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Fußball im Laub - (C) StockSnap CC0 via Pixabay.de Fußball im Laub - (C) StockSnap CC0 via Pixabay.de

Was ist los beim Chemnitzer FC?

Eine sportliche Nachricht hat mich neben dem Stadion-Desaster in Magdeburg gestern doch getroffen: Beim Chemnitzer FC drohen die Lichter auszugehen. In Chemnitz kreist der Pleitegeier über dem schicken, neuen Stadion an der Gellertstraße. Und ganz plötzlich wird einem bewusst, dass Fußball nichts für Angsthasen ist. Nur mal so: Perspektivisch ist der Spielbetrieb des Clubs arg gefährdet, wenn hier eine angekündigte Rettung misslingen sollte. Und das wäre fatal.

Vor nicht einmal vier Monaten haben sie in Chemnitz ein schmuckes, neues Stadion eingeweiht, die Community4you-ARENA. 15000 Plätze hat es. Aber es kann passieren, dass demnächst niemand mehr darin spielen wird, wenn sie in Chemnitz nicht aufpassen. Sie haben bei den Himmelblauen ein riesiges Finanzloch aufgerissen. Über zwei Millionen Euro soll es groß sein. Und wenn niemand von außen hilft, droht dem Club die Insolvenz. Das wäre das Ende des Clubs, der – bis auf die Umbenennung der Stadt – immer so hieß, seitdem in der ehemaligen DDR unzählige Clubs 1966 aus dem Boden schossen oder delegiert wurden.

In Chemnitz war das irgendwie anders. Früher gab es den „Polizei SV Chemnitz“ und den „Chemnitzer BC“. 1948 gab es dann die BSG FEWA Chemnitz und danach die BSG Chemie Chemnitz. Als die Stadt dann Karl-Marx-Stadt wurde, wurde daraus eben die BSG Chemie Karl-Marx-Stadt und dann 1956 der SC Motor Karl-Marx-Stadt. 1963 ließ man den Motor weg, und 1966 wurde die Fußball-Abteilung herausgelöst. Ab dem Zeitpunkt hieß der Club immer „FC“, egal ob Karl-Marx-Stadt oder Chemnitz.

Das ist dann schon ziemlich viel Tradition in der drittgrößten Stadt Sachsens. Und die soll erhalten bleiben. Einspringen soll die Stadt. Wenn der Stadtrat zustimmt, will das Rathaus 1,26 Millionen Euro locker machen. Das steht dem Club eh zu, wurde aber aus politischen Gründen nicht ausgezahlt. Das Geld stammt aus einem aufgekündigten Erbbaurechtsverstag für das Stadiongrundstück, und die Zahlung hätte man offenbar niemandem erklären können.

Damit der Verein nicht untergeht, soll das Geld nun doch bezahlt werden. Aber das wird die Probleme nicht lösen. Denn in Chemnitz lebt der Club auf recht großem Fuß. In Chemnitz nennen sie das „Planungsfehler“. Hintergrund sind wohl hohe Kosten für das neue Stadion, der Kaderumbau und Abfindungszahlungen an Ex-Trainer. Aber wäre es denn nicht möglich gewesen, hier vorausschauend zu finanzieren? Da muss doch eher etwas bekannt gewesen sein, dass solche Dinge auch Geld kosten.

Was auch komisch an der ganzen Geschichte ist: Die Einen reden von 2 Millionen Schulden und einer 1,26 Millionen Zahlung, die anderen machen daraus jeweils 3 Millionen. Was ist denn da nun richtig? Unabhängig davon dürfte allerdings klar sein, dass die Lage ernst ist. Dem Chemnitzer FC droht der Absturz oder gar das Ende. So richtig Hollywood-reifes Theater wie in Dresden oder so traut man den Himmelblauen eigentlich gar nicht zu. Deshalb wäre es schade, wenn dem Club nicht weitergeholfen werden kann. Wenigstens ist der Spielbetrieb nicht akut, sondern „nur“ perspektivisch gefährdet. Aber das ist auch schon alles positive, oder?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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