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Eine SU-24 Suchoi der Russischen Luftwaffe - By Dmitriy Pichugin [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html) or GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html)], via Wikimedia Commons Eine SU-24 Suchoi der Russischen Luftwaffe - By Dmitriy Pichugin [GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html) or GFDL 1.2 (http://www.gnu.org/licenses/old-licenses/fdl-1.2.html)], via Wikimedia Commons

Militärischer Zwischenfall in der Ostsee

Es klingt dramatisch. Aber ich bin tatsächlich erschrocken, als ich ein Video sah. Russland und die USA haben offenbar größeren Stress miteinander als zugegeben. In der Ostsee sind sie aufeinander getroffen. Ja, direkt vor der deutschen Haustür in der baltischen Badewanne. Beteiligt waren mehrere russische Kampfflugzeuge des Modells SU-24 – ganz ähnlich wie im Bild zu sehen – und das US-Kriegsschiff „USS Donald Cook“. Leute, hier müssen wir kurz reden.

Zweimal soll es passiert sein, dass am Montag und Dienstag russische Kampfflugzeuge das US-Kriegsschiff provoziert haben. Mitten in der Ostsee sind die Flugzeuge in geringster Höhe und sehr nah über das Schiff oder sehr dicht daran vorbei geflogen. Sofort war natürlich die Rede von sehr aggressiven Vorfällen, angeblich den aggressivsten der letzten Zeit.

Die Flugzeuge vom Typ Suchoi SU-24 sollen zwar unbewaffnet gewesen sein. Aber sie sollen dem Zerstörer so nah gekommen sein, dass Wellen erzeugt wurden. Dabei haben sie auf englischsprachige Warnungen nicht reagiert. Und es war auch ein russischer Hubschrauber vom Typ KA-27 mit dabei, von welchem aus Fotos des Schiffs gemacht wurden.

Jetzt kam niemand zu Schaden, die russischen Piloten haben „nur ein wenig gespielt“ oder so. Klar ist aber: Das Ganze fand vor der russischen Küste statt. Was, Russland hat keine Ostsee-Küste? Falsch, denn was ist denn mit Kaliningrad, dem früheren Königsberg? Ich denke, diesbezüglich ist Russland eh ziemlich nervös. Dort gibt es jede Menge militärische Stellungen, unter anderem die Radarstation Pionerski. Zudem befindet sich dort ein Raketenabwehrsystem.

Die „USS Donald Cook“ befand sich nicht in russischem Hoheitsgebiet. Und deshalb ist es nicht so richtig erklärbar, was da Russland abgezogen hat. Das beschwört doch eigentlich nur eine neuerliche Eskalation der eh schon angespannten Lage herauf. Die Beziehungen zwischen beiden Supermächten sind ja mehr nur so eisig. Und solche Aktionen können da mehr verschlimmern, als man vielleicht ahnt. Schauen Sie mal auf das Video.

Die Kampfflugzeuge sollen gekommen sein, während ein polnischer Helikopter aufgrund einer Übung an Bord des Schiffs aufgetankt wurde. Sämtliche Flugaktivitäten wurden erst einmal eingestellt, bis die Kampfflugzeuge wieder weg waren. Das Alles fand etwa 70 Seemeilen vor Kaliningrad statt. Und es geschah schon einmal, nämlich im Jahr 2014, als derartige Flugzeuge über das Flugzeug hinwegflogen, als es sich im Schwarzen Meer befand. Also handelt es sich um eine wiederkehrende – nun ja – Affäre.

Die Suchoi SU-24 ist dazu in der Lage, sämtliche elektronischen Geräte auf einem solchen Schiff zu unterdrücken. Damit wäre es doch auch manövrierunfähig, oder? Es wurden zwar keine Spielregeln verletzt, weil das Russland wahrscheinlich auch bloß nicht will. Aber höchst provokant war es in jedem Fall. Hätte sich daraus eine Konfrontation entwickelt, wäre das eine Katastrophe gewesen, denken Sie nicht auch?

Offenbar hat sich Russland noch nicht zu dem Vorfall geäußert. Aber es wirkt so, als ob man ziemlich nervös ist. Es scheint, als habe man Sorge um die Baltische Flotte der russischen Marine gehabt. Da können die Piloten noch so sehr alle möglichen Sicherheitsregeln eingehalten haben, eine gefährliche Aktion hinsichtlich des eh brüchigen Weltfriedens war es in jedem Fall.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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