlieren. Wie gegen Ingolstadt. Es gab einige Momente, in denen die „Dosentruppe“, wie sie nach wie vor genannt wird, gut aussah. Aber dann fehlte wieder die Präzision, der Kombinationsfußball, die kurzen, schnellen Spielzüge. Einfach das Halligalli-Theater, was die Zorniger-Elf immer wieder aufgeführt hatte. Stattdessen glänzen sie seit einigen Spielen durch augenscheinlich planloses Nach-vorn-Schlagen des Spielgeräts. Und jeder Beobachter weiß, dass so etwas nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Damit hatte Dänemark mal in den 90ern großen Erfolg, aber das spielt man doch heutzutage nicht mehr.

Tja, und dann kommen immer wieder Verletzte dazu. Youssuf Poulsen ist nicht wirklich fit, der seit einiger Zeit an einer Verletzung laboriert. Daniel Frahn ist seit – ich weiß nicht genau – Wochen oder Monaten nahezu komplett abgemeldet. Und Terrence Boyd riss sich das Kreuzband und wird wohl auch einige Zeit fehlen. Dazu wird Mittelfeld-Künstler Dominik Kaiser im Mittelfeld gut zugedeckt. Wer soll es denn dann also richten, dass der ambitionierte RB Leipzig nicht im Mittelmaß versackt, eine Situation, die man in Leipzig nicht gern haben möchte?

Die Ersatzspieler wären eine gute Alternative. Nun muss Alexander Zorniger auf seinen B-Angriff setzen und Matthias Morys, Ante Rebic und Federico Palacios Martinez ins Geschehen setzen. Dazu könnte dem Spiel vielleicht auch ein Diego Demme ganz gut tun. Man darf auch nicht vergessen, dass auch andere heiß auf Taten sind, wie der wieder genesene Georg Teigl, der immer für eine Überraschung gut ist. Aber klar ist eben auch, dass sich Alexander Zorniger etwas in Sachen Spielsystem einfallen lassen muss.

Und trotzdem bleibe ich dabei, dass die Saison 2014 / 2015 für den RB Leipzig eine Saison der Konsolidierung ist. Das habe ich des öfteren (hier oder hier oder hier) aufgeschrieben. Man mag das falsch finden. Aber man spielt nach wie vor zu großen Teilen mit der erfolgreichen Drittliga-Mannschaft. Im Team konnte sich eigentlich bislang nur Rani Khedira etablieren. Die namhaften Neuzugänge Marvin Compper und Terrence Boyd sind eher nur Randerscheinungen, und Ante Rebic findet praktisch gar nicht statt. Und man hat es grandios vergeigt, die erfolgreichen Nachwuchskicker konsequenter an die erste Mannschaft heranzuführen. Das muss sich alles irgendwie ändern, sodass man besser auf Gegebenheiten wie den kompletten Ausfall des A-Sturms (Poulsen, Frahn und Boyd) reagieren kann.

Wenn man sich zu Ende konsolidiert hat, was praktischerweise zum Ende der Winterpause der Fall sein sollte, sollte man angreifen, um das hoch gesteckte Ziel zu erreichen. Denn es gibt so viele, die einen weiteren Durchmarsch herbei zelebrieren. Vielleicht ist ja dieser Druck auch ein Stückchen Schuld an den mangelnden Erfolgen? Man kann sich nach wie vor bis an die Spitzengruppe heran arbeiten. Aber Zorniger, Bódog, Bräutigam, Rangnick und Co. müssen eben jenen Druck von der Mannschaft nehmen. Man wird zwar nicht gegen den Abstieg spielen. Aber man wird im uninteressanten Niemandsland des Mittelfeldes versanden. Und das wäre der größte anzunehmende Unfall in Sachen Attraktivität.

Das Thema „Konsolidierung“ kann man gern als Ausrede hinstellen. Ich denke, Ralf Rangnick wird sehr wohl gewusst haben, wie heftig der Sprung von Dritter Liga in die Zweite Bundesliga sein würde. Dass man das Team und das Umfeld weiterentwickeln muss, sollte klar sein. Deshalb stellten sich manche Verlautbarungen vor der Saison als diffus dar. Es mag richtig sein, dass man fernab von Kameras und Gedöns fieberhaft daran arbeitet, den Anschluss an die Spitze nicht vollends zu verlieren. Das findet ja auch der RBLObserver. Aber wundern würde mich ein neuerlicher Durchmarsch schon.

Da bleibe ich bei meiner Meinung. In meinen Augen wäre das ein wenig ungesund für die gesamte Entwicklung. Wir sind ja hier in Leipzig und nicht in Wals-Siezenheim. Und Red Bull kann den Erfolg nun einmal auch nicht erkaufen. Und die Fans können den Aufstieg auch nicht erzwingen. Fußball ist eine große Show. Aber Muffensausen, Verletzungen und Pech sind dann eben ziemlich real zu einem Zeitpunkt, an dem man sie nicht brauchen kann.

Bildquelle: Eine Dose Red Bull – (C) sterntaler62  / pixelio.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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