Aktienverkäufe bei Facebook – Was soll uns das sagen?

Es ist ja nichts neues, dass sich hochrangige Manager eines Unternehmens von Aktien des jeweiligen Unternehmens trennen. Meistens ist da nichts weiter dabei. Da werden Verkaufsoptionen fällig oder etwas in der Art.

Meistens verkaufen dann die Manager zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktien sehr hoch im Kurs stehen. Was soll es uns aber sagen, wenn ein hochrangiger Manager Aktien verkauft, wenn der Kurs gerade richtig im Keller ist? Ich bin kein Aktienstratege, aber das gibt auch mir zu denken.

Der SPIEGEL hat heute eine DPA-Meldung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass mehrere hochrangige Manager des sozialen Netzwerks Facebook größere Mengen an Aktien abgestoßen haben sollen. Laut US-Börsenaufsicht soll allein Sheryl Sandberg, rechte Hand von Mark Zuckerberg, Aktien im Wert von knapp 7,5 Millionen US-$ versilbert haben. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Aktienkurs seit dem ominösen Börsengang etwa halbiert hat.

Gut, das ist nur ein kleiner Teil dessen, was sich in Sandbergs Besitz befindet. Andere Manager haben da mehr unter die Leute gebracht. Sei’s drum. Man darf aber mal fragen, was da los ist. Wenn führende Manager eines Unternehmens, dessen Aktienkurs gerade miserabel verläuft, auch noch bis zu 60% ihrer Aktien verscherbeln, so wie es der SPIEGEL schreibt, dann darf man ruhig verwundert sein. Und potentielle Investoren dürfen hier durchaus verunsichert sein.

Man kann allerdings eine ganz einfache Erklärung dafür finden. Zumindest würde sie zeitlich passen: Das Unternehmen hat wohl viele seiner Mitarbeiter teilweise mit Aktien bezahlt. Und deren Sperrfrist soll beendet sein, sodass die Mitarbeiter ihre Aktien verkauft haben. Und um nicht noch mehr Verlust zu machen, haben die Manager gleich mal mitgemacht.

Dass Chef-Buchhalter Spillane 60% seiner Anteile verkauft haben soll und Chefjurist Ullyot gut 10% seiner Anteile losgeworden ist, berichtet der schweizer BLICK. Diese Nachricht und der Bericht im SPIEGEL berufen sich auf Angaben bei TechCrunch. Der Blog soll wohl angeblich die Nachricht veröffentlicht haben.

Leider haben beide Meldungen unfairerweise keinen Link zu TechCrunch gesetzt. Der Bericht dort ist zwar auf Englisch, aber deshalb nicht minder interessant. Es geht darum, dass Facebook die Sperrfrist für Aktien im Wert von 3,1 Milliarden US-$ beendet hat. Und davon wurden eben auch einige neue Millionäre gemacht. Der Autor Josh Constine stellt hier die ketzerische Frage, was nun passiert: Bleiben die Mitarbeiter oder machen sie sich ein schönes Leben auf Hawaii?

Man darf jetzt gespannt sein, wie das mit Facebook weitergeht. Momentan produziert das Unternehmen ja weiterhin nichts außer einen Haufen Datenmüll. Wenn sich da jetzt ein paar Manager verabschieden, könnte es doch passieren, dass sich das Gesamtgefüge bei Facebook ändert. Vielleicht gibt es dann sogar mal ein produzierendes Gewerke. Vielleicht wird Facebook mal das Einwohnermeldeamt.

Ich finde es jedenfalls ein wenig fragwürdig, wie wenig die Manager vom eigenen Unternehmen halten, dass sie so schnell Aktien abstoßen und somit ihren eigenen Einfluss schmälern. Da muss meiner Meinung nach mehr dahinter stecken. Mal abwarten, was da passiert.

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