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Im Fadenkreuz - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Im Fadenkreuz - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

Exil-deutscher Blogger und die Flüchtlinge in Europa

Ich dachte, ich sehe nicht richtig: Da schreibt ein deutscher Blogger in Guadeloupe darüber, dass Flüchtlinge aus Deutschland abhauen sollen. Aber in einem Ton. Ich weiß nicht, was ich von so etwas halten soll. Soll ich das gleich beschissen finden oder mich erstmal damit auseinander setzen? Ich glaube, ich nehme beides. Solche Leute wie dieser so genannte Blogger (Eigentlich ist er ein Nestbeschmutzer in der Bloggerszene) sind unfassbar. Darum darf ich das, was der schreibt, beschissen finden UND mich damit auseinander setzen. Passen Sie mal auf.

Seiten-Analyse

Die Seite heißt „Halbpfosten oder doch Vollpfosten? Die nackte Wahrheit UNZENSIERT“ – eine Seite, die über die Blogging-Plattform von Google, Blogspot, läuft. Und dort treibt jemand namens ITMS sein Unwesen. Anders als bei richtigen Webseiten, wo ein Impressum angegeben sein muss, ist das bei Blogspot nicht der Fall. Aber in der Fußzeile steht „(C) by ITMS; 91750 St Martin [Grand Case], Guadelope, Überseedepartments France. Picture Window-Vorlage. Powered by Blogger.

Er beleidigt die Besucher mit einem Hinweis, was ihm alles völlig egal ist. Das kann man ja auch, wenn man anonym irgendwelche Gülle ins Internet kippt. Auf einer Unterseite schreibt er vom deutschen Gesetzgeber als „Deutsche Schergen“, die – natürlich – im französischen Übersee-Department nicht zuständig sind. Wenigstens hat er dort auf der Seite eine Anschrift. Wieso das jemanden interessieren soll, ist mir unklar.

Auf einer anderen Unterseite tut er so, als wolle er erklären, warum er so unsinniges Zeug zusammen faselt. Er will zum Nachdenken anregen. Aber wieso nur erklärt er das irgendwo am Rande und nicht direkt? So kommt das Alles als rechtes Geschwafel daher. Und das will ich nicht. Zumal er von „Importierte Facharbeiter, Linke sowie Muslime und Islam-Knechte aber auch GUT-Menschen“ palavert. Alles irgendwie Begriffe, die ich am rechten Rand einordne. Bleibt das auch so, wenn ich mir einen Artikel von ihm vornehme?

Brennendes Europa oder keine zufällige Flüchtlings- und Asylflut

Sogenannte Asylanten und Flüchtlinge“ – Eigentlich kann man da schon aufhören, das Geschwätz von dem zu lesen. Angeblich hat „der Amerikaner“ „in unserem Wald gezündelt“ und die deutschen Politiker haben ins Feuer geblasen. Die Rettungsaktionen im Mittelmeer würden eben diese „sogenannten Asylanten und Flüchtlinge“ ins Land spülen. Und ohne jeglichen Nachweis listet er dann auf, wie wenig willkommen die Menschen in allen EU-Ländern sind. Wir sind uns einig, dass das nicht ganz richtig ist? Gut, dann weiter.

Er ist ernsthaft der Auffassung, dass für die Leute keine Gefahr für Leib und Leben bestehen würde. Dass das auch nicht richtig ist, wissen wir, oder? Ich stelle gar nicht infrage, dass es in der Herde auch schwarze Schafe gibt. Aber will man vor dem IS-Terror geflüchtete Syrer oder vor dem Boko-Haram-Terror geflüchtete Marokkaner als Wirtschaftstouristen hinstellen?

Der Autor erzählt dem geneigten Leser weiter davon, dass „Deutsche und ihre Kinder aus ihren Häusern, Alte aus ihren Heimen, Studenten auch“ geworfen werden, um Flüchtlingen Platz zu schaffen. Und er hätte es gern, „hier“ nur Christen aufzunehmen. Wo wäre denn dieses „hier“? In Guadeloupe? Muslime sollen jedenfalls raus aus diesem „hier“ – wo immer das sein mag.

Der Artikel ist dann gekennzeichnet mit „Asyl-Erschleicher, Deutschland & Europa, Krimigranten“ – und ich habe so viel aus diesem Machwerk zitiert, dass ich es Ihnen nicht ersparen kann, die Quelle anzugeben. Ich bin ja nicht so wie „ITMS“.

Eindruck

Da wandert ein mutmaßlich Deutscher in die Karibik aus. Auf die Kleinen Antillen. Und dann schwafelt der Autor meterlang irgendwelchen Schwachsinn daher, dass Deutschland den Deutschen gehören würde und die unfähige Regierung als Gefolgsleute der Amerikaner das Land auf Geheiß des Großen Bruders zu Grunde wirtschaften und die „sogenannten Asylanten und Flüchtlinge“ das Volk unterminieren.

Nein, so einen Dreck muss man nicht lesen. Dass dieser Blödsinn, den ich da verlinkt habe, nicht zum Nachdenken, sondern zur Hetze animiert und Volksverhetzung wohl unter Strafe steht, muss ich sicherlich nicht ausführlich erklären, oder? Lesen Sie lieber nicht so einen Schwachsinn, der dort verzapft wird. Freilich, man muss sich seine eigene Meinung bilden. Aber dieser Autor ist eine Schande für all diejenigen, die ehrlich und mit Herzblut bloggen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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