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Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons Islamischer Staat: Flagge - By Yo (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Weihnachten feiern und im Nebel stochern

Wir stochern einfach mal gewaltig im Nebel, was den – nun können wir es so nennen – Terroranschlag von Berlin betrifft. Es ist schon sehr eigenartig. Denn so allmählich wird klar, dass die deutschen – oder besser: die europäischen – Behörden eine – sarkastisch formuliert – super Arbeit geleistet haben, um straffällig gewordene und gefährliche Asylbewerber in Abschiebehaft zu betreuen. Man greift sich an den Kopf bei all der Schlamperei. Oder etwa nicht?

Anis Amri: So lautet der Name des mutmaßlichen Täters, der mit einem LKW durch den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gerast ist. Ich muss Ihnen das Alles nicht erklären, da dies in allen möglichen Nachrichten zerkaut wird. Und jeder zweite Experte stellt sich hin und erzählt uns einen davon, dass Amri bekannt ist, abgeschoben werden sollte, ein so genannter Gefährder ist und so weiter und so fort. Nun fahndet man nach ihm. Tolle Leistung, wie ich finde. Vor allem, weil Amri dem Islamischen Staat nahestehen soll.

Zumal mir ein Tweet von PEGIDA-Gründer Lutz Bachmann untergekommen ist. Zwei Stunden nach der Tat schrieb er davon, dass der Täter ein Tunesier sein soll. Zu der Zeit hat man noch nach ganz anderen Leuten gesucht. Wie kam denn Bachmann auf die Idee? Die Berliner Polizei könnte eine undichte Stelle haben. Oder? Denn wie konnte das Bachmann laut Zeitstempel so kurz nach der Tat so genau wissen, wonach die Behörden eigentlich suchen?

Wie Sie auf dem Zeitstempel im Screenshot sehen, war der Tweet am 19. Dezember um 22.16 Uhr abgesetzt worden. Zu einem Zeitpunkt, als alle Welt einen armen Menschen jagte, der sich zufällig vom Ort des Geschehens entfernte. Ich halte das für hochproblematisch. Nicht, weil es Bachmann getweetet hatte, sondern weil die Tatsachen völlig anders dargestellt wurden. Auch von den so genannten Experten, die durch die Fernsehsender tingeln.

Und es ist doch so: Falls es Amri tatsächlich war, dann haben die Behörden allesamt großartig gearbeitet. Der galt schon in seinem Heimatland Tunesien als gefährlich. Dann ist der von dort getürmt und hat als Flüchtling allerlei Schabernack in Europa getrieben. Die Behörden wollten ihn ausweisen und seinem Heimatland wieder auf den Buckel binden. Das aber war der Meinung, dass Amri gar kein Tunesier sei. Erst nach vielem Hin und Her kamen die notwendigen Papiere, aber zu der Zeit hatte Amri mutmaßlich schon die unschuldigen Opfer auf dem Weihnachtsmarkt umgefahren.

Amri wurde beobachtet, war den Behörden bekannt, konnte aber trotzdem eine Waffe beschaffen, einen LKW klauen und damit durch einen Weihnachtsmarkt karren? Die Polizei hat ihn schlicht aus den Augen verloren. Wie kann das sein? Und nun sucht man nach dem Mann. Ob er die Tat begangen hat oder nicht, aber man stochert im Nebel, um ihn zu finden. Jetzt fällt den Behörden also auf, dass man einiges falsch gemacht hat. Irgendwie kann man das nur satirisch sehen.

Welches Bild hat man denn nun von Flüchtlingen? Natürlich, völlig klar: Das sind alles Verbrecher, alles gefährliche Leute. Hören Sie sich mal auf der Straße um. Dass das nicht stimmt, ist doch dabei völlig egal. Und wenn Medien und Behörden mehr als einen Tag lang etwas von einem völlig falschen Menschen erzählen, obwohl sie es eigentlich besser wissen, ist es kein Wunder, dass man von „Lügenpresse“ und „Staatsapparat“ und „DIE DA“ erzählt. Schämt euch! Das hätte alles nicht passieren müssen.

Wir sind uns hoffentlich nach wie vor darüber einig, dass durch Flüchtlingswellen oder Flüchtlingsströme – es ist egal, wie man es nennt – nicht nur der gesellschaftliche Bodensatz der Welt nach Deutschland kam und kommt. Sind wir? Es ist allerdings hochproblematisch, dass Leute wie Amri einfach so in Deutschland untertauchen können und man keine Ahnung hat, wo sie sind. So wie es auch Gefährdern möglich ist, unter den Flüchtlingen nach Deutschland zu kommen. Hier haben die Behörden Mist fabriziert. Und so etwas wie in Berlin kommt dann dabei heraus.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Weihnachten feiern und im Nebel stochern”

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