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WM 2022 in Katar und die Sorge um die Islamisierung

Die FIFA hat entschieden, dass die höchst umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar im Advent stattfinden soll. Applaus überall. Flugs nimmt man Stimmen in diesem Internet wahr, die davor warnen, dass nun auch der Fußball islamisiert werden könnte. Mal abgesehen von den Geschichten rund um das Zustandekommen der WM – aber wann hätten sie denn spielen sollen?

Noch nie war eine Fußball-Weltmeisterschaft so umstritten wie die WM 2022 im Wüsten-Emirat Katar. Erst hieß es, dass die Spiele verkauft wurden, dass die Funktionäre die Spiele dem Emirat vor lauter Geldwahn vor die Füße geworfen hätten. Das sind schwere Anschuldigungen, die natürlich nicht von der Hand zu weisen sind. Dann hieß es, dass auf den Baustellen der Stadien mitten in der Wüste Sklaverei und unmenschliche Zustände herrschen würden. Aber das ist alles nichts gegen das, was heute niedergeprasselt ist.

Heute hat die FIFA entschieden, dass die WM 2022 zu einer Art Weihnachtsmarkt werden soll. In den 4 Wochen vor Weihnachten in der christlichen Welt soll die Endrunde in der Wüste durchgeprügelt werden. Das hat zur Folge, dass weltweit die Spielpläne nicht mehr stimmen können. Auch Premium-Veranstaltungen wie Pokale, Europa League, Champions League müssen neben etlichen Ligen neu geplant werden.

Die deutsche Fußball-Bundesliga zum Beispiel hat ja das Ende der Hinrunde kurz vor Weihnachten. Wie will man das hinbekommen? Bislang war das ja immer so, dass im WM Jahr die Liga im Mai zu Ende war, dann trainierten die zur Nationalmannschaft abberufenen Spieler im DFB-Team, es folgten dann die Wettbewerbsspiele und danach eine Regeneration. Also ungefähr eine viertel Jahr, was da zusätzlich eingeplant werden muss. Das wiederum würde bedeuten, dass irgendwann Mitte Oktober Schluss wäre in der Liga und es wohl erst im März weitergehen würde.

Dagegen laufen nun die Fußballclubs Sturm. Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandschef der Bayern will eine Entschädigung haben. Überall gibt es Proteste aus den großen Ligen. Aber wir müssen mal die Kirche im Dorf lassen. Im Sommer wäre es gesundheitlich nicht denkbar, die Spiele durchzuführen. Die WM wurde nun einmal in die Wüste geschickt, also muss man sich da etwas einfallen lassen. Es gibt zwei Alternativen:

  • Die WM wird wie sonst auch im Sommer durchgeführt und die Stadien umweltschädlich klimatisiert, damit ein Spielen überhaupt möglich ist
  • Die WM wird verlagert, und weltweit werden alle Spielpläne umsortiert

Rein wirtschaftlich ist es ein Desaster, die WM in den Winter zu legen. Insbesondere die Elite-Ligen wie die Bundesliga, die Premier League, die Primera Division etc. werden schwer darunter zu leiden haben. Und ich kann Rummenigge durchaus verstehen. Aber ökologisch und gesundheitlich ist eine gewöhnliche Sommer-WM schlicht undenkbar. Die Wahl ist schwer. Den Klops „WM in Katar“ hat sich die FIFA selbst gelegt. Eine für alle gute Kompromiss-Lösung gibt es hierbei nicht.

Und irgendwo habe ich immer mal wieder gehört oder gelesen, dass man nun Sorge davor hat, dass der professionelle Fußball-Sport islamisiert werden kann. Es wird quasi eine PEGIDA-Bewegung auf dem Rasen proklamiert. Ich hätte dafür sogar einen Namen. Nicht lachen!

FEGIDAB – Fußballverrückte Europäer gegen die Islamisierung des allgegenwärtigen Ballsports

Was halten Sie denn von solchen Dingen? Was wäre für Sie die bessere der schlechten Wahlmöglichkeiten? Ich bin unentschlossen. Beides ist nicht glücklich, aber was ist nicht ganz so schlimm? Vielleicht hat ja auch eine Winter-WM etwas für sich: Public Viewing auf dem Weihnachtsmarkt. Oder soll das dann vielleicht doch Wintermarkt heißen? Und wo ist eigentlich jemand, der diesen Begriff endgültig begräbt?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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