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Red Bull - (C) bohed CC0 via Pixabay.de Red Bull - (C) bohed CC0 via Pixabay.de

RB Leipzig zu Gast beim VfL Bochum

Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt – RB Leipzig war gestern dort, wo der VfL seine Gegner nass machen will. Bochum war das Ausflugsziel. Und so schickte sich der blau-weiße Club aus dem Ruhrpott an, die rot-weiße Truppe aus Sachsen zu empfangen. Man tut ja fast so, als wäre man östlich von Essen eine Macht. Wenn das mal nicht klappt, dann macht das aber nichts. Eine Heimmacht bedeutet doch aber auch, dass das Stadion voll ist. Das aber ist in Bochum nicht der Fall.

„Glück auf!“ – 1938 gegründet, ist der VfL Bochum einer der zentralen Traditionsvereine aus Nordrhein-Westfalen. Der Club, der in seiner Geschichte etliche Male am internationalen Wettbewerb teilgenommen hat, ist vor ein paar Jahren in die zweite Bundesliga abgestiegen und fristet dort das Dasein der Mittelmäßigkeit. Für die graue Maus geht es seit Jahren nicht wirklich bergauf. Und das äußert sich dann eben auch an den Zuschauerzahlen. Die 30000 Zuschauer fassende Arena namens Rewirpowerstadion ist – soweit mir bekannt ist – eigentlich nie auch nur ansatzweise ausverkauft. Das ist eben das Los einer grauen Maus im Einzugsgebiet von Borussia Dortmund und Schalke 04.

Gestern sahen dann rund 18000 Leute, wie der VfL den RB Leipzig empfing. Ich fand das System von Coach Beierlorzer höchst interessant, nachdem er nominell mit einem breiten Mittelfeld ein 4-1-4-1 aufbot. Bochums Turnleiter Verbeek bot ein 4-2-3-1 auf. Und irgendwie muss es ein höchst attraktives Spiel gewesen sein. Also, was die Leipziger boten. Am Ende standen – was ich so mitbekam – 21:7 Torschüsse für „die Dosen“, mehr Ballbesitz und mehr gewonnene Zweikämpfe zu Buche. Mit dem Mittelfeld-Brett, was da Beierlorzer aufbot, war das auch nicht wirklich ein Wunder.

Das Spiel ging 2:1 für RB Leipzig aus. Unterm Strich ein verdienter Sieg. Das zeigten auch Zusammenfassungen und Spielberichte. Durch aggressives Pressing kamen die Leipziger zu unzähligen Chancen. Der Reigen begann schon kurz nach Beginn. Und nach einer knappen Viertelstunde setzte sich der Schwede Forsberg durch und bediente überragend den Dänen Poulsen, und so kam es zu einem sehr ansehnlichen 1:0 der Skandinavien-Connection. Und Leipzig presste weiter.

Immer wieder kombinierte das starke Mittelfeld in Richtung blau-weißes Tor. Kimmich als Ballverteiler, Kaiser als Schaltzentrale, Forsberg, Reyna und Poulsen als Verwerter – das war das Konzept gestern an der Ruhr. Aber ein weiteres Tor wollte zunächst nicht fallen. Aber die Bochumer wurden kurz nach der Halbzeit-Pause besser, und so war es auch kein Wunder, dass Simon Terodde dann ausgleichen konnte. Soweit es die Fernsehbilder aussagen konnten, hatte ich den Eindruck, dass in dieser Phase rund um die 60. Spielminute die Abwehr rund um Sebastian und Rodnei wieder in das alte Muster des Hühnerhaufens verfiel.

Aber die Leipziger ließen sich nicht beirren und kombinierten sich weiter Richtung Bochumer Tor. Bei einem Zweikampf kam „Zauberzwerg“ Kaiser zu Fall. Für den Schiedsrichter muss das wie ein Foul ausgesehen haben, die Fernsehbilder zeigten aber etwas anderes. Jedenfalls erhielt Bochums Losilla die gelbe Karte und Leipzig einen Freistoß. Frech wie Oskar schob Künstler Kaiser den Ball unter der Abwehr ins Tor. Das haben sie so abgesprochen, sagte nach dem Spiel der Schütze im Interview. Und das brachte den Endstand von 2:1 für Leipzig. Noch eine weitere Aktion von Losilla, und er sah Gelb-Rot. So musste die Verbeek-Elf die letzte Viertelstunde in Unterzahl überstehen.

Leipzig kombinierte weiter. Forsberg und Co. hatten noch einige weitere Aktionen, aber es blieb letztlich beim hoch verdienten Sieg in der Fremde, der erste seit dem Amtsantritt von Beierlorzer. Auch wenn das Foul von Losilla vor dem 2:1 keins war, die Bochumer konnten den Fernsehbildern und Spielberichten zufolge froh sein, dass es „nur“ 2:1 ausging. Der VfL hätte durchaus höher verlieren können. Die Leipziger haben eine richtig starke Leistung gezeigt und eigentlich nur ein paar Minuten rund um den Ausgleich Schwäche gezeigt. Wer übrigens einen tendenziösen Bericht lesen will, kann das gern machen.

Jedenfalls war das eine starke Leistung, was der RB Leipzig da beim VfL Bochum abgeliefert hat. Vor dem abschließenden Montagsspiel Fortuna Düsseldorf gegen den 1. FC Kaiserslautern steht die Beierlorzer-Elf auf einem guten 6. Platz mit 6 Punkten Abstand zum Relegationsplatz. Das ist in meinen Augen recht uninteressant, außer der Tatsache, dass sich die Mannschaft in dem Zielkorridor befindet, den ich für realistisch gehalten habe.

Nun geht es beim nächsten Spieltag in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern, der sich im Ticketshop erlaubt, weder den Gegner RB Leipzig vollständig zu nennen noch das Logo zu zeigen. Ich denke, dass das wieder ziemlicher Kindergarten ist und einem Aufstiegsaspiranten nicht würdig ist. Aber das muss der durch Steuergelder geförderte Verein selbst wissen, nicht wahr?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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