Skip to main content
Nachrichten auf dem iPad - (C) fancycrave1 CC0 via Pixabay.de Nachrichten auf dem iPad - (C) fancycrave1 CC0 via Pixabay.de

Der Mitteldeutsche Rundfunk und der Hadmut Danisch

Komische Geschichte. Da wird ein Blogger abgemahnt, was ja an sich nichts neues ist. Aber es berichtet niemand außer Blogs darüber. Ja, wie denn nun? Ich weiß nicht so richtig, wie ich das einordnen muss. Da die Blogs, die darüber berichten, mir in der Vergangenheit immer wieder mit teils sehr merkwürdigen Inhalten über den Weg liefen. Mich hätte es gefreut, wenn irgendwer von den großen Medien selbst darüber berichtet hätte. So aber? Ist das nun alles wieder Verschwurbelung? Oder hängt man das bei der ARD nur nicht an die große Glocke?

DIE DA gegen uns kleinen

Der Blogger Hadmut Danisch betreibt seinen Blog. Da liest man solche Dinge wie, dass er SED-Mitglied hätte werden sollen, dass bei ihm Hinweise reinsprudeln würden, dass DDR-Frauen Zensorenkarrieren gehabt hätten und all das. Ja, ich gebe zu, das ist schon schwierig einzuordnen. Danisch gibt an, selbst ein Informatiker zu sein. Und so muss ich von Berufs wegen erstmal sagen: Schauen wir mal ein paar Takte weiter, Vorverurteilung gibt es nicht.

Er beschäftigt sich mit IT-Sicherheit im Großen und Ganzen. Und soweit ich gesehen habe, ist er auch hier und da mal Leuten auf die Füße getreten. Sein Blog kam mir immer wieder mal unter. Aber es ist höchst seltsam, was man da auf ein paar Portalen über ihn liest. Ich bin also immernoch nicht weiter, was Danisch betrifft. Ich weiß nur, dass vieles von ihm hart am Wind segelt. Also müssen wir uns mal auf die Geschichte mit dem MDR konzentrieren.

Es geht um das Zitatrecht. Er hat wohl über die Verhinderung einer AFD-Veranstaltung an der Uni Magdeburg geschrieben und ist dabei mit dem MDR hart ins Gericht gegangen. Die Sendeanstalt der ARD hatte von friedlichen Protesten erzählt, er wiederum von gewalttätigen Ausschreitungen, unterfüttert mit Videomaterial. Daraufhin soll von der Rechtsabteilung des MDR eine Abmahnung mit Unterlassungserklärung und Kostennote bei ihm angekommen sein. Per Email, wie es heißt. Und das ist sogar legitim. Schon seit 8 Jahren. Ich bin zwar erst jetzt darüber gestolpert. Aber das ist alles richtig so.

In der Abmahnung ist die Forderung enthalten, die Kostennote über 1500 Euro zu bezahlen und innerhalb von zwei tagen eine Unterlassungserklärung abzugeben. Und irgendwie muss Danisch da der Kragen geplatzt sein. Was hier und da im Zerpflücken der Abmahnung wie „DIE DA gegen uns kleinen“ klingt, sollte man sich wirklich durchlesen, wie ich auch von anderen mitbekommen habe. Aber ernsthaft, ich habe da eine Frage dazu, die ich wirklich mal beantwortet haben möchte:

Wer berichtet denn darüber?

Es gibt einen ganzen Sack voller Leute, die über diesen Vorfall erzählen. Hier, hier oder hier. Ich habe Webseiten gefunden, die gar kein Impressum haben. Oder es waren Webseiten mit verstümmeltem Impressum. Oder es fehlten die Datenschutzerklärungen. Oder die jeweiligen Betreiber sind auch noch in irgendwelchen rechtsdrehenden Foren unterwegs. Ich will hier wirklich niemandem etwas unterstellen. Aber ehrlich: Hätte nicht auch jemand mit großer Reichweite darüber berichten müssen?

