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Recep Tayyip Erdoğan im Jahr 2012 - Gobierno de Chile [CC BY 3.0 cl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/cl/deed.en) oder CC BY 3.0 cl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/cl/deed.en)], via Wikimedia Commons Recep Tayyip Erdoğan im Jahr 2012 - Gobierno de Chile [CC BY 3.0 cl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/cl/deed.en) oder CC BY 3.0 cl (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/cl/deed.en)], via Wikimedia Commons

Was hat Recep Tayyip Erdoğan mit dem Islamischen Staat vor?

Die Türkei betreibt regen Handel und hat für sie wichtige Partner. Einer davon ist der Islamische Staat. Der wird von der Türkei beliefert. Was, das glauben Sie nicht? Was meinen Sie, warum gestern am späten Abend der Journalist Can Dündar und ein Kollege festgenommen wurden? Die haben genau das vor etwa einem halben Jahr herausgefunden und in der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet veröffentlicht. Nun sind sie für die Türkei subversive Elemente, die weggesperrt gehören. Aber was bitteschön hat das mit Pressefreiheit zu tun?

Die Cumhuriyet, deren Chefredakteur Dündar ist, berichtete Ende Mai von Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes nach Syrien. Diese Lieferungen waren sehr wahrscheinlich illegal und waren für den Islamischen Staat bestimmt. So heißt es zumindest. Niemand durfte darüber berichten, es herrschte darüber eine Nachrichtensperre. Aber Cumhuriyet in Person von Dündar hatte darüber berichtet. Und dafür wurden er und ein Mitarbeiter nun festgenommen.

Aber hallo, da behaupten irgendwelche Behörden allen Ernstes, dass ein Journalist verdächtigt werden muss, an terroristischen Aktivitäten teilgenommen zu haben. Und Erdogan selbst stellte Anzeige wegen angeblicher Spionage. Das ist natürlich beides Unfug. Die Journalisten wollten aufklären. Das hat nichts mit Terror zu tun. Aber in einem diktatorisch geführten Land wie der Türkei spielt das natürlich keine Rolle. Jedenfalls sind die beiden Journalisten nun weggesperrt.

Viel interessanter ist aber die Frage, was der türkische Präsident mit dem Islamischen Staat vorhaben könnte. Dafür habe ich keineswegs eine Erklärung. Wer weiß, vielleicht will der ja eine Wiederbelebung des Osmanischen Reiches, welches relativ ruhmlos zugrunde gegangen ist. Und wer weiß, vielleicht kommt ihm da der Islamische Staat gerade recht. Ich habe eh die ganze Zeit überlegt, wie das mit dem Islamischen Staat überhaupt so weit kommen konnte.

Keine Frage, die sind bestens organisiert. Mit einer weitreichenden Infrastruktur und Geld und eigenen Medien und so etwas. Das wächst nun einmal nicht mitten in der Levante im vertrockneten Boden. Das muss finanziert und organisiert werden. Und ich habe so meine Zweifel, dass Gestalten wie der türkische Präsident Erdogan oder der saudische König Salman nicht doch die Finger mit im Spiel haben könnten. Ersterer für die Infrastruktur, letzterer für die Finanzierung. Wer weiß?

Und dann denken wir das mal noch ein wenig weiter. Die Türkei wollte ja seit langem in die Europäische Union. Bisher haben die EU-Verantwortlichen immer gekniffen, was das betrifft. Aber ist es nicht unter Umständen so, dass man sich mit einem EU-Mitgliedsland Türkei vielleicht sogar ein Trojanisches Pferd ins Haus geholt hätte? Das klingt nicht allzu tragfähig. Ich habe auch im Moment nicht viel zum Untermauern. Aber irgendwie bin ich relativ skeptisch, was die Türkei betrifft.

Irgendwie ergibt jetzt auch der Abschuss der russischen Militärmaschine vor ein paar Tagen Sinn. Irgendwie wirkt das wie ein Teil eines riesigen Puzzles, das da heißt: Die Rolle der Türkei. Welches Spiel spielt das Land unter dem Halbmond? Ich weiß, dass das Alles wie eine wilde Verschwörungstheorie klingt. Aber es ist nun einmal nachgewiesen, dass türkische Regierungsbehörden den Islamischen Staat mit Waffen versorgt haben. Und es ist nun einmal nachgewiesen, dass türkische Truppen um sich ballern. Was wäre denn, wenn da etwas anderes dahinter steckt als das, was die Mehrheit noch denkt?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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