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Gefüllter Fanblock in der Red Bull Arena - Henning Uhle Gefüllter Fanblock in der Red Bull Arena - Henning Uhle

RB Leipzig – Red Bull Arena soll stark erweitert werden?

Wer zu einem Heimspiel von RB Leipzig pilgert, fährt nicht raus in die Pampa, sondern quetscht sich ins Waldstraßenviertel der Großstadt. Es gibt wenige Stadien, die mir bewusst sind, die zentraler liegen als die Red Bull Arena. Deshalb heißt es ja auch immernoch Zentralstadion, nur eben mit den an Red Bull verkauften Namensrechten. Und das soll vergrößert werden. Nun bin ich mal gespannt, wie das werden soll. Und was da an Problemen lauern können.

1948 wurde ein Stadtbebauungsplan für Leipzig festgelegt, der vorsah, dass die Trümmer des Zweiten Weltkriegs zum Aufbau eines Sportforums eingesetzt werden soll. 1952 kam ein Schwimmstadion, und nach und nach wuchs das Zentralstadion an der Stelle, die in den Zeiten des Nationalsozialismus Adolf-Hitler-Feld bzw. Adolf-Hitler-Stadion heißen sollte. 1956 wurde dann das weltberühmte „Stadion der Hunderttausend“, das „Zentralstadion zu Leipzig“ eingeweiht.

Das Stadion war größer als Camp Nou in Barcelona. Und es war bisweilen ausverkauft. Der Zuschauerrekord für deutsche Ligaspiele wurde hier ebenfalls im Jahr 1956 aufgestellt, als die Stadtrivalen SC Rotation Leipzig und SC Lokomotive Leipzig aufeinander trafen, was 1:2 für letztere ausging. Der SC Lokomotive Leipzig ist aber dabei keineswegs der heute bekannte Verein 1. FC Lokomotive Leipzig, sondern über den FC Sachsen Leipzig die heutige BSG Chemie Leipzig.

Für Länderspiele, Sportfeste und Staatsaktivitäten wurde das Stadion bis zur Wende genutzt. Nach der Wende nutzten es abwechselnd der FC Sachsen Leipzig und der VfB Leipzig. Aber es war trostlos, da nur ein paar tausend Zuschauer dahin gingen. Eigentümer war schon zu der Zeit der Kinowelt-Gründer Michael Kölmel, der auch seit fast 25 Jahren den Fußball in Leipzig irgendwie unterstützt hatte.

Kölmel wollte eine moderne Fußball-Arena aus dem Zentralstadion machen. Nicht mal das Maracana in Rio de Janeiro ist noch so groß wie früher, also was soll man mit so einer riesigen Schüssel. Und es wurde quasi in die Riesenschüssel die heutige Arena reingebaut. Auch Zentralstadion genannt. Betrieben wird das Ganze von der ZSL Betreibergesellschaft (ZSL = Zentralstadion Leipzig). Michael Kölmel besitzt es nach wie vor. Es war Schauplatz während der WM 2006. Aber die Traditionsvereine wollte Kölmel Gerüchten zufolge dort nicht drin haben, weshalb das Stadion dann wieder leer stand.

Bis es zu einer Neugründung eines Vereins kam. RB Leipzig wurde in Markranstädt gegründet und spielte das erste Jahr vor den westlichen Toren Leipzigs. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga wechselte man in das Zentralstadion, und Red Bull erwarb die Namensrechte, sodass das Stadion nun Red Bull Arena heißt. Der Neubau hatte 44000 Plätze, was durch einen Umbau dieses Jahr auf knapp 43000 Plätze reduziert wurde.

Das Chaos westlich der Innenstadt bleibt. RB Leipzig legt regelmäßig bei jedem Heimspiel halb Leipzig lahm. Das liegt an einer recht prekären Situation in punkto Verkehr rund ums Stadion. Und jetzt kommt ein Wiener Architekt daher und will in der nächsten Sommerpause das Stadion auf 57000 Plätze erweitern. Und das ohne viel Tamtam. Die markante Dachkonstruktion, die über den ganzen Auewald zu sehen ist, soll unverändert bleiben. Das wäre ein Kunststück. Und das muss man erstmal schaffen. So wie der eingemietete Verein RB Leipzig auch erstmal dauerhaft ein ausverkauftes Haus schaffen muss.

Keine Frage, der Zuschauerschnitt ist schon sehr hoch in Leipzig. Aber eben nicht oft ausverkauft, dass sich ein derart großer Umbau lohnen würde. Vor allem, wenn der avisierte Aufstieg wieder nicht klappen sollte. Aber wenn er klappt, dann kommen ja aller Voraussicht nach die Spitzenclubs aus München, Dortmund, Wolfsburg, und – falls er bis dahin noch dort sein sollte – es würde ein Wiedersehen mit Alexander Zorniger beim VfB Stuttgart geben. Alles Argumente für ein größeres Stadion.

Aber dann muss ich ehrlich sein, dass das jetzt schon vorhandene Verkehrschaos westlich der Innenstadt dann noch viel größer und noch weniger beherrschbar sein wird. Und da glaube ich, dass dann vielleicht sogar ein neues Stadion gebaut wird. Und das muss dann raus in die Pampa. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Man ist ja das Auf und Ab über den alten Damm und treppauf, treppab im Stadion gewöhnt, das hält jung und hat Charme. Aber mir wird Bange, wenn ich auf den Verkehr sehe, der da zum Kollaps kommen könnte. Oder gibt es einen Plan dafür, den ich nicht mitbekommen habe? Jedenfalls gibt es schon mal Grafiken, wie das Stadion nach dem Umbau aussehen könnte. Da ist jetzt die spannende Frage, wie realistisch so etwas ist. Was also meinen Sie?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

3 Gedanken zu „RB Leipzig – Red Bull Arena soll stark erweitert werden?

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