Wenn schon nicht die ARD – respektive der MDR – mit einer Pressemitteilung oder so. Aber ich hätte die großen Kritiker der öffentlich-rechtlichen Sender erwartet. Sagen wir mal: den FOCUS zum Beispiel. Oder Felix von Leitner, besser bekannt als „fefe“. Oder sonstwer. Da ich über verschiedene Portale gesucht habe, fällt es mir schwer, das Alles nachzuvollziehen. Ich bin selbst Blogger, aber auch ich weiß, dass man mir Subjektivität nachsagen kann und muss.

Am Ende bleibt die Erkenntnis

Ja, welche Erkenntnis eigentlich? Es ist sehr wahrscheinlich, dass es zu dem Rechtsstreit zwischen dem MDR und Hadmut Danisch gekommen ist. Aber warum berichten keine großen Portale darüber? Ist Danisch zu unbedeutend? Das wäre noch das am einfachsten nachvollziehbare. Denn sonst lassen ja die Springer-Medien und die Burda-Medien die öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht in Frieden. Wenn es irgendwer anderes gewesen wäre, hätte es wahrscheinlich schon ein größeres Theater gegeben.

Andererseits traue ich seit einer eigenen, sehr persönlichen Erfahrung dem MDR alles zu. In Sachen Faktentreue schlagen sie ja auch schon mal über die Stränge. Das wäre nicht so schlimm, wenn sie es denn bei einer bestimmten Sendung nur „Magazin“ und nicht „politisches Nachrichtenmagazin“ nennen würden. Haben sie aber nicht, und deshalb bin ich x-mal auf Argumenten geritten, die gar nicht da waren. Das konnte aufgeklärt werden. Und deshalb habe ich ein gespaltenes Verhältnis zum mitteldeutschen Sender.

Ich weiß, dass die Rechtsabteilung des MDR ziemlich aktiv ist. Ob berechtigt oder nicht, kann ich nicht beurteilen, ich bin ja kein Jurist. Aber selbst wenn die Abmahnung gegen Hadmut Danisch gerechtfertigt wäre, ist es sehr interessant, wie er diese auseinander nimmt. Und deshalb empfehle ich nochmals den oben fett hinterlegten Link. Es ist ein bisschen lang, aber es muss wohl so sein.

Zur ursprünglichen AFD-Geschichte: Ja, es gab tatsächlich einen handfesten Zwischenfall mit Knallkörpern und fetten Tumulten. Ob am Ende von gewalttätigen Ausschreitung zu reden ist, wage ich ein wenig anzuzweifeln. Es ist aber auch immer eine Frage, wie man das sieht. Die Wahrheit liegt also zwischen Danisch und dem MDR, wie ich hier herauslesen konnte. Und damit ist es genug.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 3 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

11 Gedanken zu „Der Mitteldeutsche Rundfunk und der Hadmut Danisch

  1. Zu der SED-Mitgliedschaft:

    Die Rubrik „Ich hab den Beruf verfehlt” ist in meinem Blog eine ständige Rubrik, die seit Jahren besteht, in der es hunderte Kurzartikel nach festem Schema gibt, und in der ironisch-sarkastisch auf überhöhte Bezüge, Vordrängler, Korruption, Taschenvollstopfen und andere zweifelhafte Vorteile hingewiesen wird. Keiner dieser Artikel meint, dass ich das ernstlich sein wollte, sondern ist als satirische Zuspitzung gedacht. Man kann ein über 10 Jahre altes Blog nicht auf einen einzeln Blick hin einschätzen.

    Bisher musste ich die Rubrik noch nie erklären. Das ist das erste Mal, dass ich das erklären muss.

    1. Hallo Herr Danisch. Es ist schön, dass Sie kommentieren. Mir ist die Ironie darin durchaus bewusst geworden. Aber in den heutigen Zeiten muss man leider alles hinterfragen. Nehmen Sie es mir nicht übel.

