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RB Leipzig nur der Spiegel des Profi-Fußballs

Ich bin ja der Meinung, man soll den RB Leipzig mal machen lassen. Einerseits müssen die Spieler niemandem etwas beweisen, die können halt einfach richtig guten und höchst attraktiven Fußball abliefern. Andererseits hat der Verein einen überaus guten Trainer, der von irgendwo im nirgendwo in Baden-Württemberg kam. Und allesamt zeigen die den angeblich alt eingesessenen Vereinen, dass die ganzen Organisationen den gemeinen Zuschauer blenden.

Ich muss einfach mal ein paar Worte darauf eingehen, was Trainer Alexander Zorniger in einem Interview dem Sender Sport 1 gegenüber zum Besten gegeben hat. Als Fazit vor dem eigentlichen Kommentar: Der Mann hat einfach Recht. Völlig egal, ob man RB Leipzig etwas abgewinnen kann oder nicht, man muss ihm einfach zustimmen.

Heute Abend wird die Partie RB Leipzig gegen den 1. FC Heidenheim in der Red Bull Arena Leipzig angepfiffen. Das erste Montagabend-Flutlicht-Heimspiel in der jüngeren Geschichte der Messestadt Leipzig und in der Geschichte des Vereins. Im Vorfeld regen sich die Gemüter natürlich wieder über den Untergang des Abendlandes auf, weil eben so ein Verein wie RB Leipzig überhaupt existiert. Dabei hat der Verein ausgerechnet vom übergroßen FC Bayern München jüngst Zustimmung eingefahren.

Also: Heute Abend steigt also das Spiel zwischen – wie las ich neulich – „Red Bull Leipzig“ und „Hartmann Heidenheim“. Und da muss man natürlich durch die Gazetten schauen. Und da lese ich folgendes bei Sport 1: Es soll noch nie einen Verein im deutschen Profi-Fußball gegeben haben, der mehr polarisiert hat, als der RB Leipzig. Sei’s drum, sie machen gute Arbeit, und das ist die Hauptsache.

Trainer Zorniger ist es wichtig, dass seine Philosophie gespielt wird, unabhängig vom Tabellenplatz. Viele, die auf den Verein – und das ist der RB Leipzig nun einmal – eindreschen, wissen rein gar nichts, was in Leipzig so abgeht. Die beschäftigen sich nicht mit einer objektiven Bewertung, sondern mit allem anderen. Der Trainer, der 2 Jahre lang „Sonnenhof Großaspach“ (ein Verein, der aus einer Laune heraus gegründet wurde) trainiert hatte, ist in meinen Augen sehr kompetent und höchst anspruchsvoll.

In dem Interview mit Sport 1 (hier nachlesbar) wischte er alle Argumente gegen den Verein beiseite. Und es ist auch so, dass dem Verein nicht die Goldbarren aus dem Allerwertesten scheinen. Der Verein hält dem ganzen Profi-Fußball – ja, dem Fußball-Zirkus – einen Spiegel vor. Die zentralen Worte hierzu von Zorniger sind diese:

In den ersten drei Ligen im Fußball geht es um nichts anderes, als um Gewinne zu generieren. Wenn das ein Traditionsverein macht, dann wird das mit der Tradition akzeptiert, bei uns aber nicht.

Und er nimmt auch der ganzen Durchmarsch-Kritik den Wind aus den Segeln. Sein vornehmliches Ziel ist nicht der Aufstieg, sondern der gute Fußball. Den hat er erreicht. Das Ziel ist naturgemäß immer die höchste Spielklasse – bei jedem Verein. Da bildet der RB Leipzig keine Ausnahme. Und in Leipzig ist man da nicht ungeduldig und wird jetzt nicht mit der Brechstange voran marschieren.

Insofern: Ich kann die ganzen Mäkler nach wie vor nicht verstehen. Die haben überhört, dass so viele Vereine einfach neidisch sind, wie es in Leipzig funktioniert. Ob Fortuna Düsseldorf ohne das Engagement der Toten Hosen noch existieren würde, ob es Bayern München ohne tatkräftige Unterstützung eines Bauunternehmers so weit gebracht hätte, das weiß niemand. Aber im Profi-Fußball geht nichts ohne Geld. Das Problem ist: RB Leipzig geht offensiv damit um, andere nicht.

Und nebenbei bemerkt: Würde Tradition zählen, dann würde man bei RB Leipzig in Bezug auf den Fußball in Leipzig sagen können: 5 Jahre solide Arbeit ohne Existenzangst. Und das nicht mit endlos Geld aus Österreich, sondern mit einem Etat. Auch RB Leipzig muss planen. Wer etwas anderes behauptet, hat den Sinn eines Profi-Clubs nicht verstanden.

Und nun freut sich Leipzig auf das sagenhafte Spektakel 4. gegen 6. der 2. Bundesliga mit Helene Fischer nebenan. Warten wir mal ab, wer gewinnt.

Bildquelle: Vereinslogo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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