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VfB Stuttgart - by VfB Stuttgart Public domain via Wikimedia Commons VfB Stuttgart - by VfB Stuttgart Public domain via Wikimedia Commons

VfB Stuttgart – Aus der Not einen Phönix fliegen lassen?

Nor und Elend bestimmten über Jahre das Tun in Stuttgart. Als Beobachter von der Ferne dachte man an den Canstatter Wasen statt an Fußball. Zu viel ging da schief im Stuttgarter Nordosten an den Ufern des Neckars. Einer der ältesten der traditionellen Fußballvereine, die Deutschland noch hat, war drauf und dran, vollends im Chaos zu versinken. Und nun haben sie einen Phönix an der Hand, dem sie ihr Seelenheil in die Hände legen: Alexander Zorniger. Ja, genau: Das, was seit Wochen eigentlich jeder weiß, hat nun auch der Verein für Bewegungsspiele endlich bestätigt.

Der knurrige Mutlanger Alexander Zorniger wurde ja im Winter bei RB Leipzig vor die Tür gesetzt. Einerseits, weil er mit dem Sportdirektor aus dem nahen Backnang nicht mehr auf einer Linie stand. Andererseits, weil er sich irgendwie festgefahren hatte. Lange schon wurde der zweimalige Aufstiegstrainer des Prestige-Clubs als Stevens-Nachfolger in Stuttgart gehandelt. Er selbst hat sich bedeckt gehalten. Aber der Verein hat selbst Nachweise der dortigen und überregionalen Medien dementiert. Wie auch immer – jetzt ist er amtlich da.

Aber nicht nur er. Jetzt mischt auch Guido Buchwald, der Weltmeister-Abwehrrecke von 1990 wieder mit. Irgendwie soll der den Team Manager machen. Und noch andere altgediente VfB-ler sind wieder mit an Bord. Offenbar merkt der eher glücklose Robin Dutt, dass er es nicht allein schaffen kann. Der VfB macht also damit weiter, was sich durch die sozialen Netzwerke zog: #MirSchaffenDas. Jetzt wollen sie sich neu erfinden. Jetzt, nachdem der Verein fast einen Totalschaden erlebt hat. Ist das nicht ein bisschen spät?

Baumeister der Stuttgarter Zukunft soll Alexander Zorniger werden. 3 Jahre bekommt er Zeit, den Erfolg ins Ländle zurück zu bringen. Wenigstens haben die Vereinsvorderen Robin Dutt und Bernd Wahler auf einer Pressekonferenz mal offensiv darüber geredet, dass alles mögliche schief ging. Vielleicht stimmen ja auch die Strukturen nicht? Wer weiß so etwas schon? Jetzt muss es aber dazu kommen, dass dem vielen Reden auch Taten folgen. Es wurden kolossale Fehler gemacht. Die kann man nicht wieder gut machen. Man kann eben nur die Folgen eindämmen, sich die Nase putzen und mal richtig aufräumen.

Vor Zorniger, Buchwald, Dutt und Co. liegt so viel Arbeit, wie die Cannstatter „Wilhelma“ Wasser gibt. Es muss alles auf den Prüfstein. Und man darf nicht weiter den Fehler machen, dass man nur auf dem Schutt ein neues Haus baut. Der Schutt muss weg, dann kann man auch sicher bauen. Wahrscheinlich haben die VfB-Vorstände gemerkt, dass es nun vorbei ist mit dem Wursteln. Das war der letzte Warnschuss.

Wäre es für einen ehrlichen Umbruch nicht besser gewesen, wenn der VfB Stuttgart abgestiegen wäre? Sicher. Das wäre alles noch viel schlimmer auf den Traditionsverein eingeprasselt. Man hätte aber die Chance gehabt, sich von Grund auf neu zu erfinden. Alle Spieler hätte man auf Herz und Nieren prüfen müssen. Die ganzen Funktionäre und die Infrastruktur hätte auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Nun ist es so nicht gekommen. Bloß gut. Wer weiß, was dann aus dem Club, der dieses Jahr 122 Jahre alt wird, geworden wäre.

Nun soll der Neuaufbau gelingen. Da ich durch meine Verwandschaft und durch meinen Vater aus Gewohnheit immer ein Auge auf den Verein habe und dieser mein Lieblingsverein außerhalb von Leipzig ist, wünsche ich Alexander Zorniger bei dieser Mammutaufgabe viel Kraft und Glück. Wer weiß, vielleicht haben sie ja recht mit #MirSchaffenDas.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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