  2. Irgendwas ist hier faul.
    Auch wenn die Artikel von Danisch oft polemisch sind, sie sind immer gut recherchiert und absolut glaubhaft. Da ich keine Angst von anderen Meinungen habe, lese ich sein Blog gerne.

    Mich wundert das folgende: Warum wird sein Blog nie in den Medien zitiert? Hadmut Danisch äußert sich ja nicht nur zu kontroversen Themen.
    Viele, die an einer Uni gearbeitet haben, werden ähnliches erlebt haben, was er auf seinem Blog Forschungsmafia (http://www.forschungsmafia.de/blog/) beschreibt.
    Warum wird dieses Problem nie in den Medien diskutiert?

    Mir ist etwas aufgefallen: Ich habe sein Blog ein einziges Mal in einem Leserkommentar einer großen Zeitung erwähnt gesehen. Ein sachlicher Kommentar. Kurz danach war der Kommentar gelöscht.
    Als Experiment habe auch ich einen Kommentar geschrieben. Auch dieser wurde kurz danach gelöscht.
    Kann es sein, dass Kommentare, die danisch.de erwähnen, gelöscht werden?

  3. Ich lese regelmäßig das Blog von Hadmut Danisch: er hat seine Themen und einen klaren Standpunkt, den er deutlich und mit eigenem Stil vertritt. Was er schreibt, sind legitime Ansichten, die nach meiner Meinung keine juristischen Grenzen überschreiten. Insbesondere beleidigt er niemanden persönlich und ruft nicht zu Hass und Gewalt auf. Seine Reichweite ist gewaltig: Er hat einmal einen Blogbeitrag von mir verlinkt, woraufhin die Zugriffszahlen bei mir explodiert sind.
    Man muss nicht jede seiner Ansichten zu 100% teilen, um ihm im Streit mit dem MDR vollen Erfolg zu wünschen, was ich hiermit gerne tue. Obwohl selbst auch Naturwissenschaftler und in der Informatik tätig, halte ich insbesondere seine doch recht pauschale Ablehnung von Sozialwissenschaften für ein Stück weit überzogen. Angesichts des illiberalen Unsinns, der von vielen Sozial“wissenschaftlern“ inzwischen vertreten wird, ist diese Totalablehnung aber verständlich und ein kleines Übel. Legitim ist sie in jedem Fall, und das ist das, was zählt.
    Seine Analyse der Abmahnung macht auf mich einen sehr schlüssigen Eindruck. Er sollte sich einen guten Anwalt nehmen und das Ding knallhart durchfechten. Das ist ein Dienst an der Freiheit von uns allen, für die auch ein Spendenaufruf an die Blogsphäre angemessen und erfolgversprechend wäre. Ich für meinen Teil würde die Spende einfach dem „Beitragsservice“ abziehen. Wenn der ÖR Geld verschwendet, um Blogger mundtot zu machen, statt selbst besser zu berichten und weniger Propaganda zu machen, muss man ihm einfach durch zivilen Widerstand die Mittel verweigern. Es ist jetzt Zeit, die Glacéhandschuhe auszuziehen.

    1. Ich stimme dem zu. Ich zweifle gar nicht an der – naja, woran eigentlich? – Legitimität oder was auch immer, was Herrn Danisch betrifft. Ich fand es halt einfach nur seltsam, dass so niemand darüber berichtet. Ich lese ja auch hier und da mal bei ihm. Ja, er behandelt vieles überspitzt. Aber was die Geschichte mit der Abmahnung betrifft, so habe ich auch darauf hingewiesen, dass man sich das als Blogger genau durchlesen sollte.
      Und was den MDR betrifft: Ich habe ja selbst ein eher gespaltenes Verhältnis zum ÖR-Sender aus Leipzig. Ich nehme halt einfach an, dass man am Beitragsservice nichts abknapsen kann, um Leute wie Herrn Danisch zu unterstützen. Ich drücke ihm aber sämtliche Daumen, die ich habe. Verteilen wir doch einfach alle Artikel, die die Sache erwähnen, vielleicht müssen dann andere Medien auch darüber berichten.

