Die isolierte Pfarrerstochter

Wolfgang Schäuble und Angela Merkel im Bundestag im Jahr 2014 - By Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons Wolfgang Schäuble und Angela Merkel im Bundestag im Jahr 2014 - By Tobias Koch (OTRS) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Bundeskanzlerin Merkel ist zunehmend isoliert. Das wissen wir. Als sie bei der CSU in Wildbad Kreuth war, war sie froh, dass das vorbei war. Das hat man ihr angesehen, wenn man so die Medienberichte dazu gesehen hat. Aber es ist ja nun nicht nur der Krach mit Bayern-König Horst, der sie in die Enge getrieben hat. Auch europaweit ist sie mehr und mehr in die politische Einsamkeit getrieben. Es gibt immer mehr, die sagen, dass die Pfarrerstochter nicht mehr lang im Amt zu halten ist.

Nein, es glaubt kaum noch jemand an das, was Angela Merkel da erzählt. Nämlich, dass die Flüchtlingskrise noch zu bewältigen ist. Die Medien befleißigen sich immer mehr darin, dass sie aufzeigen, wie beschissen das Alles ist, wie gefährlich die Flüchtlinge alle sind und dass Angela Merkel an allem schuld sei. Wir hatten doch da jetzt mal das Thema mit dem Liftboy namens Medien. Die Frage, die sich nun stellt, ist dann am Ende: Wer soll es denn dann machen?

Soll etwa Wolfgang Schäuble die Pfarrerstochter beerben? Oder gar Peter Altmeier? Oder etwa Sigmar Gabriel? Nein, das kann ich mir alles nicht vorstellen. Sie etwa? Merkel ist isoliert, keine Frage. Sie will nun mit der Türkei einen Deal aushandeln, was die Flüchtlinge betrifft. Aber es glaubt niemand ernsthaft daran, dass das Merkel noch retten kann. Und dann stellt sich die spannende Frage: Wird sie denn weitermachen wollen, wenn sie derart torpediert wird?

Am Ende ist es dann aber so, dass der Bundeskanzlerin der Rückhalt in den eigenen Reihen fehlt. Das sieht man deutlich, wenn man die Medien verfolgt. Auch auf europäischer Ebene winkt man ab, wenn sie irgendwie mitmischt. Aber nochmal die Frage: Wer soll es denn sonst machen? Es wird niemanden geben. Wer auch immer nach Merkel folgt, er oder sie kann nur eine Übergangslösung sein, mit der es zu einer möglichen Klärung der Flüchtllingssache kommen kann – aber eben auch nicht muss.

Deutschland wird durch die Isolation der leitenden Politikerin auch immer mehr in die eigene Isolation getrieben. Wenn in Sachen Flüchtlinge alle Länder etwas anderes als Deutschland machen, muss man wahrscheinlich wirklich darüber nachdenken, ob das so richtig ist, was die Bundeskanzlerin so macht. Politik hat etwas mit Aushandlung zu tun. Und hier habe ich so meine Bedenken, dass andere mit Angela Merkel noch großartig verhandeln wollen. Aber dann gilt erst recht die Frage: Mit wem denn dann?

Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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