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Christian Wulff macht keinen Deal

Der Mann verdient Respekt. Das meine ich wirklich so. Er hätte doch einfach mit der Staatsanwaltschaft ein Geschäft machen können und wäre nicht mehr im Ziel der Ermittlungen. Hat er nicht gemacht, der Christian Wulff. Und das ist groß.

Es gibt ja jetzt Medien und Beobachter, die kommen auch jetzt nicht ohne Häme und Spott aus. Diese Experten werfen Wulff jetzt vor, auch noch die große Klappe zu haben. Aber das Ding ist doch ganz einfach: Würden Sie einen Betrag X dafür zahlen, dass sämtliche Verfahren gegen Sie eingestellt werden, nachdem man Ihnen eh nichts nachweisen kann? Würden Sie für eine Unschuld zahlen, von der Sie überzeugt sind?

Einige von den Spottmedien rudern jetzt zurück. Haben diese zur Jahreswende 2011 / 2012 unglaublich Hatz auf den damaligen Bundespräsidenten gemacht, so gibt es davon jetzt einige, die meinen, sie hätten es vermutlich etwas zu weit getrieben. Aber nun zu sagen, dass sie falsch lagen, fällt denen gar nicht ein. Sie werden noch die Wahrheit erfahren.

Meiner Ansicht nach will Christian Wulff alles auf den Tisch bringen. Und sollte ein Gerichtsverfahren nicht ausreichen, dann wird er wohl Veröffentlichungen machen. Nein, nicht in der Presse, die ihm so in den Rücken gefallen ist und ihn derart durch den Kakao gezogen hat.

So langsam fällt ja die gesamte Argumentationskette des Medienorgans, für das Kai Diekmann der Chef ist, und aller weiteren Blätter in sich zusammen. Bislang sucht man immernoch krampfhaft nach Aspekten, die man Wulff wirklich vorwerfen kann. Denn unterm Strich hat sich der Mann nicht schlechter als so ziemlich jeder Deutsche verhalten: Jeder nutzt die Beziehungen, die er hat, um Dinge besser zu erledigen. Es geht nicht um irgendwelche finanziellen Vorteile, es geht darum: Man kennt jemanden, der jemanden kennt, der besonders gut bohren kann. Dem wird ein Auftrag gegeben, und der wird bezahlt.

Solche Dinge. Da Wulff Bundespräsident war, wurden ihm diese Dinge vorgeworfen. Aber so wirklich krumme Dinger hat er nicht gedreht. Ich werde keinen Politiker – also ihn eingeschlossen – in den Himmel heben, aber ich kann bisher nicht erkennen, welchen Dreck er am Stecken haben soll, wie es die Springer-Presse, die WAZ-Gruppe und so viele andere mehr immer wieder zusammen orakelt haben.

Wulff hat den Deal mit der Staatsanwaltschaft abgelehnt, weil er Recht haben will und nicht das Recht erkaufen will. Wenn er nichts falsch gemacht hat – oder zumindest nicht falscher als jeder andere beliebige Deutsche – dann hat er damit Recht. Warum auch nicht?

Ich glaube, es kommt allmählich die Zeit, in der wir davon hören werden, was da wirklich alles gelaufen ist. Ich bin davon überzeugt, Wulff wird Veröffentlichungen machen. Und er wird bekannt machen, wie schlimm die deutschen Medien mit der Wahrheit umgehen. Dass er den Deal nicht macht, hat Medien so sehr erschrocken, dass sie kund getan haben, dass sie in der Sache einiges falsch gemacht haben. Und da wird noch mehr folgen.

Informationen zu dem Angebot der Staatsanwaltschaft finden Sie im SPIEGEL. Und das Manager Magazin hat einen Kommentar dazu geschrieben.

Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

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