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RB Leipzig und die Kader-Leuchttürme

Eine ewig lange Sommerpause nach einem Aufstieg. Da kann man gern mal die herausragenden Spieler von RB Leipzig mal nennen. Das mache ich jetzt einfach mal eben. Also es sind die Spieler, die ich ganz vorn dran sehe, was die Säulen im Spiel von RB Leipzig betrifft. Ich beanspruche damit allerdings nicht, dass nur ich Recht habe. Denn das muss keineswegs so sein. Also schauen wir mal.

Im Tor: Kampf der Typen

Im Tor tobt seit Saisonbeginn ein Zweikampf zweier Torhüter, die unterschiedlicher nicht sein können. Fabio Coltorti ist seit 4 Jahren ein stabiler Rückhalt der Mannschaft, der eine glänzende Präsenz im eigenen Strafraum hat und durch die ausgestrahlte Ruhe der Mannschaft Sicherheit gibt. Péter Gulácsi ist lange nicht so präsent, aber stark auf der Linie. Ein guter Ersatz, als Coltorti fast die gesamte Rückrunde verletzt war. Es ist schwer zu bestimmen, wen man denn besser findet. Da ich aber ein Freund davon bin, wenn eine Mannschaft nicht wie ein Hühnerhaufen wirkt, ist mein Leuchtturm Fabio Coltorti.

In der Abwehr: Viel Umbruch

Die Abwehr wurde ja umgebaut. Auf der einen Seite bekam Georg Teigl keine Chance mehr, da Lukas Klostermann bärenstark war, auf der anderen Seite erging es Anthony Jung mit Marcel Halstenberg nicht anders. In der Innenverteidigung erfand man sich mit dem Gespann aus Willi Orban und Marvin Compper neu. Stattdessen verließ Tim Sebastian den Club. Am Ende muss ich wirklich sagen, dass in meinen Augen der wertvollste Spieler in der Verteidigung der anfangs nicht unumstrittende Marvin Compper ist. Und da will ich gar nicht erst von Atınç Nukan anfangen. Ersparen Sie mir das bitte.

Im defensiven Mittelfeld: Wenig Gehalt

Man hat sich ja so viel von der Verpflichtung von Stefan Ilsanker versprochen. Aber ehrlich gesagt, finde ich ihn gar nicht so überragend. Rani Khedira war für mich eigentlich richtig schwach und hat viel zu wenige Akzente gesetzt. Über Idrissa Touré lässt sich noch zu wenig sagen. Und Stefan Hierländer war ja abgemeldet. Der einzige, der im defensiven Mittelfeld sowohl defensiv als auch offensiv meistens zuverlässig und gut war, ist in meinen Augen Diego Demme. Und das bei so einem Strategen, wie es Ralf Rangnick sowohl als Spieler als auch als Trainer eben war und ist. Ein bisschen wenig.

Im offensiven Mittelfeld: Das macht Spaß

Die wenigsten Probleme hat das Team im Angriff, vor allem im offensiven Mittelfeld. Dabei halte ich Massimo Bruno für einigermaßen überschätzt. Aber ob es der quirlige Emil Forsberg, der intelligente Kapitän Dominik Kaiser oder der willensstarke Marcel Sabitzer ist – die Qualität ist sehr hoch, und es macht gewaltigen Spaß, im Mittelfeld zuzuschauen. Den größten Sprung hat für mich aber der Spieler gemacht, der sich anfangs sogar abschätzig über den Verein geäußert hat, für den er inzwischen unverzichtbar geworden ist, nämlich Marcel Sabitzer.

Im Sturm: Dichtes Gedränge ohne Zwang

Warum der Sturm ausgebaut werden soll ist mir nicht klar. Die Prominenz heißt hier Yussuf Poulsen und Davie Selke. Wenn er doch wieder fit wird, führt auch kein Weg an Terrence Boyd vorbei. Und notfalls hat man ja auch noch Nils Quaschner, der bisher – warum auch immer – durchgerutscht ist und sich nicht richtig beweisen konnte. Und hintendran steht ja auch noch Agyemang Diawusie. Ich glaube, ich bin mir mit der Mehrheit der Beobachter und Fans einig darüber, dass der Leuchtturm im Angriff Yussuf Poulsen heißt, der sich durch Offensiv- und Defensiv-Qualitäten auszeichnet. Nur Tore schießen sie alle zu wenig.

Alles in allem

Rund um diese Leuchttürme muss die Mannschaft stabilisiert werden. Vor allem muss das defensive Mittelfeld stark verbessert werden. Um Diego Demme und Stefan Ilsanker. Denn der Spielaufbau erfolgt nun einmal über die Zentrale. Ich finde es daher gut, dass mit Idrissa Touré ein Nachwuchsspieler immer mal zu den Profis durchbricht. Aber was Rani Khedira gezeigt hat, ist in meinen Augen zu wenig. Zu wenig, wie auch die Stürmer mit ihren herausragenden Qualitäten einfach zu wenig Tore geschossen haben.

Das sind alles gute Fußballer, keine Frage. Willi Orban hat eingeschlagen wie eine Bombe und ergänzt sich glänzend mit Marvin Compper. Halstenberg und Klostermann wirbeln den gegnerischen Angriff und deren Defensive durcheinander. Diego Demme macht alles kaputt und baut das Spiel auf. Das offensive Mittelfeld gestaltet das Spiel schnell und überfällt den Gegner. Und die Stürmer machen auch ihr möglichstes. Alles wunderbar. Und das Alles klappt am besten mit Fabio Coltorti, der mit Ruhe die Übersicht behält.

Meine Bauchschmerzen habe ich einzig und allein im defensiven Mittelfeld. Irgendwie fehlt es mir in diesem Bereich an einigen Punkten. Da müssen Typen her. Ilsanker hatte ich als solchen in Verdacht. Aber bislang lässt das noch ein wenig auf sich warten. Gleichermaßen offensiv und defensiv stark zu sein, liegt da nicht jedem. Und deshalb denke ich, dass das die eigentliche Baustelle ist.

RB Leipzig braucht keinen Stürmer, der Poulsen und Selke den Platz streitig macht. Ein System mit einer Spitze hat immer mindestens einen Stürmer auf der Bank sitzen. Warum sollte das anders werden? Hier muss nichts passieren. Oder wenn, dann vielleicht über die Jugend. Ich kann das Alles falsch sehen. Das stelle ich überhaupt nicht in Frage. Aber ich denke, dass man eher im zentralen / defensiven Mittelfeld Aufbauarbeit leisten sollte, als die Luft im Sturm noch dünner zu machen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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