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Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de Choreo der Fans von RB Leipzig - (C) RB-Fans.de

RB Leipzig und der Zorniger-Neururer-Showdown

Ja, man mag es kaum glauben. Die Medien haben seit Tagen darüber palavert, dass die Trainer Alexander Zorniger (RB Leipzig) und Peter Neururer (VfL Bochum) zu einem „Hassgipfel“ laden würden. Es würden die Fetzen fliegen. Es würde sonstwas passieren. Sie kennen sicherlich die charakteristischen Bilder mit zwei Köpfen und einem Blitz dazwischen. Sport 1 machte dies gestern Abend bei „Hattrick“ zum absolut überlagernden Thema. Der Zorniger-Neururer-Showdown. Gestern fand er in Leipzig statt.

Meine Güte! Alle möglichen Medien – mal mehr, mal weniger kompetent – erzählten seit Tagen davon, wie bösartig doch Zorniger und Neururer die verbalen „Geschütze“ aufgefahren haben wollen. Und es machte ein Video die Runde, in dem die Trainer-Type Nummer 1 der 2. Bundesliga, Peter Neururer, RB Leipzig „zum Kotzen“ findet. Und in dem Video wurde auch Alexander Zorniger gezeigt, der Peter Neururer an seine Vergangenheit beim damals Mäzen-geförderten LR Ahlen erinnerte.

Und immer wieder Blitz und Donner. Es gab kein Medien-Organ, das nicht über den „Fight der Ideologien“ palaverte, mit mehr oder weniger vorhandenem Tiefgang. Man hätte glauben können, Pep Guardiola und Jürgen Klopp würden aufeinander treffen. Oder noch besser: Mike Tyson gegen Evander Holyfield. Sie kennen das ja. Und dann traten sie sich gegenüber. Und der gemutmaßte Faustkampf fand nicht statt. Man traf sich, unterhielt sich angeregt und tat der Medienmeute so gar nicht den Gefallen, Blitze abzuschießen.

Das Spiel an sich ist aufgrund der Zusammenfassung von Sport 1 schnell erzählt. Es standen sich zwei offensive Teams gegenüber. RB Leipzig wieder mit seiner Traum-Offensive Daniel Frahn, Youssuf Poulsen und Dominik Kaiser. Und die drei spielten den Pott-Club zeitweise schwindlig. So kam es eben dazu, dass es nach einer reichlichen halben Stunde schon 2:0 für die Leipziger stand. Das erste Tor war dabei ein Bochumer Eigentor. Wäre Unglücksrabe Holthaus nicht zur Stelle gewesen, Poulsen hätte sicherlich getroffen. Und nach einer reichlichen halben Stunde schoss sich Daniel Frahn den Frust der letzten Wochen als Bankdrücker von der Seele.

Da war sie wieder, die Halligalli-Mannschaft der zweiten Bundesliga. Aber auch der VfL legte zu. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in der zweiten Halbzeit. Ein Tor wollte nicht mehr fallen. Aber das war auch nicht schlimm. Beide Teams spielten auf Augenhöhe. Das ist insbesondere für den VfL Bochum beschämend, da man ja als überragend stark einsortiert wurde und gegen einen Aufsteiger spielte. Noch dazu bei den großen Tönen, die Neururer im Vorfeld spuckte.

Ach ja, die Trainer. Sie gaben sich nach Abpfiff die Hand. Neururer beglückwünschte Zorniger. Alles gut. In etwa wie Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach) und Jos Luhukay (Hertha BSC). Weder der VfL-Coach noch der RB-Coach lieferten der lechzenden Presse irgendeinen Schlagabtausch. Insofern war es schon ernüchternd für all die Sport-Boulevard-Leute, die fliegende Fäuste sehen wollten.

Sport 1 konnte es sich aber trotzdem nicht verkneifen, wieder einmal den Begriff „Projekt“ in die Berichterstattung einzuflechten, als man über den Club aus Leipzig berichtete. Es hätte nur noch Christian Nerlinger gefehlt, der von „Dieser, dieser Red Bulll Club aus diesem, diesem Leipzig“ erzählt. Aber so kennen wir den Bayern-München-Hofkanal aus Ismaning. Die Trainer jedenfalls waren erwartungsgemäß genügend Sportsmänner, als dass sie sich vor laufenden Kameras weiter in die Haare kriegen würden. Mir kommt es eh so vor, als wäre das „Wortgefecht“ eine einzige Show gewesen.

In der nachfolgenden Pressekonferenz gab es noch ein paar Worte der verrauchten Blitze. Und in Leipzig sangen die Fans „Guck mal, Peter, so wird das gemacht“ – Man muss ja auch erst einmal nach Leipzig kommen und hier gewinnen können. Das ist den Bochumern trotz der großspurigen Worte ihres Trainers nicht gelungen. Mehr gibt es dazu nicht zu  sagen.

Bildquelle: Choreo der Fans von RB Leipzig – (C) RB-Fans.de

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Ein Gedanke zu „RB Leipzig und der Zorniger-Neururer-Showdown

  1. „Siehst du, Peter, so wird das gemacht!“ wurde über mehrere Minuten gesungen. Und die Reaktion des Peter´s ließ nicht auf sich warten. Für mich sah es aus wie ein anerkennendes Winken. Aus der Nähe war es vielleicht ein Abwinken, kann ich nicht genau sagen, will ich auch nicht wissen. Jeder, der gestern im Stadion bei über 30.000 dabei war, wird gemerkt haben wie das „Projekt“ in der Region in und um Leipzig angenommen wird. Der Parkplatz war voll mit Autos aus MER, HAL, TDO, L-X oder L-Y, MTL, SLK usw. usw.

    Ich hatte einen Gast aus Mannheim dabei, der zum Schnuppern der Stadion-Athmosphäre eine Karte in Block B kaufte (da wo die Ultras stehen). Er hat begeistert Fotos gemacht, vom „Stadion im Stadion“, sich von der Atmosphäre anstecken lassen, und kurzerhand sämtliche Gesänge mitgesungen.

    Kurz vor Spielbeginn durfte einer der neuen Sponsoren zu Wort kommen. Der (ich glaube) stellvertretende Geschäftsführer von Porsche Leipzig grüßte seine Kollegen auf den Rängen.

    Kurz vor der Pause:
    „Wir sind Bullenschweine, wir zahlen keinen Eintritt und trinken Champagner statt Bier“
    Meine Karte kam 10 Euro, dazu 2 x 3 Euro für 0,5er Bierchen und 3,5 Euro für ne lecker Bratwurst.

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