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Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Fällt Mossul, wird das nicht das Ende des Islamischen Staates sein

Derzeit läuft wohl eine größere – nun ja – Operation, um die irakische Stadt Mossul vom Islamischen Staat zu befreien. Und dann soll alles gut werden. So heißt es zumindest, wenn man so das Tösen der Medien hört. Was aber wäre denn, wenn das Alles ein Trugschluss wäre? Was wäre denn, wenn der Islamische Staat seine so genannte Hauptstadt zwar aufgeben würde, aber trotzdem nicht erledigt wäre? Dann hätte es noch mehr Tote gegeben, ohne dass wirklich etwas zählbares erreicht wäre. Ich glaube, dass hier mancher Kriegstreiber auf das falsche Pferd setzt.

Der Islamische Staat wird allgemein als terroristische, sunnitische Miliz hingestellt, die die Weltherrschaft an sich reißen will. Und der könnte man den Garaus machen, wenn man die irakische Stadt Mossul bombardiert. Dabei wird es wohl aber gar nicht so einfach werden. Ich habe einiges gelesen, was zu dem Schluss führen kann, dass die Terror-Miliz alles andere als am Ende wäre, wenn man ihr mit Bombardements kommt. Die Strukturen der Organisation scheinen weit verzweigt zu sein, sodass „Daesh“, wie sie auch genannt wird, sicherlich eine Rückzug-Strategie hat, um sich neu zu sortieren.

Wenn man sich einfach mal so anschaut, wodurch sich der Islamische Staat finanziert, dann fällt auf, dass Erdöl, Raubgrabungen, Lösegeld, Sklaverei, Spenden und Steuern da immer wieder genannt werden. Was wäre denn aber, wenn da irgendwelche Finanzgenies in New York in ihren klimatisierten Büros hocken und durch gekonnte Aktienspekulationen da noch mitmachen und die eigentlichen Financiers der Party sind? Die Spenden sollen ja zum Beispiel von vermögenden Privatleuten stammen. Warum also sollen die nicht mit Wetten auf die Zerstörungskraft der Organisationen Geld einnehmen?

Es werden auch immer wieder wüste Zahlen genannt, wie viele Leute für den Islamischen Staat kämpfen. 20000 oder 50000 oder so. Meine Meinung ist: Die Beobachter, die angeblich so großartig über den Islamischen Staat Bescheid wissen wollen, wissen im Prinzip nichts. Auch was irgendwelche Trittbrettfahrer wie al-Bakr betrifft, scheinen irgendwelche Geheimdienste und dergleichen völlig im Dunkeln zu tappen. Auch ist es sehr bedenklich, dass irgendwelche Beobachter zwar wissen, dass Kriegsgerät vom Schwarzmarkt stammt, aber dort niemand wirklich einschreitet. Vielleicht fischt man da auch nur im Trüben?

Warum also sollte das mit der Bombardierung von Mossul anders sein? Warum sollte die derzeit ablaufende Aktion das Ende der Terror-Miliz bedeuten? Dem IS sollen ehemalige, teils hochrangige Mitglieder der irakischen Armee angehören. Es ist also große militärische Expertise vorhanden. Und wer weiß, warum sollten nicht irgendwo Ausweich-Quartiere gebaut werden? Wieso nicht genau in diesem Moment, wenn Mossul bombardiert wird? Dort wird sich die Miliz sammeln und neu formieren. Wenn die Aktion der Anti-IS-Koalition dann für beendet erklärt wird, wird sie sich zurückziehen und den Weg für den „IS 2.0“ frei machen.

Ich denke nicht, dass der Islamische Staat auf so eine Art und Weise besiegt werden kann. Wenn USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Kanada, die Türkei und sonstwer fertig sind, wird sich der IS neu formieren und genau so weitermachen wie bisher. Vielleicht sogar gezielter? Man weiß einfach nicht, was die Zukunft bringt. Aber eins ist sicher: Es wird keine Ruhe vor dem Islamischen Staat mit dabei sein.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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