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Frauke Petry (AfD) auf dem Parteitag 25.1.2014 in Aschaffenburg - (C) Metropolico.org CC 2.0 via flickr.com Frauke Petry (AfD) auf dem Parteitag 25.1.2014 in Aschaffenburg - (C) Metropolico.org CC 2.0 via flickr.com

Frauke Petry oder die AfD?

In Stuttgart findet der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland statt. Deren Chefin Frauke Petry ist natürlich mit dabei. Aber wer weiß, wie lange noch? Denn irgendwie haben sie sich nicht mehr so richtig lieb an der erzkonservativen Front. Ich schreibe bewusst „erzkonservativ“ und nichts anderes, weil man ja das Andere nicht per se auf alle Mitglieder und Sympathisanten beziehen kann. Fakt ist, dass Frauke Petry wohl mit dem Rücken zur Wand steht. Und deshalb wird es spannend, was da passiert.

Proteste überschatten den Parteitag in Stuttgart. Klar, es kann sich niemand vorstellen, dass jemand noch konservativer als die dortige grünschwarze Landesregierung ist, die sich kürzlich konstituiert hat. Und der Parteitag ist immens wichtig für die blaue Kleinpartei, die gar nicht mehr so klein ist. Er ist wichtig, weil man krampfhaft nach einem Parteiprogramm sucht. Und hier geht der große Richtungsstreit los. Denn es heißt seit Tagen in den Medien, dass Parteichefin Petry den Laden verlassen und die Brocken hinschmeißen könnte, weil die Themen zu radikal seien.

Ich habe den Eindruck, als ob die Thesen von Köpfen wie Beatrix von Storch der Parteichefin zu weit gehen. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ soll ein Satz sein, den von Storch am liebsten mit ins Programm aufnehmen lassen will. Das ist entgegengesetzt zu dem, was Petry macht, denn die will sich ja mit führenden Muslimen in einen Dialog begeben. Wenn die AfD – wie es sich häufig andeutet – immer weiter nach rechts abdriftet, könnte es dann sehr gut passieren, dass Frauke Petry die Broken hinwirft und die Partei verlässt.

Sie befindet sich wohl in einem nicht überbrückbaren Streit mit Leuten wie Beatrix von Storch und Alexander Gauland. Was von Storch so kundtut, wissen wir. Aber bei Gauland sind sich die Beobachter nicht einig. Ist er nun ein standhafter Konservativer, was ja nicht zu beanstanden wäre, oder ein Intellektueller, der mit Ängsten, Meinungen und Ressentiments spielt? Letzteres wäre fatal. Aber es könnte durchaus sein, dass sich genau das bewahrheitet. Und bei all dem könnte Frauke Petry im Weg sein.

Insofern ist der Parteitag der Alternative für Deutschland durchaus richtungsweisend. Denn es könnte nicht nur ein Parteiprogramm am Ende herauskommen. Es könnte auch sein, dass die Chefin weg ist. Ob das nun gut oder schlecht für die deutsche Parteienlandschaft ist, wage ich nicht zu beurteilen. Ich würde es mir aber wünschen, dass die deutschen Wähler aufwachen und diesen fatalen Kurs der Partei nicht mittragen. Wer etwas in Richtung freiheitliche, bürgerliche Politik unterstützen will, hat genügend Auswahl und ist nicht auf die Blauen angewiesen. Aber was weiß ich schon?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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