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Der 11. September, die Lügen, die Geschmacklosigkeiten und die Verschwörungen

Wenn dieser Artikel erscheint, ist in Mitteleuropa der 11. September bereits angebrochen. In den Vereinigten Staaten, wo sich der Tag, der die Nation für immer veränderte, zum zehnten Mal jährt, liegt der Tag noch einige Stunden in der Zukunft.

Was ist das Grundrauschen an diesem Tag? Gibt es überhaupt eins?

Dieser Tage wird man in Funk und Fernsehen und eben auch im Internet nahezu pausenlos gefragt, was man am 11. September 2001 tat. Ich weiß es genau. Ich befand mich zu der Zeit auf Arbeitssuche, hatte die Wohnung geputzt und freute mich auf die Rückkehr meiner Lebensgefährtin von ihrer damaligen Arbeit. Ich verfolgte Börsenkurse und war schon erschrocken, als ich kurz nach 17 Uhr sah, dass der Dax ins Bodenlose gefallen war. Ich schaltete auf einen Nachrichtensender und sah das brennende World Trade Center. Wir kamen beide zu der Erkenntnis, da es noch früher Morgen in New York war, dass dort jemand mit der Zigarette eingeschlafen sein musste. Bis wir das Desaster sahen, als das zweite Flugzeug kam.

Nun haben wir das also besprochen. Nun schauen wir mal, was so allenthalben gemutmaßt, zusammen orakelt und berichtet wird. Es ist recht interessant, was so alles herausposaunt wird.

UA 175 fliegt in den Südturm (links, Explosionsherd; Aufnahme von Norden) - Zur freien Verwendung aus Wikipedia

Da sind zum Beispiel die Lügen nach dem 11. September 2001. Die USA haben immer behauptet, sie hätten Afghanistan und den Irak angegriffen, weil sie dort u.a. die Herde des Islamismus und daher eben auch die Drahtzieher zu den Anschlägen vermuteten. Dass dem nicht so war, zumindest nicht in aller Vollständigkeit, ist inzwischen bewiesen. Im Irak wollte man halt einfach Saddam Hussein kalt stellen. Da kam so eine Lüge gerade recht.

Was man nicht alles im Irak und in Afghanistan finden wollte. Massenvernichtungswaffen, Ausbildungscamps für Terrororganisationen, Osama bin Laden und, und, und. Nichts wurde gefunden. Und dem geneigten Beobachter war das eigentlich auch klar. Aber die Weltpolizei USA hatte sich einfach das Recht heraus genommen, diese Staaten anzugreifen. Wie sagte Colin Powell am 11. März 2003? „Seit dieser Nacht befinden wir uns im Krieg gegen den Irak!“

Ich denke, was dort veranstaltet wurde, war einfach nur ein Krieg auf Teufel komm raus. Und alles unter dem Deckmantel, den internationalen Terrorismus auszurotten.

Der zweite Einsturz, der Nordturm - zur freien Verwendung aus Wikipedia

Aber es gab auch eigenartige Ansichten zum 11. September 2001. So wurden wilde Verschwörungstheorien gesponnen. So befasste sich eine Webseite namens illuminaten.info seitenlang damit, die Flugzeuganschläge als riesiges Verschwörungsmonster hinzustellen. Ich habe auch über diese Seite berichtet. Selbstverständlich ist da viel Unsinn dabei. Verschwörungstheoretiker thematisieren z.B. das schnelle Verfügbarsein von Bildern und Filmaufnahmen. New York ist eine der am besten journalistisch ausgeleuchteten Städte der Welt. Auf jedem halbwegs befestigten Haus befindet sich eine Kamera, die von einem lokalen Sender betrieben wird. Und die Aufnahmen werden natürlich von den großen Playern gesendet, wenn ein solches Ereignis die Stadt heimsucht. Also ist hier nicht viel mit Verschwörung.

