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Darstellung von Flüchtlingen am Meer - (C) Bernhard_Staerck CC0 via Pixabay.de Darstellung von Flüchtlingen am Meer - (C) Bernhard_Staerck CC0 via Pixabay.de

Afrikanischer Exodus und so etwas

Exodus bedeutet Ausgang oder Auszug. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen. Und es wird verwendet, wenn man über den Weggang eines Volkes vor irgendwas erzählt. Die Israeliten zogen zogen vor der Sklaverei des ägyptischen Pharaos weg. Und gerade jetzt, wenn man über Flüchtlinge redet, passt das ganz gut. Wenn man so Blogs aufsucht, stößt man auf das Eine oder Andere, was man diskutieren muss.

Italien hat ja seit längerem schon damit zu tun, dass sie mit Flüchtlingen umgehen müssen. Wir alle kennen die Berichte von der Insel Lampedusa im Mittelmeer. Italien wird mit der Situation nur schwer fertig. Aber die Lampedusa-Sache ist irgendwie nicht ganz so präsent in den Medien. Und es kommt immer wieder vor, dass man liest, dass nun speziell Italien – aber Europa insgesamt – von afrikanischen Flüchtlingen „überschwemmt“ werden wird.

Afrika hat viele Probleme. Ob es Boko Haram oder andere Terror-Milizen sind, wirtschaftliche Probleme oder Klima-Schäden – Afrika hat es nicht leicht. Jetzt habe ich einen Artikel mitbekommen, in welchem es darum geht, dass Afrika vor einem „Exodus biblischen Ausmaßes“ steht. Italien könnte hier richtig zu tun bekommen. Es wird von einer dramatischen „Flüchtlingswelle“ im Spätsommer diesen Jahres erzählt. Angeblich würden über 500000 Flüchtlinge aus Kenia über das Mittelmeer kommen.

Natürlich gibt es in diesem Zusammenhang Webseiten, die dann sofort von „Asylterror“ reden und von „Schwemme“ und all dem reden. Da ist ernsthaft die Rede davon, dass Kenia die Flüchtlinge loswerden will. Ist das so? Ich bin mir nicht sicher. Soweit ich mitbekommen habe, handelt es sich um Somali, die auf der Flucht vor den al-Shabaab Milizen sind. Und die sollen Europa „überschwemmen“?

Der oben verlinkte Blog – nein, keine Nachrichten, das ist mir wichtig – nennt Quellen. Aber verlinkt keine Quellen. Trotzdem beharrt der Autor darauf, dass seine Angaben richtig sind. Ich kann das nicht beurteilen. Aber ich denke daran, dass es vielleicht eine seltsame Panikmache ist. Gibt es denn sonst stichhaltige Beweise dafür? Ich meine, Kenia, a-Shabaab und so – das ist alles bekannt. Aber wieso sollen die Flüchtlinge im Spätsommer kommen? Und woher stammen all diese Informationen?

Übersichten bietet das Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Und hier finde ich eine DPA-Meldung, in welcher die Rede davon ist, dass Kenia zwei Flüchtlingslager schließen will, in denen sich um die 600000 Flüchtlinge befinden. Kenia will die Flüchtlinge – so sagt es auch diese Meldung – loswerden, weil die Lager für potentielle Brutstätten für Terrorismus gehalten werden. 25 Jahre lang betreute Kenia die Menschen, die vor dem Terror von al-Shabaab flohen. Und jetzt will das oftafrikanische Land die Menschen abschieben.

Ich finde das ziemlich seltsam. Glaubwürdig scheint es schon zu sein. Aber wie müssen wir das Ganze einordnen? Ich denke, Europa hat es versäumt, den afrikanischen Ländern ernsthaft unter die Arme zu greifen. Natürlich ist es möglich, dass in einem Flüchtlingslager der Terrorismus oder zumindest der Extremismus geschürt wird. Berichte darüber gibt es viele. Hier hätte die so genannte Weltgemeinschaft den gebeutelten afrikanischen Staaten helfen können.

Ich weiß aber nicht: Werden sich all diese Flüchtlinge, die vor Terror und Krieg geflohen sind, alle in Richtung Europa in Bewegung setzen? Ich bin mir da alles andere als sicher. Sicher ist, dass die Lage in Afrika sehr undurchsichtig ist. Da gibt es ja neben den wirtschaftlichen und den Klima-Problemen auch Stammesfehden und islamistischen Terror. Mag sein, dass sich viele vom Kontinent absetzen wollen. Und was machen wir dann? Und hätte das Alles vermieden werden können? Und wie glaubhaft ist es, dass eine halbe Million weiterer Flüchtlinge kommen werden?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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