Bloggerprotest gegen das Leistungsschutzrecht für Verlage

Ja, es regt sich immer mehr Protest gegen das Leistungsschutzrecht, was sich die lieben Verlage haben schenken lassen. Momentan sind es vornehmlich Blogbeiträge, die mehr oder minder fundiert über den Entwurf fachsimpeln. Aber es wird ernster.

Die klassischen Medien arbeiten sich mehr und mehr ihrem Ende entgegen. Erst glänzen sie durch grenzenlose Unwissenheit. Dann schreiben sie ohne Hinterfragen voneinander ab. Dann kommen sie mit unsäglichem „Shitstorm“ um die Ecke, um Thesen zu behaupten, die so nicht stimmen können. Schließlich schreiben sie von privaten oder semiprofessionellen Bloggern ab, ohne Quellen anzugeben („Quelle: Internet“). Und gleichzeitig lassen sie durch einschlägige Kanzleien Abmahnwellen lostreten, weil man sie angeblich unzulässigerweise zitiert.

Und nun kommen Sie mit der nächsten Aktion an, die untermauert, dass die Verlage keinerlei Interesse an einer gemeinsamen Arbeit mit Bloggern und Communities haben. Sie lassen sich halt mal eben das Verlinken bezahlen. Und unterm Strich geht es nur darum: Der Link.

Nun ist Schluß. Wie in einschlägigen Medien zu lesen ist, versucht man nun, dem Blogger den Entwurf zu erklären. Ich will nicht behaupten, dass ich alles wüsste. Aber in dem Entwurf steht nunmal, dass Links unter das Leistungsschutzrecht fallen. Auch fallen kleinste Teile unter das Leistungsschutzrecht, was in Zeiten von sprechenden Links (z.B. www Punkt domäne Punkt de /das/ist/ein/link) eben auch Links sind. Somit habe ich rein rechtlich keinerlei Möglichkeit mehr, ohne Strafverfolgung eines Verlages auf ein Erzeugnis des Verlages zu verlinken. Somit haben sich die Verlage selbst die Grube gegraben.

Da Blogger – anders als Verlage – ihre Thesen normalerweise mit Links untermauern müssen und nicht mit „Quelle: Toter-Baum-Medien“ glänzen, soll eigentlich der Weg der Linkblockade nicht zielführend sein. Aber scheinbar geht es nicht anders. Aus diesem Grund gibt es eine so genannte „Open Petition“.

Die Unterzeichner der Petition distanzieren sich mithin vom Leistungsschutzrecht, also von dessen Entwurf. Was bemängelt wird, ist die Beschneidung des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Somit wäre ja die Gesetzesänderung – wenn sie denn so kommen würde – verfassungswidrig. Wenn auch Sie die Situation so sehen, sollten Sie vielleicht an der Petition teilnehmen:

Open Petition – Freiheit im Internet – das Mindestmaß

Diese Frechheit von Entwurf darf den Verlagen nicht geschenkt werden. Die damaligen Verlagsgründer – wie z.B. Axel Springer höchstselbst – würden sich im Grabe umdrehen ob der Dreistigkeit, mit der die Verwalter mit ihren Lebenswerken umgehen.

Statt das Internet und damit auch das Medien- und Verlagswesen zu reformieren, ruht man sich lieber auf dem aus, was schon lang nicht mehr zeitgemäß ist, und sanktioniert alles zukunftsorientierte. Und das kann nicht im Interesse der Gründerväter und -mütter sein.

Protesieren wir also gegen das Leistungsschutzrecht. Es kann nur gut für Deutschland sein.

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