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VfB Stuttgart - by VfB Stuttgart Public domain via Wikimedia Commons VfB Stuttgart - by VfB Stuttgart Public domain via Wikimedia Commons

Was ist nur aus dem VfB Stuttgart geworden?

Ein Leipziger quasselt über DEN VfB? Ja, wenn man damit aufgewachsen ist, selbst über Grenzen hinweg den Schwaben beim Kicken zuzuschauen. So war das bei mir. Mein Vater war Zeit seines Lebens mehr oder weniger Anhänger des Clubs mit dem weißen „Turnzeug“ mit rotem Querbalken gewesen. Und so blieb es eben nicht aus, dass ich mich auch für den Club interessierte. Aber was dort los ist, versteht kein Mensch mehr.

Meine Güte, die waren Pokalsieger, deutscher Meister, standen in europäischen Finals. Und dann tut der Verein so, als wüsste man nicht, wie man professionell einen Fußballclub voran bringt? Wem wollen sie das erzählen? Da kann sich die Führungsriege Wahler – Ruf – Dutt hinstellen, wie sie wollen, es nimmt ihnen ja doch niemand mehr ab. Denn nach dem x-ten verschlissenen Trainer muss man einfach mal einsehen, dass dieses sportliche Chaos nichts mit dem Übungsleiter zu tun hat.

Der Club hat so viele Möglichkeiten. Jahr für Jahr kommen in Stuttgart exzellente Fußballer zum Vorschein. Beste Beispiele sind ja wohl die Khedira-Brüder oder Joshua Kimmich oder eben auch Mario Gomez und Co. Und die lassen sie alle immerzu ziehen. Ich habe viele Diskussionen um den Cannstatter Chaos Club gelesen. Niemand kann sich erklären, wieso man solche Granaten klaglos ziehen lässt und dafür – soweit ich das gelesen habe – nicht die ganz großen Könner holt.

Nein, es kann nicht mehr am Trainer liegen. Zumal ja auch der exzellente Huub Stevens erst spät kam und somit nicht wirklich Einfluss auf die Kaderpolitik nehmen konnte. Und eigentlich kann man auch Sportdirektor Robin Dutt nicht dafür verantwortlich machen, da der ja erst seit Anfang 2015 den Posten am Neckar ausfüllt. Aber es ist irgendwie die restliche Vereinsführung. Das liest man immer wieder. Gut, ich kann das nur bedingt beurteilen, dazu bin ich viel zu weit weg. Und durch die fast schon schamlose Dominanz der Münchner Bayern interessiert mich die Bundesliga nur am Rande. Aber Stuttgart bekomme ich meistens mit, und wenn ich es nachlese.

Es ist schade, aber wohl unvermeidlich: Der VfB Stuttgart muss eine Roßkur absolvieren und zwangsläufig absteigen. Das wäre das erste Mal seit Ende der 70er Jahre. Aber es wird keine andere Lösung geben. Klar, man klammert sich an den Strohhalm, dass es die direkte Konkurrenz nicht besser macht. Aber will man sich wirklich mit dem „Dino“ von der Nordsee oder den viel kleineren und von der Substanz her schwächeren Vereinen aus Freiburg oder Paderborn vergleichen? Das kann nicht der Anspruch sein. Der Anspruch müsste sein, sich zumindest im Mittelfeld der Liga zu etablieren. Wenn man da aber weiter in den Tag hinein quacksalbert, ohne an der Ursache der Probleme zu arbeiten, wird man sehenden Auges in die Zweite Bundesliga marschieren.

Das ist zwar laut Medien „die erstklassige zweite Liga“ oder „die stärkste zweite Liga der Welt“. Mag alles sein. Aber das kann nicht das Ziel beim VfB Stuttgart sein. Es sei denn, man möchte einen gnadenlosen und rücksichtslosen Neuaufbau wagen. Ich habe eben nur die Vermutung, dass das wieder nur halbherzig passiert. Und da frage ich mich ernsthaft: Kann es ein Verein, der einer der letzten ohne ausgegliederte Profis ist und der mit einem solchen wirtschaftlichen Umfeld gesegnet ist und ein so großartiges Fanpotential hat, einfach nicht besser? Oder will der Tabellen-Vierte der ewigen Tabelle der Bundesliga einfach nur nicht?

Aber was rege ich mich auf? Es ist ja abzusehen, dass der RB Leipzig nicht weiter durchmarschieren wird. Und also kann ich mich bei einem Abstieg des VfB Stuttgart darauf freuen, die Schwabenkicker mal in Leipzig zu sehen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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