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Firmenlogo der Unister Holding GmbH - See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons Firmenlogo der Unister Holding GmbH - See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Unister: Sie wurden alle betrogen

So langsam, aber sicher manifestiert es sich, was schon einige Zeit viele Beobachter vermuten und laut geäußert haben: Bei Unister ging es um Betrug. Das ist erst einmal eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt. Der spannendste Wirtschaftskrimi in Deutschland seit der Wiedervereinigung geht damit in die nächste Runde. Es gab schon eine Festnahme. Und es geht unterm Strich um eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe. Was macht das jetzt mit dem Unternehmen aus Leipzig?

Nein, keine Sorge, man wirft nicht etwa Unister Betrug vor. Es war eher anders herum. Unister-Chef Thomas Wagner und Mitgesellschafter Oliver Schilling sollen in Venedig übel betrogen worden sein. Das hatte ich – glaube ich – schon mal anklingen lassen. Ihnen wurde von einem Finanzmakler aus Nordrhein-Westfalen ein Kreditgeschäft Falschgeld untergejubelt. Es geht um eine Summe von 10 bis 15 Millionen Euro. Für das Geld sollten sie eine Sicherheit von 1,5 Millionen Euro hinterlegen. Wagner und Co. taten wie geheißen. Nur bekamen sie dafür bis auf rund 10000 Euro nur Falschgeld zurück.

Der Finanzmakler sitzt derweil in Untersuchungshaft. Wagner erstattete noch in Venedig Anzeige wegen Falschgeld und Betrug und so. Man nennt so etwas Rip-Deal. Das Ganze ist ein so genannter Vorauszahlungsbetrug. Und hier sind die Unister-Chefs einer ganz üblen Geschichte aufgesessen. Aber nun darf man gern einmal spekulieren: Kann das Betrugsgeschäft tatsächlich etwas mit dem Absturz des Kleinflugzeugs zu tun haben? Ich bin ehrlich, so richtig mag ich eigentlich nicht daran glauben. Aber man weiß es natürlich nicht genau.

Blöderweise muss bei Unister ja wirklich schon vor dem Betrug, der der Firma widerfuhr, kräftig der Baum gebrannt haben. Von den vorläufigen Insolvenzen der Holding und der zahlreichen Töchter sind etwa 90% der rund 1000 Mitarbeiter betroffen. Allerdings merken nun allmählich viele Kunden, dass bei den Reiseportalen Vertrauensentzug nicht so sehr gerechtfertigt ist. Denn dort steigen die Buchungszahlen. Ein kleiner Lichtblick, aber noch längst nicht genug, um die Firma wieder auf Kurs zu bringen.

Dass Unister gescheitert ist, lag nicht allein an dem Betrug. An dem Geschäft, das da abgewickelt werden sollte, hing die letzte Hoffnung, wie mir scheint. Dann entpuppte sich der Strohhalm als Luftschloss. Und da ist es klar, dass das Unternehmen erstmal ins Bodenlose fällt. Aber gestrauchelt war Unister schon früher. Jetzt ist es spannend, wie es weitergeht. Was denken Sie? Hat Unister noch eine Zukunft? Oder ist die Party vorbei?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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