Skip to main content
Der Marktplatz von Schmölln - Michael Sander at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)], via Wikimedia Commons Der Marktplatz von Schmölln - Michael Sander at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/)], via Wikimedia Commons

Was passierte in Schmölln?

Ein Aufregerthema gab es dieser Tage rund um geflüchtete Menschen. Einer von ihnen stürzte sich in der Stadt Schmölln aus dem Fenster. Was war los? Das fragen sich sehr viele Leute. Denn es soll schon einigermaßen geschmacklos abgegangen sein. Und dann verkünden Leute das genaue Gegenteil. Was stimmt denn nun? Was ist in der thüringischen Kleinstadt im Altenburger Land passiert? Das frage ich mich auch, und so richtig eine Antwort habe ich nicht gefunden.

Ein Somali war in Schmölln untergebracht. Dort beging er auch Selbstmord. Ich habe das dieser Tage über Twitter verfolgt. Der Junge – mehr war er ja nicht mit 15 Jahren – saß auf dem Fensterbrett und drohte mit einem Sprung. Dazu kam es letztlich. Und über Twitter wurde vielstimmig verbreitet, dass es eine Vielzahl von Rufen wie „Spring doch“ gab. Auch die Medien beteiligten sich daran. Ich wollte erst gar nichts dazu sagen, da ich mich nicht ins Kreuzfeuer begeben wollte. Aber nun ist mir etwas aufgefallen.

Gab es diese Rufe überhaupt? Wenn man am Wochenende die Ereignisse von Schmölln las, dachte man, dass unter dem Fenster, auf dessen Brett der Somali saß, eine wütende Meute stand und tobte und den Freitod förmlich herbeigeklatscht hatte. Allerdings habe ich auch schon am Wochenende gelesen, dass es daran erhebliche Zweifel gab. Diese Zweifler wurden aber gleich mal ganz schnell als „rechtes Pack“ abgestempelt. Berechtigt? Ich glaube nicht. Denn nun gibt es mehr und mehr Meldungen, dass es diese Rufe gar nicht gab.

Ich will ja gar nicht bestreiten, dass es durchaus Leute gegeben haben kann, die den Tod des Flüchtlings nicht unbedingt bedauern. Aber dieser Artikel hat mich stutzig gemacht. In diesem ist ein Statement zu lesen. Und wenn man nach Passagen in diesem Statement sucht, findet man keine weiteren Suchergebnisse. Also denkt man, dass das wieder irgendeine Schmiererei sein könnte. Allerdings lese ich auch hier von derartigem. Es soll vielleicht einen entsprechenden Ruf gegeben haben, allerdings in Bezug darauf, dass die Feuerwehr bereits mit einem Sprungtuch unter dem Fenster stand.

Noch dazu sollen Zeugenaussagen voller Konjunktive gewesen sein. Mit anderen Worten: Irgendwer könnte vielleicht „Spring doch“ gerufen haben, aber sicher ist das nicht. Davon abgesehen, in Deutschland gibt es ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit. Das darf man nicht beschönigen. Und Kommentare in den sozialen Netzwerken gingen schon sehr weit unter die Gürtellinie. Aber am Ende habe ich erhebliche Zweifel daran, ob es diese angeblichen „Suizid-Aufforderungen“ tatsächlich gab.

Verteilen Sie diese Erkenntnis doch einfach wie 3 andere auch

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.