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VfL Osnabrück gegen RB Leipzig – Manchmal kommt alles anders

Gestern fand das unsägliche DFB-Pokalspiel des VfL Osnabrück gegen den RB Leipzig statt. Ich hatte dazu gestern meinem Ärger Luft gemacht. Ich muss dazu aber noch ein paar Dinge loswerden, die sich da ereignet hatten. Denn im südwestlichsten Zipfel Niedersachsens war nicht alles Negative auf die lila Kommanditgesellschaft auf Aktien zu schieben. Das kam vielleicht gestern nicht so sehr zur Geltung. Da fasse ich jetzt einfach nochmal nach.

Fakt ist erst einmal, dass der RB Leipzig über weite Teile der gespielten 70 Minuten ein unterirdisches Spiel abgeliefert hatte. Das hing aber auch damit zusammen, dass die Niedersachsen wie die Feuerwehr an der Bremer Brücke zu Werke gingen. Über lange Zeiten waren sie einfach aggressiver, bissiger, einfach besser. Von daher geht es auch völlig in Ordnung, dass sie bis zum Abbruch vorn lagen.

Problematisch ist aber, dass RB Leipzig seit Bestehen nie wirklich überragend aussah, wenn es gegen ein Team ging, das von Maik Walpurgis trainiert wurde. Das war so in den Relegationsspielen in der letzten Regionalliga-Saison gegen die Sportfreunde Lotte, und das setzte sich in der Saison 2013 / 2014 fort, als der Trainer zum gestrigen Gegner VfL Osnabrück wechselte. Und gestern war das auch wieder der Fall. Es ist so eine Art Angstgegner, was der Ostwestfale darstellt. Und deshalb fand gestern auch so etwas wie eine – Achtung, Wortspiel – erneute Walpurgis-Nacht statt.

Wie auch immer – Das Spiel begann ja schon in aufgeheizter Stimmung mit einem ellenlangen Transparent, wie böse doch der RB Leipzig sei. Das frühe 1:0 für die Hausherren führte zu einem derartigen Torjubel, dass das Transparent in Mitleidenschaft gezogen wurde und das halbe Fangnetz hinter dem Tor herunterriss. Dadurch waren dann die Würfe – auch der folgenschwere Feuerzeug-Wurf – überhaupt erst möglich. Verein und Stadion-Bespaßungskommando sorgten vor dem Spiel und bis zum Abbruch für die aufgeheizte Stimmung, weshalb sie keineswegs unschuldig sind.

Die Spieler von RB Leipzig ließen sich natürlich von der hitzigen Atmosphäre anstecken, weshalb es zu ruppigen Gefechten kam. Und die Auswechselspieler im lila Leibchen sorgten für weiteres Öl im Feuer. So kam es dann zur versuchten Provokation gegen Davie Selke. Unmittelbar vor dem Feuerzeug-Wurf, der wohl irgendwie sogar den Leipziger Neuzugang treffen sollte. Wie dem auch sei – Die Stimmung, die durch die Gastgeber erst richtig zum Brennen gebracht wurde, sorgte für die Zwischenfälle mit dem Fangnetz und den dann später möglich gewordenen Würfen.

Sportlich gesehen, war der VfL Osnabrück in allen Belangen überlegen. Ob es nun das merkwürdige Abwehr-Verhalten der Leipziger Verteidigung betraf oder die über lange Zeit fruchtlosen Angriffsbemühungen, die Niedersachsen machten ihre Sache sportlich gut. Nur dieses ganze unwürdige Spektakel hätte gestern absolut nicht sein müssen. Hier ermittelt nun inzwischen der DFB.

Um nun aber wieder einen sportlichen Gedanken zu haben, hat die sportliche Leitung von RB Leipzig ein Angebot gemacht. Man verurteilt zwar die Geschehnisse aufs Schärfste und geht davon aus, dass es sich nicht nur um einen Einzeltäter handelte, trotzdem bot man dem VfL Osnabrück ein Wiederholungsspiel an. So muss diese Partie nicht auf die denkbar unsportlichste Art und Weise – nämlich am grünen Tisch – entschieden werden.

Solche Vorfälle sind unsportlich bis ins letzte Detail. Trotzdem gehören sie immer wieder dazu. Gerade, wenn Animositäten eine Rolle spielen, kann die Stimmung bei einem wichtigen Pokalspiel schnell ins Negative driften. Das entschuldigt nicht, was da gestern Abend in Osnabrück geschah. Den Niedersachsen gehen wichtige Einnahmen verloren, die der Verein dringend braucht, nachdem man erst durch Crowdfunding überhaupt die Lizenz für die Dritte Liga erhalten hatte. Und hier sollten sich Fans fragen, ob denn solche Auswüchse sein müssen, wenn man seinen Verein unterstützen will.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „VfL Osnabrück gegen RB Leipzig – Manchmal kommt alles anders

  1. Das Einschätzen, eine regelrechte „Walpurgisnacht“ gesehen zu haben, ist perfekt zutreffend! Wer sich nämlich z. B. an das alles entscheidende Relegationsrückspiel genau erinnern kann, der weiß genau, dass den glücklichen RasenBallsportlern aus Leipzig „am Autobahndreieck“ in den Feldern bei Lotte erst in der Verlängerung der ersehnte Aufstieg gelang!

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