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Koran - (C) Tariq786 CC0 via Pixabay.de Koran - (C) Tariq786 CC0 via Pixabay.de

Die Ware Religion durch „Die Wahre Religion“

Religion als Ware. So wirkt das, was „Die Wahre Religion“ von sich gab. Nun wurde sie verboten. Die Salafisten sollen IS-Kämpfer rekrutiert haben. Es kam zu einer Großrazzia in zehn Bundesländern, die zu einem Verbot der Vereinigung führte. Knapp 200 Wohnungen sollen durchsucht worden sein. Damit dürfte die höchst umstrittene Koran-Verteilaktion namens „Lies!“ beendet sein. Was gibt es dazu zu sagen?

Der Koran ist per se erst einmal nicht politisch. Es handelt sich um eine religiöse Schrift wie die Bibel. Problematisch wird der Koran – und im übrigen alle anderen religiösen Schriften auch – erst, wenn er instrumentalisiert wird. Und der Koran wurde von der Vereinigung instrumentalisiert, weil das Märtyrertum thematisiert und idealisiert wird. Er wurde auch instrumentalisiert, weil der „Dschihad“ – die religiöse Gewaltausübung – zur Verteidigung des islamischen Glaubens befürwortet wird. „Die Wahre Religion“ befürwortet neben all diesen Dingen ebenfalls die Todesstrafe für Homosexuelle.

Mit der Aktion „Lies!“ wurden Koranübersetzungen in Fußgängerzonen von Großstädten verschenkt. Das Ziel war, dass ein Koran pro Haushalt vorhanden sein soll. Schon allein das ist eine reine Instrumentalisierung, da der Koran wohl recht frei übersetzt worden sein soll. Dazu gründete man eine „Lies! GmbH“. Und bei diesen Verteilaktionen wurden offenbar auch Kämpfer für die Dschihadisten der Terrororganisation „Islamischer Staat“ geworben. Damit ist die Vereinigung als Verein per se erst einmal verfassungsfeindlich.

Hassbotschaften, Verschwörungstheorien, Glorifizierung des Islamischen Staates: all das wird der Vereinigung vorgeworfen. Und die Kämpfer, die durch sie geworben wurden, sollen in den „Heiligen Krieg“ in Syrien gezogen sein. Man kann es nicht anders sagen, das hat nichts mit dem Koran zu tun. Deshalb finde ich auch, dass hier das Grundrecht auf Religionsfreiheit nicht greift. Hier musste unbedingt gehandelt werden.

Um 06.30 Uhr fand die Großrazzia zeitgleich in mehreren Bundesländern statt. Allein in Berlin wurden 20 Liegenschaften durchsucht. In den ostdeutschen Bundesländern soll es keine Aktionen gegeben haben. Der salafistische Verein steht immer wieder im Fadenkreuz, weil unter anderem auch zum Mord an Islamkritikern aufgerufen wird und militante Aktionen unterstützt werden. Und das Alles unter der Deckmantel „Die Wahre Religion“. Der Islam ist nicht der Teufel an sich. Vereinigungen wie diese lassen ihn verkommen. Und sie machen aus Religion eine Ware.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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