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Blick über Saint-Quentin-Fallavier - © Xavier Caré / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons Blick über Saint-Quentin-Fallavier - © Xavier Caré / Wikimedia Commons, via Wikimedia Commons

Saint-Quentin-Fallavier – Industriegase unter Beschuss

Kennen Sie das Nest Saint-Quentin-Fallavier? Seit heute sicherlich viele, aber sonst wäre das niemandem aufgefallen. Es gab einen Anschlag. Es wird derzeit gemutmaßt, dass dieser Anschlag islamistisch motiviert ist. Der Anschlag an sich hatte sich heute gegen 10 Uhr Ortszeit auf dem Werksgelände einer Fabrik für Industriegase ereignet. Das ist in dem Sinne wichtig, weil noch viel schlimmeres hätte passieren können.

Zwei Täter sollen es geschafft haben, in einem Auto durch die Eingangskontrolle einer Fabrik für Industriegase zu brechen. Sie haben viele kleine Gasflaschen ausgelegt und wollten mit ihnen das Gebäude in die Luft sprengen. Heute hieß es auch kurz, dass sich die betroffene Firma inmitten eines Chemie-Industriegebiets befinden würde und die Täter auch vorgehabt haben können, das ganze Industriegebiet zu sprengen.

Bei dem Anschlag wurden wohl 12 Menschen verletzt und ein Mann enthauptet. Sei Kopf wurde einige Meter von seinem Körper entfernt an einem Zaun der Fabrik vorgefunden. Neben dem Kopf zwei Flaggen, die gut und gern dem Islamischen Staat zugeordnet werden können. Und der Kopf soll voller arabischer Schriftzeichen gewesen sein. Wie das Alles kam, scheint relativ unklar zu sein. Es gibt wohl einen Tatverdächtigen, der inzwischen verhaftet wurde, ein anderer wurde wohl erschossen.

Das Alles ereignete sich etwa 20 km südöstlich der französischen Großstadt Lyon. Der Tatort war eine Fabrik des US-amerikanischen Chemieunternehmens Air Products. Und ich frage mich bei all dem eines: Frankreich hat die Vorratsdatenspeicherung aktiv. Hat man mit dieser nichts im Vorfeld herausfinden können? Die Attentäter werden ja wohl kaum direkt von Algerien oder von wo auch immer gekommen sein und ohne vorherige Absprachen den Anschlag vorgenommen haben. Ich kann mich täuschen, aber das wirkt mir irgendwie zu einfach.

Natürlich kam die deutsche Politik nicht umhin, das Geschehene als „Akt des Terrors“ zu verurteilen und Anteilnahme auszusprechen. Aber sollte sich Frankreich nicht etwas anderes überlegen, als dass sie sich auf Vorratsdatenspeicherung verlassen? Weder beim Anschlag auf Charlie Hebdo noch beim heutigen Anschlag hat die sinnvoll gewirkt. Verständlicherweise wurden aber erstmal die Rettungsgespräche wegen Griechenland abgebrochen, und Frankreichs Präsident reiste nach Lyon.

Es herrscht nun erhöhte Alarmbereitschaft für alle größeren Industrieanlagen in der Region Rhône-Alpes. Die hat Premier Manuel Valls angeordnet. Und man wird selbstverständlich ermitteln und sicherlich auch genügend finden. Aber noch einmal: Warum hatte man im Vorfeld keine Kenntnis, wenn man doch die Vorratsdatenspeicherung hat? Es ist schlimm, dass so etwas passieren konnte. Und aufklären muss man es. Aber welche Mittel hat man gegen solche Truppenteile? Es muss doch möglich sein, solchen Dingen besser zu begegnen. Oder etwa nicht?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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