      1. Das sollte keine Kritik an Ihnen sein, sondern nur meine Ansicht zu danisch.de wiedergeben. Das Verschweigen von Blogs (und konsequenterweise auch die Entfernung aller Links dorthin in Kommentaren) hat ganz sicher Methode in den MSM.
        Kleine Blogs erwähnt man nicht, auch nicht negativ, weil ihnen das nützt. Erst wenn Totschweigen nichts mehr nützt, weil ein Blog bereits zu einflussreich ist, kommt die stille Bekämpfung zum Beispiel mit Klagen. Über diese Klagen zu berichten, wäre hochriskant, weil die Klage ja verloren werden kann und dann das Gegenteil des Gewünschten eintritt: Ermutigung statt Einschüchterung. Ich halte es für wichtig, die mittelgroßen Mainstream-kritischen Medien und Blogs zu unterstützen, die sich sachorientiert und nicht extremistisch äußern. Zu dieser Liste zähle ich neben danisch.de auch fefe.de, Don Alphonso, kenfm.de, nachdenkseiten.de, makroskop.eu, norberthaering.de, lostineu.eu.

        1. Nein, ich habe das auch gar nicht als Kritik aufgefasst. Regionale Medien nennen zum Teil Blogs, weil das halt der eigenen Vernetzung in der Region dienst, aber sonst ist man da eher schweigsam. Das stimmt schon. Und so gesehen, ist das ja richtig, dass ,am vielleicht zur Nachahmung aufruft, wenn man über solche Gegebenheiten berichtet. Es würde aber zum guten Ton der schreibenden Zunft gehören, finde ich.

    2. Dem ÖR Beiträge abknapsen geht zum Beispiel so:
      Man stellt auf vierteljährliche Zahlweise per Rechnung um: https://www.rundfunkbeitrag.de/buergerinnen_und_buerger/formulare/aendern/index_ger.html (im zweiten Schritt)
      Dann zahlt man immer so spät wie offziell möglich, also im ersten Monat des Folgequartals, wenn die kostenfreie Mahnung eingetrudelt ist.Auf diese Weise spart man im Jahr der Umstellung einmalig einen Quartalsbeitrag von 52,50 Euro und ein Anfang ist gemacht.

  4. Ich habe den Versuch unternommen, den Mensch Danisch hinter diesem – nein, seien wir ehrlich – kruden Weltbild zu finden, aber das war nicht möglich. Zu allen möglichen und unmöglichen Themen lautet seine einzige Erklärung „der Feminismus ist an allem Schuld und unser aller Untergang“ und das war’s dann auch. Selbst bei Themen, die man nicht mit Feminismus in Verbindung bringen würde, kommt er immer wieder darauf. Das ist auf Dauer langweilig. Mal ganz davon abgesehen, dass sein selbstgefälliger Ton nach dem Motto „ich weiß es besser, Ihr Trottel“ sehr arrogant rüberkommt. Ich habe ein paar Beiträge gelesen, es aber schließlich gelassen, als ich das Muster erkannte.
    Und damit zur Sichtbarkeit: Gäbe es die Website Rivva nicht, wo sein Blog ab und zu auftaucht, würde ich Danisch überhaupt nicht kennen. Und vielen anderen würde es wohl genau so gehen. Warum sollten die „Mainstreammedien“ über jedes relativ unbedeutende Blog schreiben? Warum ausgerechnet über Danisch? Warum nicht über Lieschen Müller, die der Meinung ist, dass alle Männer Vergewaltiger sind, um mal ein Gegenbeispiel aufzumachen? Es gibt so viele Blogs, die keine große Resonanz finden, warum also ausgerechnet bei ihm?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.