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Angela Merkel im Deutschen Bundestag im Jahr 2014 - By Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons Angela Merkel im Deutschen Bundestag im Jahr 2014 - By Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Angela Merkel am Ende?

Mit den Medien fährt man im Fahrstuhl nach oben, aber auch wieder nach unten. Es kommt immer auf die Geschwindigkeit an. So ist das immer. Bei Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das nicht anders als beim früheren Bundespräsidenten Christian Wulff oder bei sonst irgendwelchen Politikern. Derzeit kann man das sehr gut beobachten, wie der Fahrstuhl allmählich in Fahrt kommt. Es ist jetzt interessant, in welche Richtung das Vehikel fährt, und wie schnell das geschieht.

Ich denke, Angela Merkel ist gewaltig ins Stolpern geraten. Nicht wegen der Flüchtlingspolitik der Großen Koalition insgesamt. Sondern wegen einer ganz bestimmten Begebenheit. Angela Merkel dürfte wohl über die Silvesternacht in Köln am Hauptbahnhof stolpern. Nicht, weil dort mutmaßlich Flüchtlinge die Sauerei veranstaltet haben. Sondern weil die Polizei aufgrund von Personalmangel machtlos war und Angela Merkel das Thema erst totgeschwiegen hat oder eben heruntergespielt hat.

Nein, das Thema „sexuelle Übergriffe“ im Allgemeinen ist nichts neues. Wie oft kam es zum beherzten Griff unter den Mini auf dem Oktoberfest oder so? Das ist keineswegs irgendein Phänomen, das nun ganz plötzlich vom Himmel gefallen ist. Aber dass vor Jahren die Sicherheitsbehörden zurückgefahren wurden und die Bundeskanzlerin immer wieder ihr Mantra „Wir schaffen das“ herbetet, das nimmt man ihr übel. Ich glaube, man nimmt ihr auch übel, dass sie zu lang die Augen davor verschlossen hatte, welche Gefahren drohen können.

Die Gefahren kommen und kamen mit den Flüchtlingen. Das ist nun einmal Fakt. Nein, die Flüchtlinge sind keineswegs krimineller als die einheimische Bevölkerung. Und ich befürworte nach wie vor die Unterstützung für Flüchtlinge. Wenn aber zum Beispiel die Gesamtmenge Mensch in Deutschland um 2% steigt und damit die Kriminalität um 2% steigt, dann muss man davon ausgehen, wenn die Maßnahmen dagegen nicht steigen, dass viele davon ausgehen, dass es gefühlt gefährlicher in Deutschland geworden ist.

Ja, das war ein langer Satz. Aber es ist nun einmal so: Der Anteil der kriminellen oder gefährlichen Menschen an der Gesamtmenge Mensch ist nicht höher geworden. Das ist bewiesen. Aber die Gesamtmenge ist gestiegen. Vor Jahren wurden die Polizisten weniger. Und erst jetzt denkt man darüber nach, wieder mehr Polizei zu haben. Viel zu spät. Und weil man bisher so unsinnig kopflos war, fällt das der Chefin des Ganzen auf die Füße, und das ist nun einmal Angela Merkel.

Vorbei sind die Rufe „Angie, Angie“ von vor Jahren. Die Zeit der großen Alleinherrscherin, der nichts anzuhaben ist, ist vorbei. Wenn die Medien nun fragen, ob sie noch die Richtige sei, hat sich der Fahrstuhl schon in Bewegung gesetzt. Man hat ihr die Flüchtlingspolitik nicht übel genommen, so falsch sie auch ist. Man hat es ihr übel genommen, dass sie sich in Bezug auf die Übergriffe in Köln so nichtssagend verhalten hat. Und das ist ihr einziger Stolperstein.

Die spannende Frage, die sich nun stellt, ist: Werden sich die Medien der Bundeskanzlerin entledigen? Man kann es nun einmal nicht mehr schön reden, was da in Sachen Flüchtlingspolitik passiert ist. Die Landesfürsten, Landräte und Bürgermeister rufen um Hilfe, und der Bund tut nicht so richtig dergleichen. Über allem das Mantra, dass „wir“ das schaffen. Aber hier geht es schon lang um kein „wir“ mehr. Das Amt des Bundeskanzlers hat eigentlich auch viel damit zu tun, in der Tagespolitik alles dafür zu tun, dass das Volk zusammenbleibt.

Und wenn Deutschland derzeit eine riesige Zerreißprobe erlebt, weil die Flüchtlinge jedes politische Thema bestimmen, dann bleibt das Volk nicht zusammen. Pros und Kontras sind gut nachvollziehbar. Ängste und Nöte sind nicht von der Hand zu weisen. Und das Beispiel Köln zeigt, wie blank die Nerven liegen. Dann hilft kein „Wir schaffen das“ mehr, dann muss sinnvoll gehandelt werden. Und ich habe die Vermutung, dass man das der Kanzlerin nicht mehr zutraut. Ist sie damit am Ende? Was denken Sie?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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