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Im Fadenkreuz - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de Im Fadenkreuz - (C) Geralt Altmann CC0 via Pixabay.de

Wenn ein mutmaßlicher Täter vor der Befragung erschossen wird

Und schon haben wir das Ergebnis. Schrieb ich vorhin noch von der Unfähigkeit in Sachen Anis Amri, so wissen wir jetzt, dass er nun erschossen wurde. So ein Zufall, oder? In Mailand soll er bei einer Schießerei ums Leben gekommen sein. Genial, so muss sich niemand mehr Gedanken darüber machen, wie diese Pannenserie geschehen konnte und wohin Amri geschafft werden kann. Denn er ist einfach nicht mehr da. Wie finden Sie das? Eigenartig? Glauben Sie mir, ich auch.

In einer eilends zusammen geklöppelten Meldung schreit Reuters die Welt voll, dass Anis Amri in Mailand erschossen wurde. Vielmehr kam er bei einer Schießerei ums Leben. „Wir waren das nicht“, werden wohl die Behörden erzählen. Oder werden sie etwas anderes vermelden? Ich meine, man hätte dafür sorgen können, dass er verhört werden kann, dass er aussagt und all das. Das geht ja nun nicht mehr. Aber wer weiß, das ist den Behörden vielleicht sogar ganz recht.

Man muss sich da irgendwie fragen: Cui bono? Wem nützt es? Wem nützt es, dass Amri den LKW überhaupt über den Weihnachtsmarkt fahren konnte? Und wem nützt sein Tod? Die Theorie, dass der Islamische Staat dahinter steht, glaubt doch niemand ernsthaft. Man könnte jetzt fragen: Werden solche Scharmützel nicht vielleicht dafür missbraucht, um eine Gefährdungslage zusammen zu konstruieren und unmittelbar danach eine stärkere Überwachung durchzusetzen?

Klar, das Ganze kann man auch ins Reich der Verschwörungstheorien stecken. Da gehe ich schon mit. Aber es geschah so oft, dass man Täter nicht mehr befragen konnte, weil Polizei oder so diesen mutmaßlichen Täter unmittelbar davor und ganz zufällig erschossen hatte. In Sachen Anis Amri scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Jetzt wird man nichts mehr über die Hintergründe erfahren. Man wird ja nicht mal mehr erfahren, ob Amri überhaupt ausgesagt hätte. Und man wird nichts über diesen Umstand erfahren:

Und so machen wir weiter wie bisher. Wir sagen uns, dass wir nochmal Glück gehabt haben. Und wir werden uns sagen, dass dieser gefährliche Mensch weg vom Fenster ist. Aber wir werden eben auch nicht aufklären. Wir haben den Fall Amri im Eilverfahren noch vor Weihnachten gelöst und haben uns nun ein paar ruhige Tage verdient. Bis zum nächsten Vorfall. Und was passiert dann?

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

4 Gedanken zu „Wenn ein mutmaßlicher Täter vor der Befragung erschossen wird

  1. Und was passiert dann? Dann wird wieder irgendein Amri dran glauben müssen, seine Familie versorgt wissend, und wir werden ein friedliches Osterfest haben. Oder vielleicht schon Silvester?

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