Q33NY - zur freien Verwendung aus Wikipedia

Ein noch größerer Unsinn in Sachen Verschwörungstheorien wurde dem geneigten Leser mit einer Flugnummer „Q33NY“ aufgetischt. Schreibt man diese Folge in ein Schreibprogramm wie Microsoft Word und nimmt dann als Schriftart Wingdings, so kommt angeblich nebenstehendes Bild heraus. Also: Ein Flugzeug fliegt auf zwei Blätter, die auch Hochhäuser sein können, zu. Daraus folgt: Tod. Und der Davidstern dazu. Nun ja, Flug Q33NY gibt es nicht. Bei diesem Orakel hat es sich um einen eindeutigen Hoax gehandelt.

Leider haben es die Schöpfer dieses Unfugs geschafft, für länger als 3 Sekunden die Bevölkerung in Atem zu halten. Und sofort hatte sich der Hass der USA auf den gesamten Nahen Osten ausgeweitet.

Ein ähnlicher Hoax waren Bilder von Touristen auf dem Nordturm des World Trade Centers. Nein, liebe Leute, dort waren zu dem Zeitpunkt keine Touristen.

Tribute in Light 2004 - gemeinfrei aus Wikipedia

Geschmackloser geht es derweil aber zurzeit im Internet zur Sache. Wie RTL berichtet, gab es jetzt einen Hackerangriff auf den Twitter-Account von NBC. Die Hacker schossen den Vogel ab, indem Sie sinngemäß folgendes twitterten: „Das ist kein Witz, Ground Zero ist soeben angegriffen worden. Wir versuchen unsere Journalisten vor Ort zu schicken.“ Kurz darauf gab es den Nachschlag: Terroristen hätten ein Flugzeug entführt und wollen es über Ground Zero abstürzen lassen. Scheinbar wurde es den misslungenen Scherzkeksen dann selbst zu geschmacklos, denn sie deckten die Meldungen selbst als „Scherzmeldungen“ auf. Ich finde, etwas sehr makaber.

Die USA haben sich auf jeden Fall vor 10 Jahren verändert. Ich glaube aber nicht, dass es zum Guten hin ging. Und das macht mir Sorgen. Am 10. Jahrestag.

Die Nationalflagge auf den Särgen gefallener Soldaten - gemeinfrei aus Wikipedia

Politisch wie (volks-)wirtschaftlich ist die größte Wirtschaftsnation der Welt am Ende. Die Verteidigungsausgaben explodierten, das Bankensystem kollabierte, die Verkehrswege verrotten. Beim Hurrikan Katrina zeigte sich die Hilflosigkeit der Großmacht. Und noch dazu ist gerade kein Krieg in Sicht, der die marode Nation sanieren könnte. Weise Leute stellen sich nun hin und verkünden: Obama muss handeln. Aber wie sagte Kennedy? „Frag nicht, was dein Land für dich tun kann. Frag, was du für dein Land tun kannst.“

So wird dieser Tag auch in den USA erwachen und wieder unzählige Reden und Gedenkveranstaltungen mit sich bringen. Aber keine Lösung für die Probleme, die vor 10 Jahren offenbart wurden. Und wieder wird sich zeigen, dass die USA nicht so stark sind, wie sie sich selbst immer hinstellen. Vielleicht gibt es ja der Nation etwas, wenn bald das „One World Trade Center (1WTC)“ fertig ist. Wer weiß…

Der Ground Zero im Februar 2011 mit dem One WTC - zur freien Verwendung aus Wikipedia

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Henning Uhle

Henning Uhle ist gelernter Fachinformatiker für System Integration und zertifizierter System Engineer. Meine Sachgebiete sind Messaging & Collaboration sowie High Availability und Domain-Verwaltung. Ich schreibe über verschiedenste Dinge, die mich bewegen. Und es handelt sich immer um meine Sicht.

One thought to “Der 11. September, die Lügen, die Geschmacklosigkeiten und die Verschwörungen”

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