Nein, ich wollte nichts zu Brüssel sagen

Manneken Pis in Brüssel - Niels Mickers [CC BY 3.0 nl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/nl/deed.en)], via Wikimedia Commons Manneken Pis in Brüssel - Niels Mickers [CC BY 3.0 nl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/nl/deed.en)], via Wikimedia Commons

Ich wurde gefragt, warum ich mich nicht zu den Terror-Anschlägen in Brüssel äußere. Dann muss ich eben ein paar Worte hier rein loswerden. Ich wollte nämlich ursprünglich gar nichts dazu schreiben. Das hat auch den Grund, weil ich nicht noch mehr Hysterie vom Zaun brechen wollte. Aber nun ist das halt so, dass ich doch ein paar Worte zu den Anschlägen im Herzen der belgischen und europäischen Hauptstadt fallen lasse. Aber dann ist es auch genug.

Am 22. März 2016 gab es in Brüssel Terroranschläge. Das ist ja hinreichend bekannt. Zweimal gab es Explosionen auf dem Brüsseler Flughafen und einmal in einer U-Bahn-Station. Damit ist nicht nur Belgien in seinem Zentrum getroffen, sondern auch die gesamte Europäische Union. Die Täter sind wohl inzwischen klar, und eigentlich könnte man nun anfangen, wieder zur Normalität überzugehen. Da die Anschläge aber von belgischen Staatsbürgern im Namen des Islamischen Staats verübt wurden, geht das allerdings nicht so einfach.

Man kann jetzt anfangen, hysterisch umher zu plärren, wie schlimm das Alles ist. Man kann es auch etwas friedlicher angehen. Die Probleme Brüssels sind ja bekannt. Da gibt es den Stadtteil Molenbeek-Saint-Jean, aus dem auch die Attentäter von Paris kamen. Und dort hatte man auch den angeblich mutmaßlichen Drahtzieher Abdeslam vermutet. Und dort in dem Stadtteil gibt es eine fortschreitende Radikalisierung. Weil man die Menschen dort allein lässt. Das heißt nun aber nicht, dass Brüssel als ganzes nun ein unsicheres Terrain ist. Folgen Sie einfach mal dem Link zu Beginn dieses Absatzes.

Stellt sich nun eigentlich die Frage, wie man denn überhaupt mit Terror und Terroranschlägen umgehen soll. Dabei kam Europa bei IS-geführten Anschlägen noch glimpflich davon. Schauen wir doch einfach in die Türkei, nach Indien, Somalia, Indonesien, Ägypten, Elfenbeinküste und wohin auch immer. Die Liste wird immer länger. Und das Jahr ist noch jung. Bringt es uns da jetzt etwas, hysterisch nach mehr Sicherheit zu rufen? Selbst wenn, das macht weder die Terroranschläge ungeschehen noch die Opfer wieder lebendig.

Der Islamische Staat hat zum Hauptziel, die Zivilisation ins Chaos zu stürzen und seine eigene Weltordnung zu etablieren. Nun darf man aber nicht vergessen, dass der Terror aus der traditionell ausgerichteten, sunnitischen Ecke des Islams kommt. Und nur ein geringer Teil der Sunniten ist überhaupt IS-freundlich gesinnt. Und von denen ist auch nur ein Teil dazu in der Lage, solche Taten zu verüben. Meine Meinung ist, dass der Islamische Staat einen riesigen Popanz mit einem ganzen Haufen Strohmännern und Kanonenfutter aufgebaut hat und eigentlich gar nicht so groß ist.

Nichtsdestotrotz darf man ihn nicht unterschätzen. Und die Terror-Organisation wird ja immer stärker. Finanziert wird sie meiner Meinung nach durch Saudi-Arabien und Co. Aber die eigentliche Administration der Terror-Gang ist in meinen Augen niemand, der durch Dreck und Schlamm watet und einen Sprengstoffgürtel schleppt. Ich denke, diejenigen, die den Islamischen Staat koordinieren und lenken, sitzen irgendwo in einem klimatisierten Wolkenkratzer und tragen Nadelstreifenanzüge. Und mich würde es nicht wundern, wenn das irgendwie von Amerikanern angetrieben wird, und sei es nur finanziell.

Irgendwelche Großindustrielle steuern den Islamischen Staat. Das steht für mich irgendwie außer Frage. Ich kann es nicht belegen, es ist nur ein Bauchgefühl. Wenn wir da jetzt wie die Wilden herumschreien und uns die Hysterie vorantreibt, hat der Terror gewonnen. Terror wird es immer geben. Wenn wir vielleicht aufhören, ständig meterhohe Schlagzeilen in die Welt zu schreien und uns mit Sondersendungen und Sondersendungen voller Mutmaßungen den Kopf zuzuballern, findet der Islamische Staat vielleicht weniger Nahrung.

Was ich damit sagen will: Die Terroranschläge von Brüssel waren schlimm, und sie haben Europa ins Mark getroffen. Sie werden nicht die letzten gewesen sein, die sich gegen die westlichen Werte richten. Sie konnten nicht durch noch so viel Überwachung verhindert werden, obwohl sie klar angekündigt waren. Der Terror wird nicht einfach so besiegt werden können, es müssen also Schutzmaßnahmen dagegen erarbeitet werden. Und vielleicht sollte man die Breittreter von Schreckensbildern einfach mal unter Manneken Pis stellen, damit sie ihren Schädel kühlen können.

Der Schutz vor Terror muss damit anfangen, dass man dem Terror den Schrecken nimmt und man die Radikalisierung von Menschen durch anderes Handeln verhindert. Der Schutz vor Terror muss aber auch so weit gehen, dass man in den Gebieten, wo dieser herkommt, präventiv tätig wird. Das Alles wird nicht gemacht. Und dann wundert man sich, dass wieder ein Sprengstoffgürtel gezündet wird. Man hat ja oft genug gesehen, dass das so nicht der richtige Weg ist. Vielleicht sollten die Behörden und Staaten einfach mal umdenken. Aber davon verstehe ich nichts, das ist nur Bauchgefühl.

Über Henning Uhle
Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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