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Das Elbsandsteingebirge: Die Bastei - (C) Ronile CC0 via Pixabay.de Das Elbsandsteingebirge: Die Bastei - (C) Ronile CC0 via Pixabay.de

Vanishing Point – Der Fluchtpunkt

Das Leben ist kein Urlaub, und man hat den Punkt ohne Wiederkehr hinter sich gelassen. So ging es 1989 vielen Deutschen. Man erinnere sich. Vor allem vor solchen Hintergründen, die damals – vor nunmehr 26 Jahren – eine Rolle spielten. Repression, fehlende Möglichkeiten, Drangsalierung, ja Diktatur bestimmten das Leben für 16 Millionen Deutsche. Und tausende Einwohner des Ostens Deutschlands machten sich – wie jeden Sommer – auf den Weg in den Urlaub in Richtung Balaton in Ungarn. Aber sie kamen nie wieder. Über Budapest und Wien flohen sie in den Westen Deutschlands. Und viele wurden ausgegrenzt.

Ich habe es damals oft mitbekommen, wie „Ossis“ von „Wessis“ behandelt wurden, wenn sie eine solche Flucht irgendwann hinter sich hatten. Die Integration war ja nicht so sehr schwierig. Aber es waren eben doch Flüchtlinge. Und die kamen aus einer ganz anderen Gesellschaft. Aber viele der Einwohner der damals „alten“ Bundesländer beschäftigten sich mit den „Ossis“. Nicht selten kam es jedoch dazu, dass die neu integrierten Menschen einfach mal als Maskottchen behandelt wurden. Richtig integriert waren nicht alle der Geflüchteten. Viele kamen wieder zurück in die nach der Wende entstandenen „neuen Bundesländer“.

Damals kamen sie auch aus dem damals noch nicht wieder bestehenden Freistaat Sachsen. Also auch aus der Sächsischen Schweiz. Man wird sich sicherlich bisweilen daran erinnern, wie das damals war. Oder doch nicht? Egal. Denn es sind ja nicht mehr sie, die da auf der Flucht sind. Es sind irgendwelche andere. Die sollen doch einfach wieder hinter ihren Fluchtpunkt zurück. Ob die Entbehrungen hinter sich haben, interessiert doch niemanden. Das sind doch eh alles welche, die sich nur auf dem sozialen Wohlstand ausruhen wollen.

Und dann wird einem irgendwie klar: Es ist gar nicht so viel anders wie damals, was jetzt gerade abläuft. Nur dass aus der damaligen DDR niemand wegen Terror und Krieg geflohen ist, sondern wegen untragbarer sozialer und politischer Zustände. Das vergisst man aber sehr schnell, wenn man sich in der Sächsischen Schweiz, in Brandenburg oder sonstwo hinstellt und mit dem Anzünden von Gebäuden dafür sorgt, dass kein Flüchtling jemals in ihr Nest kommt.

 

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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