Das Geld – Der Countdown läuft

Nein, ich will mich nicht zu sehr mit reißerischen Themen befassen, die solchen Gruppierungen wie der “Alternative für Deutschland” in die Hände spielen. Ich muss mich aber mal wieder mit der globalisierten Finanzkrise beschäftigen, weil mir ein entsprechender Artikel über den Weg gelaufen ist.

Ich bin ja immer der Meinung gewesen, dass diese fortlaufende Krise der Wirtschafts- und Währungssysteme ihren Ursprung darin hatte, dass a) Finanzspieler an den Börsen dieser Welt gezockt haben und b) diverse Nationen nicht für schlechte Zeiten vorgesorgt haben. Letzteres hat meiner bescheidenen Meinung nach etwas damit zu tun, wie man den Staatshaushalt eines Landes im Griff behält und wie man Spielregeln aufstellt, befolgt und durchsetzt.

Jetzt wird aber glatt mal die Behauptung aufgestellt, der Verursacher der Finanzkrise soll Alan Greenspan gewesen sein, der wunderliche ehemalige Chef der US-Notenbank. Er sei deshalb dafür verantwortlich, weil er eben das Geld billig gemacht hat und damit “Blasen” an den Börsen herauf beschworen hat. Der Autor des Artikels, den ich da gefunden habe, vergleicht die Nullzins-Politik vieler Wirtschaftsnationen mit einem Drogenabhängigen, den man mit Drogen heilen will.

Das ist doch schon ein wenig starker Tobak. Ich bin kein Wirtschaftsexperte. Aber war es nicht so, dass man das Geld deshalb so billig gemacht hat, damit Unternehmen Kredite aufnehmen können, um wieder etwas zu investieren? Der Gedanke war doch nicht verkehrt, oder? Das hat doch dann nichts mit Süchten zu tun. Ich kann mich irren, aber der gegebene Vergleich hinkt meiner Ansicht nach.

Aber mit einem hat der Autor auf jeden Fall Recht, ohne dass man sich großartig auskennen muss: Wenn heute die Notenbanken Geld ohne Zinsen an Banken vergeben, praktisch eine Nullzins-Politik betreiben, dann rächt sich das irgendwann. Denn damit entsteht eine Geldschwemme, die irgendwann in der so genannten “Realwirtschaft” ankommt und dann zur Inflation führt. Ja, das passiert nicht heute und nicht morgen. Aber wenn niemand aufpasst, passiert es ganz sicher.

Drohen Verhältnisse wie zu den Zeiten der Weimarer Republik? Nun gut, auszuschließen ist es nicht. Und irgendwie kommen manche Leute aus Wirtschaft und Politik tatsächlich daher, als würden sie genau das provozieren wollen. In Wirtschaftsnachrichten liest man seit Jahren immer mal wieder davon, dass der Wirtschafts-Experte XYZ einen Börsencrash wie 1929 unmittelbar bevorstehen sieht. Aber ich hoffe, dass es nicht ganz so schlimm kommt. Denn was danach von Deutschland aus passierte, ist ja bekannt.

Jedenfalls malt der Artikel bei der NeoPresse ein denkbar düsteres Bild. Ob das nun Schwarzmalerei oder Panikmache ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe auch keine Idee, ob da recht viel stimmt. Aber es gibt einige Leute, die davon ausgehen, dass es größeres Theater an den Börsen geben wird. Neulich habe ich da sogar gehört, dass dafür das Allzeithoch des DAX als Indikator dient. Das halte ich zwar für sehr weit hergeholt. Aber irgendwie läuft da doch irgendein Countdown ab. Ich weiß nur noch nicht, welcher das ist.

Bildquelle: Geld über Geld – (C) Taken CC0 via Pixabay.de

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