Skip to main content
Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Islamische Staat bekennt sich

Wir haben in den letzten Tagen zwei Sachen gehabt, über die diskutiert wird: Ein Vorfall in Nizza, und ein Vorfall in Würzburg. Der IS bekannte sich. So heißt es zumindest. Aber stimmt das denn überhaupt? Oder haben wir hier mit einer gewollt aufgebauschten Hysterie zu tun, hinter der sich dann wirklich der Islamische Staat verbirgt? Die Europäer sind verunsichert. Und ich habe die ernsthafte Vermutung, dass genau das das Ansinnen des Islamischen Staates ist.

Sowohl zum angeblichen Terroranschlag in Nizza als auch zum angeblichen Terroranschlag in Würzburg hat sich der Islamische Staat bekannt. Das wissen Sie. Und über welche Kanäle wurde das Bekenntnis lanciert? Über eine Nachrichtenagentur namens „Amaq“. Egal, was es über den „IS“ zu berichten gibt, „Amaq“ weiß es als erstes. Das Wort „Amaq“ steht für „Die Tiefen“. Und die angebliche Nachrichtenagentur wird somit so hingestellt, als würde sie tiefgründig über den Islamischen Staat recherchieren. Aber: Das ist alles nur Show.

„Amaq“ ist eins der Propaganda-Medien des Islamischen Staats selbst. Vor zwei Jahren trat sie plötzlich in Erscheinung. Der Sitz soll sich im Süden Syriens befinden. Und betrieben werden soll „Amaq“ durch Mediengestalter des Islamischen Staates selbst. Die Agentur – soll ich sie überhaupt so nennen? – setzt ihre Nachrichten über den Messenger Telegram ab. Dieser Messenger arbeitet ja anonym. Und auf deren Webseite sind „Breaking News“ und ähnliches wie bei herkömmlichen Medien zu finden.

Allerdings findet man dort keine Bilder mit roher Gewalt oder propagandistische Texte. Das unterscheidet „Amaq“ von anderen Sprachrohren des Islamischen Staates. Aber wenn man so nach „Amaq“ oder „Amaq Agency“ oder dergleichen sucht, stößt man eben auf unzählige Berichte, in denen sich alle möglichen Nachrichtendienste auf diese Agentur berufen und deren Informationen für echt halten. Und so erklärt sich auch die Hysterie nach Würzburg. Denn hier hatte „Amaq“ folgendes verkündet, was ich hier übersetzt fand:

Eine Quelle aus dem Sicherheitsbereich zu Amaq: Der Täter hinter der Axt-Attacke in Deutschland ist einer der Kämpfer des IS und er führte die Attacke aus als Antwort auf die Aufrufe, alle Staaten ins Ziel zu nehmen, die an der Allianz zur Bekämpfung des IS beteiligt sind.

Was das jetzt alles mit Würzburg zu tun hat? Nun ja, einiges. Es ist nicht sicher, ob der Junge tatsächlich ein radikalisierter Islamist war. So lang nicht das Gegenteil feststeht, denke ich, dass dem „die Sicherungen durchgebrannt“ sind. Das macht es nicht besser, was er getan hatte. Aber es bedeutet auch, dass das erstmal noch nicht zu einem Angriff des Islamischen Staates reicht.

Es soll ein Drohvideo aufgetaucht sein, das der Islamische Staat veröffentlicht haben soll. Aber wenn das unterm Strich auch wieder nur über „Amaq“ lanciert wurde, ist der Wahrheitsgehalt dann vielleicht doch überschaubar. Mit anderen Worten: Es ist noch nichts klar. In Zukunft sollte man also vielleicht erst ermitteln lassen, bevor man in eine Massenhysterie ausbricht. Wie gesagt: So ein Angriff ist schlimm und durch nichts zu beschönigen. Wenn sich aber der Islamische Staat zu etwas bekennt, was er vermutlich nicht getan hat, wirft das die Frage auf, was wirklich das Werk vom IS-Terror ist.

Vielleicht kommt man am Ende zu der Erkenntnis, die immer schon mal kund getan wurde: Der Islamische Staat will mit seinem Terror Angst und Schrecken verbreiten. Mit der Agentur „Amaq“ gelingt es ihm auch. Alles, was schlimmes passiert und Araber oder arabischstämmige taten, nehmen sie auf ihre Kappe. Damit schürt man eben die Panik. Vielleicht sollten wir etwas besonnener sein. Und vor allem: Lassen wir die Behörden erstmal ermitteln. Mit Hysterie erreichen wir jedenfalls nichts, auch keine Erkenntnis. Oder liege ich etwa völlig falsch?

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 5 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.