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Eine Karte zur politischen Gliederung der Ukraine - By Sven Teschke (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons Eine Karte zur politischen Gliederung der Ukraine - By Sven Teschke (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Ukraine, Neurussland und die MH17

Jetzt reden alle von Neurussland – Nowo Rossija oder so – und wollen ahnen, dass die Ukraine immer kleiner wird. Derweil wird völlig vergessen, dass da mal ein Flugzeug war, das da im Weg war. Ich sehe in den Nachrichten, dass die westlichen Mächte in Drohgebärden Truppenverbände an den russischen Außengrenzen zusammenziehen und fühle mich sofort an die Achtziger Jahre erinnert. Sie auch?

Es wurde lange Zeit erklärt, dass Russlands Präsident Putin gar nicht so sehr viel mit den Neurussland-Bestrebungen im Osten der Ukraine am Hut haben soll. Das sollen ja immer die Erzkonservativen sein, die sich als Anhänger der historischen Rus aufspielen. Aber Putin doch nicht, der ist doch ein weltoffener Mann mit modernen Ansichten. Auch jetzt palavern die Medien drauflos, dass Putin diese ganzen Entwicklungen gar nicht so richtig ins Kontor passen.

Ich muss gestehen, dass ich das auch geglaubt habe. Nicht umsonst habe ich derartiges geschrieben, sie erinnern sich vielleicht. Es kann aber natürlich möglich sein, dass Putin den Gedanken eines zusammenhängenden Landes Krim – Ostukraine – Russland durchaus spannend findet. Trotzdem hört man immer wieder, dass der Kreml angeblich keine solchen Pläne hat. Und überhaupt: Soll in diesem verhältnismäßig kleinen Gebiet tatsächlich dieses ominöse Neurussland entstehen?

Nun ja, entstehen ist gut. Denn ein Neurussland gab es bereits mal. Zwischen 1765 und 1802. Und es war dort, wo sich heute die Südukraine, die Ostukraine und Südrussland befinden. Bessarabien gehörte auch mit dazu, das sich heute Moldawien nennt. So erzählt es die Wikipedia. Wie wir sicher alle mitbekommen haben, gibt es derzeit schon eine Separatistenregion namens Neurussland, die das Gebiet rund um Lugansk und Donezk umfasst. Es gibt wohl Bestrebungen, Mariupol da mit einzubeziehen, und damit wäre wohl die Landverbindung Russland – Krim geschafft.

Nun hat der gesamte Westen Sorge, dass Russland mit dem Baltikum genauso umgehen könnte wie mit der Ukraine. Schließlich leben in Estland, Lettland und Litauen wie in der Ukraine etwa ein Drittel russischstämmige Leute. Und die könnten die Dinge, die da in der Ukraine passieren, gut finden. Und Russland könnte der Meinung sein, dass man das Baltikum „heim ins Reich“ holen muss. Aus diesem Grund lässt der Westen – allen voran die USA – Truppen im Baltikum auffahren. Gleiches passiert wohl auch in Polen (man könnte Polen wie vor langer Zeit widerrechtlich annektieren wollen) und Rumänien (Nachbarland von Moldawien, siehe oben).

Also so erzählen es die Medien zumindest. Dabei wird ja eigentlich auch ein wenig vergessen, dass über der Ostukraine ein Flugzeug abgeschossen wurde, dessen Gerätschaften wie die Black Box dann einfach mal fortgeschleppt wurden. Es sollte da auch zu einem Untersuchungsbericht kommen. Hier liest man derzeit interessante Aspekte und darf gern einmal mit spekulieren. Hier müssen wir uns einfach mal überraschen lassen, wer was erzählt und welchen Gehalt das Ganze dann hat.

Jedenfalls hat das Ganze den Charme von gegenseitigen Muskelspielen zwischen dem Westen und Russland. Die Ukraine wird das wohl nicht ohne immense Schäden überstehen. Wenn der Westen jetzt aber der Meinung sein sollte, kriegerisch eingreifen zu müssen, könnte das Ganze sehr böse enden. Man sollte vorsichtshalber in Deckung gehen.

Bildquelle: Eine Karte zur politischen Gliederung der Ukraine – By Sven Teschke (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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