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RB Leipzig: Sponsoren-Diversifizierung

Na, jetzt bin ich mal auf die Reaktion der Kritiker von RB Leipzig gespannt, die immer wieder damit um die Ecke kommen, dass der RB Leipzig das Aushängeschild für die Red Bull GmbH ist, dass Red Bull gar diesen Verein besitzt. Sie kennen ja alle diese Ausdünstungen. Aber irgendwie ist das Geschichte. Denn es gibt neue Sponsoren bei Deutschlands Lieblingsfeindbild. Das wird die Anhänger der traditionellen Vereine ärgern. Es hat aber auch etwas gutes. Und das muss ich mal erklären.

Jetzt passen mal alle ganz genau auf. Die Premium-Sponsoren, die RB-Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff da angebracht hat, sind Nike (für das „Turnzeug“), Hugo Boss (für den „feinen Zwirn“), sowie Porsche und Volkswagen. Ach ja, Sportwettenanbieter Tipico ist auch dabei. So erzählt es uns die Leipziger Volkszeitung.

Nike wird 10 Jahre lang Ausrüster des Clubs sein. Das ist eine stolze Vertragslaufzeit und zeugt von der Kontinuität, die da seit einiger Zeit bei den Leipzigern Einzug gehalten hat. Der Volkswagen-Konzern hat da nicht so einen langen Atem. 3 Jahre lang wird es Bandenwerbung und Logenplätze für VW selbst geben. Und ebenso lang wird die VW-Tochter Porsche den Jugendsektor bei RB Leipzig fördern.

Und jetzt höre ich schon die Nörgler aus dem Umfeld des 1. FC Lokomotive Leipzig, der BSG Chemie Leipzig und der SG Sachsen Leipzig: Warum sind die nicht als Sponsoren bei ihren Vereinen eingestiegen? Nun ja, dabei kann es sich eigentlich von den genannten Firmen her nur um Porsche handeln. Ehrlich, Porsche ist eine Weltmarke. Denen hätte das schlecht zu Gesicht gestanden, sich bei den Vereinen zu engagieren. Tradition (die es nicht wirklich gibt) hin oder her. Porsche hat da schlicht einen Ruf zu verlieren. Sicher, so wie das jetzt bei Lok läuft, ist das schon in Ordnung. Aber wie lang musste man sich denn aus dem Sumpf befreien? Und wie nachhaltig ist das?

Und dann gibt es ja noch die Leute, die da behaupten, dass die Vereine keinen derartigen Sponsor gefunden hatten, der sie adäquat unterstützen wollte. Das soll auch nicht stimmen. Ich habe selbst mitbekommen, dass Firmen wie Siemens bei Lok angeklopft hatten. Und ich weiß, dass die Vereine derart schlecht mit Geld umgehen konnten, dass Sponsorengelder, die es durchaus gab, eigentlich nur verbrannt wurden.

Man hat jahrelang auf irgendeine Änderung gewartet. Und dann kam ein österreichischer Haufen daher und hatte es einfach gemacht. Und so, wie das bei RB Leipzig läuft, zieht das natürlich auch Sponsoren an. Und das hat durchaus eine sehr gute Seite.

Um es klarzustellen: Es ist niemand beim RB Leipzig eingestiegen. Es wird mehr Sponsoren geben. Das hätte in meinen Augen den Charme, dass Red Bull nicht mehr hauptsächlicher Großsponsor sein muss. Und das würde dafür sprechen, dass man perspektivisch dann eben vielleicht noch Hauptsponsor sein wird, sich aber sonst aus dem Verein heraushalten wird, wie – sagen wir mal – die Mercedes-Benz-Bank beim VfB Stuttgart. Nicht heute, nicht morgen. Aber in ein paar Jahren schon.

Man hatte ja bei RB Leipzig kritisiert, dass Red Bull einen übermächtig großen Einfluss haben würde. Das Argument zieht aber immer weniger. Der Vorstand wurde aussortiert, die Sponsoren-Front wird breiter. Und wer weiß, wie das weitergeht. Ich bin positiver Stimmung, dass sich das Antlitz des Vereins (nein, nach wie vor weder Tochter noch Ableger noch Besitz von Red Bull) immer weiter normalisieren wird. Und das kann ja nichts schlechtes sein. Und wenn es nur die Sponsoren-Diversifizierung ist.

Bildquelle: Vereinslogo von RB Leipzig – (C) RB Leipzig e.V.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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