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Syrisches Flüchtlingscamp an der türkischen Grenze im Jahr 2012 - By Voice of America News: Henry Ridgwell on Turkish border, "Refugees Flee Aleppo; Hot, Barren Turkish Camps Await". [Public domain], via Wikimedia Commons Syrisches Flüchtlingscamp an der türkischen Grenze im Jahr 2012 - By Voice of America News: Henry Ridgwell on Turkish border, "Refugees Flee Aleppo; Hot, Barren Turkish Camps Await". [Public domain], via Wikimedia Commons

Der große Missbrauch von Flüchtlingen

Flüchtlinge werden derzeit instrumentalisiert. Das ist schäbig. Ich hatte gestern ein interessantes Gespräch, worüber ich nachdenken musste. Denn was wäre denn, wenn durch die Flüchtlinge tatsächlich noch mehr Probleme ins Land geholt werden, als schon da sind? Haben denn die Leute, die einfach Sorge haben, dass es diese Probleme durchaus geben könnte, nicht doch ein bisschen Recht? Natürlich darf man dann nicht den Fehler begehen und Flüchtlinge vor einen Propaganda-Karren spannen. Aber ist die Sorge nicht doch ein wenig berechtigt?

Derzeit machen Gedanken die Runde, die man nicht einfach als Geschwurbel abtun kann. Was wäre denn, wenn unter den vielen bedauernswerten Flüchtlingen aus Syrien und überhaupt aus der Levante Abgesandte des Islamischen Staats wären? Wie will man denn einen der Terroristen von den Flüchtlingen unterscheiden, wenn der keine Kampfkleidung trägt? Ich hatte ein Gespräch. Und mein Gesprächspartner – alles andere als ein Nationalist und auch kein ängstlicher Mensch oder ein besorgter Bürger – hält diese Möglichkeit durchaus für gegeben.

Na klar, es werden jetzt viele kommen und drauflos schimpfen, dass man die Flüchtlinge in Sippenhaft nehmen will. Nein, will ich nicht. Ich will auch keinen der ausgebombten Leute verteufeln. Aber denken wir einfach mal ein paar Momente darüber nach. Und da muss ich ganz ehrlich fragen, ob es denn wirklich möglich wäre, gut von böse bei diesen Flüchtlingsströmen zu unterscheiden. Sagen Sie es mir, ich weiß es nämlich nicht. Ich meine, ein Syrer mit syrischem Pass und in Alltagskleidung, der aber trotzdem vom IS kommt, ist von einem syrischen Universitätsprofessor aus Aleppo beim besten Willen nicht zu unterscheiden.

Und nun beruft man sich auf eine angebliche Zeitung und warnt davor, dass bereits „tausende IS-Terroristen in Deutschland“ wären. Ich habe mal geschaut, was es mit dieser „Zeitung“ auf sich hat. Und da stoße ich hierauf oder auf etwas, was die tatsächlich Impressum nennen. Nein, das ist keine Zeitung. Aber es ist erstaunlich, wie man so etwas vor diverse Karren spannt.

Das sagt aber trotzdem noch nichts darüber aus, ob denn tatsächlich eine Gefahr bestünde, wie ich sie oben skizziert habe. Ist es da angebracht, Satire darüber zu machen? Nun ja, um solchen Ausdünstungen oder dem Schweiz Magazin entgegen zu wirken, ist so etwas sicherlich gut. Aber man bedenke immer wieder, dass es auf dem Rücken der wirklich notleidenden Menschen ausgetragen wird. Und es ist immernoch nicht beantwortet, ob die Sorge von oben tatsächlich begründet ist. Und mit Ängsten, Nöten und Sorgen von Menschen spielt man nicht.

Ich möchte auch gern darauf hinweisen, dass ich es immernoch für möglich halte, dass Flüchtlinge instrumentalisiert werden können, um Europa einfach mal beschäftigt zu halten, damit sich das süße Kleine nicht in das große Geschäft einmischen kann. Ich will da nicht frohlocken, aber ich stehe da mittlerweile nicht mehr allein mit dem Gedanken da. Wer weiß, vielleicht ist da ja wirklich mehr dran, als wir uns derzeit vorstellen können. Und ich möchte darauf hinweisen, dass ich nachweislich keinen Aluhut trage.

Zurück zu meinem Gespräch von gestern. Mein Gesprächspartner warnt ein bisschen hinter vorgehaltener Hand davor, dass unser Land auf dem besten Weg ist, sich in Richtung 1933 zu entwickeln. Und eine andere Entwicklung ist auch noch feststellbar. Mein Gesprächspartner hat einige Zeit in Südafrika gelebt und gearbeitet. Und dort war es schlicht undenkbar zu der Zeit, dass man sich schutzlos auf der Straße bewegt oder einfach mal in einem Wald oder so spazieren geht. Und es gab nur schwarz oder weiß. Und er hat das Gefühl, dass so etwas auch in Deutschland drohen kann.

Leute, die Flüchtlinge brauchen Hilfe. Ob da irgendwelche schwarzen Schafe darunter sind, kann doch niemand ernsthaft wissen. Wie denn auch? Dass man Sorge hat, dass da etwas passieren kann, ist doch wirklich kein Wunder. Ich kann das alles verstehen. Und bei meinem Gespräch gestern war das alles völlig klar. Aber die Sorge ist nicht ausschließlich auf möglicherweise importierte Terroristen beschränkt. Momentan ist es eher angezeigt, dass sich Deutsche untereinander fertig machen, weil es außer links und rechts keinerlei andere Ansicht mehr gibt. Und das macht das Land kaputt. Und das eröffnet möglichem Terror-Import alle Möglichkeiten. Mal abgesehen davon, dass USA und Russland das dumme Europa zum Spielen in den Garten geschickt haben könnten.

Was da alles am Laufen ist und auf dem Rücken der Flüchtlinge ausgetragen wird, hat einen ganz faden Beigeschmack. Und das ist die eigentlich blöde Situation. Und ich weiß nicht, ob ich das schlecht, mies oder beschissen finden soll. Ich weiß im Moment nicht, was wirklich wahr ist. Man kann die Helfer verstehen, man kann die Sorgen und Ängste verstehen. Aber was da wirklich alles noch nebenher passieren kann, das macht mir wirklich Angst. Und bei meinem Gespräch hat sich mein Gesprächspartner immer wieder umgesehen, ob irgendwer mithört. Das hinterlässt einen ganz faden Beigeschmack.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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