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Flagge von Frankreich - Diese Grafik wurde von SKopp erstellt. [Public domain], via Wikimedia Commons Flagge von Frankreich - Diese Grafik wurde von SKopp erstellt. [Public domain], via Wikimedia Commons

Presidentielle 2017 – Frankreich und die Präsidentschaftswahl

Die Einen erzählen von gebannter Gefahr, die anderen erzählen Dolchstoßlegenden ins Herz Europas. Dabei fand nur eine Wahl statt, auf die man blickte. Man hatte gestern irgendwie das Gefühl, als ob es auch den letzten Grashalm-Zähler in Hinterposemuckl interessieren sollte, was da in Frankreich passierte. Aber es war unterm Strich nur die Presidentielle, die Präsidentschaftswahl von der Grande Nation. Und davon auch nur der erste Wahlgang. Aber der Ausgang kann tatsächlich europaweite oder sogar weltweite Auswirkungen haben. Und das müssen wir mal einordnen.

Zur Wahl standen Benoit Hamon, Jean-Luc Mélenchon, Francois Fillon, Marine Le Pen und Emmanuel Macron. Die letzten beiden Personen gehen nun in die Stichwahl um das höchste Amt unseres Nachbarlandes. Dabei ist es interessant zu wissen, dass mit Marine Le Pen eine mutmaßlich rechtsextreme Anwärterin auf dieses Amt zur Wahl steht. Und anders als in Österreich könnte es doch am Ende möglich sein, dass das extrem rechte Lager ein ganzes Land regiert. Das ist bedrückend. Und was könnte dann passieren?

Marine Le Pen steht dafür, Frankreich aus der Eurozone herausführen zu wollen, die Grenzen schließen zu wollen, Flüchtlinge abschieben zu wollen und so weiter und so fort. Das haben Sie sicherlich alles in den Nachrichten mitbekommen. Wenn das am Ende tatsächlich möglich sein kann, wäre selbstverständlich die Euro-Zone und eigentlich die gesamte Europäische Union am Ende. Beides ist ohne Frankreich nicht denkbar. Sie liegt nur knapp hinter Emmanuel Macron. Man kann sich nur wünschen, dass es nicht ganz so schlimm kommt, wenn die beiden in zwei Wochen gegeneinander antreten.

Es fällt auf, dass der sozialliberale Emmanuel Macron vor allem in West-, Ost- und Zentralfrankreich, sowie rund um Paris gewinnen konnte, Marine Le Pen in Nord- und Südfrankreich. Mit anderen Worten: Die Ardennen, die Bourgogne und die Côte d’Azur wollen raus aus der EU und finden eine Abschiebung von Flüchtlingen gut, die Normandie, Bretagne, Paris und die Atlantik-Region sind da aufgeschlossen. So einfach muss man das herunter brechen, obwohl das freilich viel zu einfach ist. Interessant ist auch, dass die französischen Überseegebiete kommunistisch gewählt haben.

Nun gilt es am 07. Mai. Emmanuel Macron und Marine Le Pen werden in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Es heißt, dass die bisherigen Wahlverlierer eher den liberalen Kandidaten als die nationalistische Kandidatin wählen würden. Ob das wirklich so kommt, weiß kein Mensch. Sollte aber dennoch Le Pen gewinnen, könnte es durchaus passieren, dass Frankreich aus der Eurozone heraus kippt. Und das wäre das Ende der Währung. Es lief nicht alles gut für den Euro. Aber auch Frankreich wird lernen, dass diese Währung immernoch die beste Idee ist. Auch für die Grande Nation.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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