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Im Supermarkt - (C) itkannan4u CC0 via Pixabay.de Im Supermarkt - (C) itkannan4u CC0 via Pixabay.de

Hamsterkäufe: Der Rat der deutschen Bundesregierung

Das Ende ist nah! Leute, deckt euch ein, sodass ihr überleben könnt, wenn es eng wird! Genau dazu rät die deutsche Bundesregierung. Und warum das nun? Das Alles ist nämlich Teil des neuen Konzepts zur Zivilverteidigung. Ich sehe es schon kommen, dass Häuser in Deutschland verbarrikadiert werden und Sprüche auf Brettern prangen. Wie in den USA bei Hurrikans. Nur dass nicht „Go away, Katrina!“ drauf steht, sondern „IS raus aus Deutschland“ oder so etwas. Darüber möchte ich gern schreiben.

Es gab schon viele Jahrzehnte ein Konzept der Zivilverteidigung. Darin geht es um Evakuierung und Notfallversorgung und so etwas. Die letzte Fassung stammt aus dem Jahr 1989. Verschiedene Dinge gelten einfach mal nicht mehr, wie die Verbringung der Bundesregierung in einen Atombunker im Ahrtal bei Bonn. Also erstmal wäre im Angriffsfall die Bundeswehr außerstande, die Bundesregierung mit dem Flugzeug von Berlin nach Köln / Bonn zu fliegen. Und außerdem ist der Bunker inzwischen ein Museum. Solche Dinge gibt es zuhauf im alten Konzept. Deshalb musste es überarbeitet werden.

Das Bundesinnenministerium hat nun vor vier Jahren begonnen, ein neues Konzept zur Zivilverteidigung zu erarbeiten. In dieser Woche soll es nun vorgestellt werden. Die Gefahren haben sich verlagert. So gibt es nun eben mal so genannte hybride Konflikte, bei denen neben konventionellen Waffen auch Computerkriminalität oder Computersabotage und all das zum Einsatz kommen. Das bringt dann nicht nur die Gefahr von Anschlägen mit sich, sondern auch die der Havarien. Man will bestmöglich auf existenzbedrohende Entwicklungen vorbereitet sein.

Und demzufolge soll die Bevölkerung gewappnet sein. Menschen schaffen vielleicht drei oder vier Tage ohne Flüssigkeit. Aus diesem Grund rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, BBK, zur Lagerung von 14 Litern Mineralwasser pro Person. Na klar, es gibt viele Stimmen, die daraus gleich mal „Hamsterkäufe“ machen. Und gestern wurde in den sozialen Netzwerken dann folgerichtig die Frage diskutiert, was man denn dann mit all den gekauften Hamstern anfangen soll.

Nein, es muss nun einfach mal regelmäßig überprüft werden, ob die Zivilschutzorganisationen in Deutschland den aktuellen Gegebenheiten entsprechend noch abwehr- und reaktionsfähig sind. Notfalls müssen die Vorschriften und Handlungsrahmen den aktuellen Herausforderungen angepasst werden. Man kann nun einmal nicht mehr mit Konzepten von vor knapp 30 Jahren hantieren. Zu der Zeit – die älteren werden sich erinnern – fiel gerade die Mauer, und Deutschland begann zusammenzuwachsen. In der Folge änderte sich alles, was bisher galt. Deshalb ist das bisherige Konzept auch nicht mehr zeitgemäß.

Ich werde nicht müde, die Bundesregierung zu kritisieren, wenn es in den Kram passt. Aber es ist nun einmal so, dass man Thomas de Maizière keine Panikmache vorwerfen kann. Ich meine, Havarien können immer passieren, da muss nicht mal die Terror-Keule ausgepackt werden. Aber wenn wir das schon tun, dann reden wir bitte auch darüber, dass die Gefahr eines Anschlags nicht geringer geworden ist. Also hier halte ich das nicht für gerechtfertigt, einen von Panikmache zu faseln, wie es die Opposition macht.

Und nicht zuletzt sind DDR-Bürger darin gelernt, einen gewissen Vorrat anzulegen. Es war früher völlig normal, Obst einzukochen und im Keller zu lagern. Es gab auch nicht immer alles, sodass man im Keller all das hortete, was es gerade mal zu kaufen gab und was sich unter den Bedingungen hielt. Das Bier wurde ja auch in den Keller gestellt. Was ist also so schlimm daran? Das hat nichts mit Hamsterkäufen zu tun. Und am Ende gehört es sich auch nicht, hierüber Witze zu machen. Ich denke, einen gewissen Vorrat im Keller zu haben, kann nicht die blödeste Idee sein.

Aber wenn man schon einen auf Hamsterkäufe macht, dann muss man natürlich „dringend“ dazu raten, einen großen Notvorrat anzulegen. Dazu muss man dann auch einen Link zur „Notnahrung“ hinterlegen, an dem man ein paar Heller verdient. Also wenn, dann richtig, oder? Zu dem entsprechenden Artikel lässt man dann auch noch keine Kommentare zu. Nee, Freunde, bleiben wir mal bitte alle entspannt. Es ist doch besser, Erdbeeren selbst zu pflücken und in Gläsern im Keller zu lagern, als das Zeug zu kaufen, was wie Erdbeeren aussieht, aber mit der Lötlampe rot gemacht wurde. Mit Hamsterkäufen hat das nichts zu tun. Aber was weiß ich denn schon?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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