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Am Connewitzer Kreuz in Leipzig - von Leppus (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons Am Connewitzer Kreuz in Leipzig - von Leppus (Eigenes Werk) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Zum Connewitzer Straßenfrühstück

Nachdem zum 1. Jahrestag von PEGIDA rechte Chaoten den Leipziger Stadtteil Connewitz aufgemischt haben, gab es ein gemeinsames Frühstück. Mitten auf der Straße, nämlich der neulich angegriffenen Wolfgang-Heinze-Straße. Die Stimmung war friedlich, wie man so hört. Und es gehört einfach dazu, dass man als Außenstehender den Hut zieht. In Connewitz gibt es einige schrille Leute. Das gehört nun einmal dazu. Die und der 1. FC Lokomotive Leipzig übten den Schulterschluss beim Connewitzer Straßenfrühstück. Ein Versuch der Versöhnung.

Es war schon unfassbar, was am 11. Januar in Leipzig Connewitz passierte. Unter den Angreifern wurden auch Chaoten gesehen, die irgendwie der Hooligan-Szene rund um den Halleschen FC und den 1. FC Lokomotive Leipzig zugerechnet werden. Eilfertig zog vor knapp 3 Wochen der blaugelbe Club aus dem Leipziger Südosten die Reißleine, distanzierte sich und sprach Stadionverbote und dergleichen aus. Die Chaoten schleppt man leider seit der Neugründung 2003 irgendwie mit sich herum. Man versucht, mit dem Stahlbesen zu kehren, aber ganz hat das noch nicht geklappt.

Gestern saßen also Anwohner der Wolfgang-Heinze-Straße zusammen und frühstückten. Man wollte sich für die Unterstützung bei der Verteidigung bei den Krawallen bedanken. Und die Amadeu Antonio Stiftung sammelte Geld ein, was da gespendet wurde. So wie auch der gebeutelte Fußballclub Geld für den Wiederaufbau nach den brutalen Anschlägen einsammelte. Und bei Ebay wurden diversen Devotionalien versteigert, darunter signiertes Bier, signierte T-Shirts und ein Retro-T-Shirt. Der Club will Wiedergutmachung leisten.

Wenn man sich so Bilder vom Straßenfrühstück anschaut, dann denkt man sich so: DAS ist Connewitz. Die Leute saßen auf Bierzelt-Bänken mit Thermoskannen und Brötchentüten, man schwatzte und guckte aus teilweise noch sehr müden Augen. Aber man saß eben in ruhiger, friedlicher Runde zusammen. Gewalt und Übergriffe und all das ist NICHT Connewitz. Aber eben das Schräge. Und wenn es noch dazu den Geschäften zugute kommt, ist das nichts verkehrtes. Genau so richtig, wie die Spendenaktion der Probstheida-Kicker ist.

Was ich nicht verstehe: Die Anhänger des Vereins bepöbeln nun wieder den Verein, weil dieser den Wiederaufbau unterstützt. Da randalieren angebliche Fans des Vereins in einem Stadtteil, und der Verein will zur Wiedergutmachung beitragen und wird dafür beschimpft. Versteht das irgendwer? Der Verein steht nun einmal für die gerade, die unter seiner Flagge für Chaos und Randale gesorgt haben.

Jedenfalls versuchen es die Connewitzer Anwohner und der Verein, die Kosten für Wiederaufbau und Wiedergutmachung zusammen zu bekommen. Und das ist erst einmal aller Ehren wert. Und mir ist dabei egal, wenn mir nun wieder irgendwer erzählt, dass ich nichts dazu sagen kann, weil ich nicht dabei war. Oben steht, dass ich hier Beobachtungen von der Fensterbank aufschreibe. Und das hier ist auch so eine. Ich kann nun mal nicht aus meiner Haut, wenn ich schon große Teile meines Lebens in Connewitz verbracht habe.

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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