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Martin Schulz - von EU2016 SK [CC0], via Wikimedia Commons Martin Schulz - von EU2016 SK [CC0], via Wikimedia Commons

Martin Schulz – Was wird nun mit der SPD?

Nun freuen sich alle: Martin Schulz hat den SPD-Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur von Sigmar Gabriel übernommen. Und nun? Wird jetzt alles gut? Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen zum kleinen Mann aus Helrath, der in Würselen Bürgermeister war. Und sie jubeln in der SPD. Es wirkt alles wie ein „Gott sei dank, jetzt ist der Dicke endlich weg“. Als ob man nur darauf gewartet hat, dass Gabriel zurücktritt. Die SPD ist eine komische Partei.

Ohne Frage, Martin Schulz ist ein gestandener Europa-Politiker. Und es gibt auch keine zwei Meinungen darüber, dass er weniger der nichtssagende-Phrasen-Drescher wie Sigmar Gabriel ist. Man kauft dem Brillenträger jedes seiner Worte ab. Und irgendwie glaubt man daran, dass die SPD mit ihm an der Spitze mehr als die derzeitigen Stimmen einfangen könnte. Aber sonst? Was wird nun aus der SPD? Man könnte auch ein „Quo Vadis“ in die Runde hauen.

Die SPD befindet sich im Dilemma. Denn man weiß nach wie vor nicht, wohin sie will. Man hört immer mal wieder, dass die Partei ihr Profil schärfen will. Was soll das bedeuten? Und man redet Martin Schulz nach, dass er beliebt im Volk sei. Allerdings sammelte er weniger Prozentpunkte bei Umfragen ein, als Donald Trump jemals hatte. Redet man sich innerhalb der Partei eben diese vielleicht schön? Wie geht das mit der SPD nun also weiter?

Ich weiß es nicht, und mir ist es auch irgendwie egal. In den letzten Jahren wirkte das Alles bei der SPD wie ein reines Taktieren. Spannend wird nun, ob das anders werden kann mit dem kleinen Mann von der deutsch-niederländischen Grenze. Böse Zungen kommen nicht umhin, nun gleich wieder Witze über Schulz zu reißen. Und wäre die SPD dann dazu in der Lage, eine Regierung abseits der Großen Koalition zu führen? Im Moment rechnet man ihr Chancen aus, zumindest in die Nähe der 30% zu kommen.

Martin Schulz wird als großer Hoffnungsträger angesehen. Kann er diese Erwartung erfüllen? Ich bin skeptisch. Ich meine, nur weil man die Leitfigur austauscht, wird das doch nicht plötzlich ein anderer Laden. Die SPD ist in sich verstritten, und niemand weiß, wo sie steht und wohin sie will. Das wird doch nun auch nicht plötzlich anders, nur weil die SPD von Martin Schulz angeführt wird. Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass nun die SPD wieder ernst zu nehmen ist. Aber ich kann mich täuschen.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

2 Gedanken zu „Martin Schulz – Was wird nun mit der SPD?

  1. Dass Schulz alle Erwartungen erfüllen kann, die man an ihn heranträgt, darf sicher bezweifelt werden. Die Erfolgschancen steigen für die SPD aber. Er ist beliebter beim Volk als Gabriel. Ihm kann gelingen, Anhänger der anderen Parteien für sich zu gewinnen. Er ist für die CDU unberechenbarer und weniger angreifbar. Ich glaube, er kann „Muddi“ mehr Paroli bieten. Ob es dann zum zum Sieg reicht? Ich wage da keine Prognose. Die Ankündigung von Gabriel kam (auch) für die CDU überraschend. Da muss sicher manche Stellschraube umjustiert werden. Die SPD aber muss sich in der Tat mal klar und ernsthaft neu ausrichten und dann auch die einheitliche Linie fahren. Ich bin gespannt.

    1. Hallo Hans,

      stimmt, die gesamte Partei muss sich neu aufstellen. Da reicht es nicht, irgendwas von „Profil schärfen“ zu erzählen. Damit weiß doch an der Basis niemand etwas anzufangen. Inwiefern da Schulz etwas beitragen kann, warte ich mal ab. Natürlich ist er für Angela Merkel eine größere „Gefahr“ als Gabriel. Ich kann mir dennoch nicht vorstellen, dass es hier zu einer signifikanten Wende kommt.

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