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War „HoGeSa“ doch nicht rechtsextrem?

Es wurde viel erzählt, was den Hooligan-Aufmarsch in Köln vom Sonntag betrifft. Ich meine, man hat ja jede Menge Videos und Berichte und Augenzeugeneinträge in den sozialen Netzwerken gesehen. Überall war zu sehen, dass Schwarz-Rot-Weiß dominiert hatte – ob es nun Spruchbänder oder sonstwas war. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass da Nazis am Werk waren. So hieß es nun zumindest. Jetzt stellt sich aber auch jemand hin und behauptet etwas völlig anderes.

Waren die Ausschreitungen in Köln gar nicht rechtsradikaler Natur? Das zumindest behauptet Tatjana Festerling bei „Journalistenwatch“. Die Leiterin einer Hamburger Kommunikations- und Marketing-Agentur schreibt dort, dass sie keine rechtsextremen Parolen in Köln gesehen hatte, dass es sich ausschließlich um radikale Salafisten („Kopfabschneider“) drehte, aber niemals um den Islam an sich. Die Flagge von Osman wurde herumgezeigt.

Die Osman-Dynastie gründete das Osmanische Reich und stellte zwischen 1299 und 1924 die türkischen Emire und Sultane, sowie von 1517 bis 1824 den Kalifen des Islam. Moment, da war doch was. Wollen die Salafisten nicht ein Kalifat aufbauen? Wenn die einen gegen die anderen rebellieren, dann doch eigentlich nur, um den Griff zur Macht perfekt zu machen. Den Nachkommen der Osman-Dynastie dürfte es nicht passen, dass man nicht einfach so auf türkischem Boden wieder ein Kalifat aufbauen kann. Stattdessen ist der so genannte „Islamische Staat“ doch schon weiter, weil sie ja schon drauf und dran sind, das Kalifat wiederzubeleben.

Festerlings Artikel liest sich dann im weiteren so, als wäre die Polizei selbst schuld gewesen, dass die Lage in Köln eskalierte. Denn die hatte tatsächlich die Stirn, den Mob aus Hooligans einzukesseln. Sie konnte auch keine Anzeichen für Gewalt feststellen, weshalb sie das Einkesseln und das Auffahren von Wasserwerfern nicht nachvollziehen kann. Sie schreibt von einer Inszenierung der Politik und / oder der Polizei. Damit die Medien wieder hetzen könnten.

Nun ja, nachdem der Innenminister von Nordrhein-Westfalen und der Polizeisprecher lange Zeit von „unklarer politischer Motivation“ und dergleichen geredet hatten, kann ich nun wiederum das nicht verstehen. Wie kommt es, dass man der Polizei so etwas unterstellt, wo sie doch selbst das Gegenteil behauptet? Erst später hieß es dann plötzlich, dass das Alles nach rechts abgedriftet ist. Aber lange Zeit hieß es, dass in Köln „gewaltbereite Fußballfans“ und „Hooligans mit unklarer politischer Motivation“ aufgelaufen seien.

Webcams seien in Köln in dem Bereich abgeschaltet gewesen. Denn sonst wäre ja gewahr geworden, dass alles so friedlich abgelaufen ist. Soso. Und im Zeitalter der hochauflösenden Handybilder hat man sicherlich gern darauf verzichtet. Heutzutage hat ja jeder einen Boliden in der Hosentasche und ist auf Webcams nicht mehr angewiesen. Was soll das also? Nicht klar.

Jedenfalls wurde der Artikel bei Journalistenwatch auf etlichen eher seltsamen Seiten verteilt und ging mit großem Erfolg durchs Internet. Ich meine, ich war nicht dabei. Aber ich habe die Berichte dazu gesehen. Und eben nicht nur von den etablierten Medien, sondern auch Informationen und Bilder in den sozialen Netzwerken und in Blogs. Und was ich nicht feststellen kann, ist die geschilderte Tatsache, dass der Mob nicht politisch motiviert war, dass er nicht rechte Einflüsse hatte, dass die Polizei nicht genügend Gründe hatte, den Bereich abzuriegeln.

Der Artikel ging über Webseiten, wie das sehr stark polarisierende „Politically Incorrect“. Und da muss ich schon sagen, dass ich da meine Zweifel bezüglich der politischen Neutralität habe. Ich denke weiterhin, dass Berichte von freien Journalisten und Bloggern stimmen, dass in Köln ein rechter Pulk randaliert hatte. Aber ich selbst habe keine Nachweise. Vorerst kann man sich eben nur auf die Berichte berufen und sich ein eigenes Urteil bilden. Ich würde aber annehmen, dass Festerlings Artikel nicht ganz richtig ist. Ich bin mir aber nicht sicher. Deshalb würde mich Ihre Meinung interessieren.

Bildquelle: Hooligans – free picture via morguefile.com

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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