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Bradley Manning hinter Gittern

Ich hatte ja vor einiger Zeit angekündigt, dass ich über Bradley Manning mal ein paar Worte verlieren würde. Und heute ist es soweit, unglücklicherweise ist seine Inhaftierung der Grund dafür.

Wie Julian Assange (Wikileaks-Gründer) oder Edward Snowden (Ex-NSA) ist auch Manning ein so genannter Whistleblower, also jemand, der über Unrecht in seinem Bereich berichtet. Und dafür muss er nun ins Gefängnis.

Als Nachrichtenanalyst bei den US-Streitkräften unterlag er der Geheimhaltungsstufe “Top Secret”, also streng geheim. Durch ein internes Rechnernetz hatte er Zugriff zu geheimen Informationen zu Aufklärungs- und Abwehraktivitäten im Zuge seiner Stationierung im Irak. Als einfacher Soldat (“Private First Class”) wäre es ohne die Einstufung “Top Secret” nicht dazu gekommen.

Als privat offen homosexuell lebender Mann musste er im Dienst seine Sexualität verheimlichen, was für ihn angeblich das Schlimmste gewesen sein soll. Das jedenfalls soll er in einem anonymen Interview angegeben haben. Er durfte nicht darüber reden.

Jedenfalls soll Bradley Manning der Enthüllungsseite Wikileaks von Julian Assange geheime Videos und Dokumente aus den oben beschriebenen geheimen Aktivitäten zugespielt haben. Es soll um Nachweise über Beschüsse von zivilen Mitarbeitern der Nachrichtenagentur Reuters, um Dokumente über Folter-Aktivitäten im Irak oder die Bedingungen in Guantanamo gehen.

Wie bei Edward Snowden berichtete auch über Bradley Manning Glenn Greenwald vom Guardian. Er schilderte die Haftbedingungen. Für einen homosexuellen Straftäter aus den Reihen der Streitkräfte können diese nicht einfach gewesen sein. Das ist hinlänglich bekannt. Und deshalb kam es auch zu großen Protestaktionen gegen die juristischen Schritte gegen Manning.

Nun wurde Bradley Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt. Es geht um eben jenen Geheimnisverrat. Die Staatsanwaltschaft hatte 60 Jahre gefordert. Aber nun ist wohl das Ergebnis, dass ein Teil der 35 Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden können.

Auch hier haben sich die USA alles andere als glanzvoll verhalten. Die Geschichte um Bradley Manning ist weithin bekannt. Da er Beweise über das üble Spiel der US-Streitkräfte veröffentlicht hatte, fährt er nun in das Gefängnis. Es ist ungerecht, aber nicht zu ändern. Hoffen wir, dass man sich gegenüber Edward Snowden besser verhält.

Bildquelle: Zaun im Gefängnis – free picture by larryfarr via morguefile.com

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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